Coburg — 888 — Cochenille
--- 2 Fl. 24 Kr., ein halber — 1 Fl. 12 Kr., ein 20 Kreu-zerstück — 24 Kreuzer, ein 10 Kreuzerstück --- 12 Kreuzerim 24 Guldenfuße. — Seit 1827: Kronenthaler zu
2 Fl. 42 Kr. im 24 Guldenfuß (38 gute Groschen), imFeingehalt von 13 Loth 16 Grün, 17,9489 Stück aus derrauhen, 9,1871 Stück aus der feinen Mark, 612,04 holl. Asschwer. Werth: 1 Thlr. 13 Sgr. 10 Pf. preuß. Curant
— 1 Thlr. 10 Gr. 11 Pf. Conventions-Münze.
Scheidemünzen in Silber: Stücke von 6 Kreuzern
3 Kreuzern und 1 Kreuzer, im angeblichen Werth des Gul-denfußes, und Stücke von 1 Groschen und von 6 Pfennigen.
In Kupfer: Stücke zu 1 Kreuzer, zu 3, 2 und1 Pfennig und zu 1 Heller.
In Wechsel-Angelegenheiten richtet man sich haupt-sächlich nach dem Curszettel von Frankfurt a. M.
Die Staatsschuld von Coburg ist getrennt von derdes Herzogthums Gotha. Sie ist consolidirt in einer3>/2 procent. Anleihe auf Obligationen zu 1000, 300, 200,100, 30 Gulden im 24>/z Guldenfuß. Die Schuld wirddurch Verlosung getilgt.
Maaße und Gewichte.
kiingenniaaß. Der Werkfuß — 12 Zoll, welcher auchbeim Feldmaaß zum Grunde liegt, ist der alte nürnber-ger, — 0,30397 Meter, — 134,75 paris. Linien. — DerVermessungsfuß ist der rheinländische oder preu-ßische Fuß.
Die Werkruthe — 14 Werkfuß. Die Vermes-sungsruth e — 12 Vermejsungsfuß, also der preußischenRuthe gleich.
Die Elle — 0,58629 Meter, -- 259,9 pariser Lin.
Aeldinaaß. 1) Der Feldmorgen oder Acker — 160Quadrat-Werkruthen, — 31360 Quadrat-Werkfuß, —28,9765 stanz. Aren. 2) Der Vermessungs-Morgenund Wald morgen — 180 rheinländische oder Vermes-sungs-Quadrat-Ruthen, also dem preußischen Morgengleich.
Getreidemaaß. Der Simmer oder Simra — 4 Vier-tel a 4 Wetzen, ist zweierlei: 1) der Korn-S immerfür Weizen, Roggen und Hülsenfrüchte — 88,946 Liter,
— 4484 paris. Kubikzoll. — 2) Der Hafer-Simmerfür Gerste, Hafer und Dinkel — 110,449 Liter, — 5568paris. Kubikzoll.
Mssigkeitsmaaß. Der Eimer — 80 Maaß. DasMaaß ist -/n des Korn-Viertels, also -- 0,9668 Liter,-- 48,739 paris. Kubikzoll. Der Eimer ist also -- 77,345Liter, — 3899 paris. Kubikzoll.
Hanüelsgemcht ist das alte nürnberger. DerCentner hat 100 Pfund zu 32 Loth a 4 Quentchen; dasPfd. wiegt 809,855 stanz. Gramm, -- 10,611,6 holl. As.
Gold- und Lilbergmicht ist die nürnberger kölnischeMark.
Das Probirgemicht ist die nämliche Mark mit der inDeutschland üblichen Eintheilung.
Verarbeitetes Silber ist 13 Loth, aber auch 12Loth fein. Die städtische Probe ist 10 Loth und führt dasStadtwappen, einen Mohrenkopf, als Stempel.
