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Cochenille — 389 — Cochinchina
sie ins Feld auf die Pflanze. Schon nach 3 bis 4 Tagenmachen sie Junge und zwar zu Tausenden von der Größeeines Stecknadelkopfes, welche sich sogleich zerstreuen undsich festsetzen. Man sammelt nachher die gestorbenen Müt-ter aus den Nestern; nach 3 bis 4 Monaten erfolgt diezweite Lese, indem die Jungen dann schon ausgewachsensind; sie werden mit einem Pinsel in einem Schilfrohr abge-nommen ; nach wieder 3 bis 4 Monaten kann man noch ein-mal sammeln, dann tritt die Regenzeit ein. Nun werdensie aber abgekratzt, weil man auch die Jungen haben will,und deshalb erhält man diese Cochenille nicht so rein. Sieheißt llronilla und enthält Alte und Junge unter ein-ander.
Im deutschen Handel unterscheidet man als Sortensilbergraue, schwarze, röthliche, gesiebte undun gesiebte. Es geschieht zuweilen, daß man der schwar-zen künstlich den weißen Ueberzug oder Staub giebt, indemman dieselbe eine Zeitlang in den Keller setzt, damit sie feuchtwird, und darauf mit feiner Talkerde bestäubt. Diese Ver-fälschung läßt sich indessen leicht durch die Lupe erkennen.Häufig mischt man auch Cochenillenstaub und Blätter unterdie gute Cochenille, oder auch erdige Theile, sogar eine Mi-schung von Thon, Lraganth und Fernambuk-Absud, umbetrügerisch das Gewicht zu vermehren. Indessen leidetdie Cochenille durch Feuchtigkeit, während sie sich im Trock-nen lange unversehrt hält.
Zuerst wird die Cochenille in leinene Säcke, dann nochin Matten verpackt, und diese Ballen werden in ungegerbteOchsenhäute, die haarige Seite einwärts eingenäht. Einsolcher Ballen heißt Surron oder Sobornal und ent-hält gewöhnlich 7^ bis 8 Arrobas — I8D/2 bis 20V Psd.In Oajaca wird der Kauf nach Psd. gemacht, und die be-trächtlichste Versendung geschieht aus dem Hafen von Vera-cruz; nur wenige Surronen werden aus den Häfen derWestküste ausgeführt. Im Allgemeinen ist der Preis derCochenille in Oajaca sehr bedeutend, und um mehr als dieHälfte gefallen. Im Jahr 4810 wurden 843,727>/2 Psd.im Werth zu 1,978,262 Pesos; 1820: 373,662l/z Psd. imWerth zu 1,314,818 Pesos; 1830: 400,438 Psd. zu823,683 Pesos Werth; 1832: 633,073 Psd. zu 734,131Pesos Werth ausgeführt.
Die Versuche, das Cochenille-Jnsect suchen andernGegenden heimisch zu machen. — Durch Dr. Presas wurde esnach Spanien gebracht, wo es in der Gegend von Malagaauf dem Nopal-Cactus gedeiht. Im Jahr 1828 verpflanzteein Holländer auf Befehl des Königs dasselbe von Cadixnach Java. Ebenso hat man Cactus-Plantagen mit Co-chenillen auf den kanarischen Inseln angelegt. Der Ertragder Iava - Cochenille mehrt sich und es verbessert sich auchdie Qualität. In Amsterdam und Rotterdam kommt dieserArtikel in Kistchen durch die gewöhnlichen Auctionen aufden Markt; im Jahr 1836: 3, 1838: 3, 1840: 48, 1841:124, 1842: 262, 1843: 425 Kistchen. Man bezieht diesenArtikel von London, Amsterdam, Rotterdam, Hamburg,Bremen, Cadix, Havre, Bordeaux, Marseille, Trieft. DerPreis richtet sich nach der Zufuhr und Nachfrage. InEngland betrug die Einfuhr für den Verbrauch 1840:810,886; 1841: 1,120,633; 1842 : 604,267Psd. JnHam-burg war die Einfuhr 1842: 848; 1844 : 498 Seronen.
In Oesterreich ist die Einfuhr und der Verbrauch bedeu-tend; 1829:21,236; 1833: 36,186; 1838: 31,800 Psd.;1842: 644 Ctr., die Ausfuhr 1829: 711; 1833: 400;1838: 200 Psd.; 1842: 6 Ctr. Die statistischen Tabelle»des deutschen Zollvereins verzeichnen diesen Artikel nicht be-sonders. In Altona betrug 1841