MünWMcht ist, durch den Beitritt zur Münz-Conven-tion vom 30. Juli 1838, seit 1839 die preuß. Mark.
Mediäval- und llpothekergeivicht ist das alte nürn-berger.
Zollgenncht ist das der deutschen ZollvereinS-Staaten.
Cochenille, lat. LoocivneU»; ftanzös. LvcdenM;engl. Lockinoal; ital. Loccinizlia; holl. lioskonille, einer derwichtigsten, seit der Entdeckung Amerikas von dorther kom-menden Handelsartikel, der für die Färberei fast unentbehr-lich geworden ist. Früher hielt man die Cochenille fürFrüchte der Pflanzen, von denen sie gesammelt wird. Erstim Jahr 1692 behauptete Plumier, daß es ein Insekt sei,welches auf der breiten Fackeldistel, Lucius opuntia, lebe.Die Cochenille und deren Zucht ist in Mejico einheimisch.Das Insekt findet sich allerdings auch in Guatemala, Hon-duras und Brasilien, und wird auch hier gezüchtet; alleines scheint hier eine andere Species derselben Gattung zusein. Auch ist die Cochenille aus jenen Ländern, die nachEuropa kommt, von geringerer Qualität, als die mejica-nische. Im Handel kennt man fünf Arten Cochenille, dieLraua äo kastie oder Lralla uegra, die 2ac»ti1Ia, die 6mmimo, die Lruniila und ?olvos äo t-rona. Die erste Art bestehtnur aus den abgestorbenen Weibchen, woraus man die ersteErnte macht, und ist arm an Farbestoff. Die erste eigent-liche Ernte giebt die zweite Art, aus der Brüt der ausge-setzten Mutterthierchen entstanden. Diese Ernte findet stattim Januar oder anfangs Februar. Aus den Eiern der zu-letzt gesammelten Thiere gewinnt man im April oder Maidie zweite Ernte, die 6mna. Die öacaiilla ist leichter undhat, wenn das Insekt mit kochendem Wasser getödtet wurde,ein röthlichschwarzes und fuchsiges Ansehen. Die 6mm kimist schwerer und silbergrau, weil das im heißen Ofen getöd-tete Insekt seinen natürlichen weißen Ueberzug behält.Uebrigens enthält die Aacutilla eben so viel Farbestoff als die»um, kiiia. Man zieht jetzt die LumiiHaffür den levantischenMarkt vor. Die beiden letzten Arten sind die ganz kleinenInsekten und der Bruch der bessern Arten, gewöhnlich starkmit Llasole, den abgestreiften Bälgen der geflügelten Männ-chen vermengt. Die Güte der Cochenille hängt von der sorg-fältigen Behandlung des lebenden Insekts, so wie von derArt und Weise des Tödtens ab.
Die wilde Cochenille, 6mua siivostro, kommt zuweilenauch in den Handel, ist aber leicht von der gezogenen zu un-terscheiden.
Die Pflanze heißt Nopal, Lucius oxuntia coccinellikce,und gehört zu den Fettpflanzen, wird über mannshoch, ihrStengel besteht aus lauter handbreiten Gliedern. Ihrefeigenartigen Früchte werden gegessen, obgleich sie nicht sehrangenehm schmecken und den Harn roth färben. Die In-dianer pflanzen diese Fackeldistel um ihre Häuser, an Hü-geln, auf ähnliche Art wie man in Europa die Reben baut,und lesen die Cochenille vor der Regenzeit ab. Da sie berkaltem Wetter zu Grunde geht, so schneidet man Stückevom Stengel mit kleinen Cochenillen ab und hebt sie zuHause auf, wo sie nicht vertrocknen. Während der Zeitwachsen die Thierchen, daß sie nach der Regenzeit schonJunge hervorbringen können: denn sie legen keine Eier.Man macht nun kleine Nester aus Moos, Heu oder Fädender Cocosnüffe, setzt ein Dutzend Thierchen hinein und trägt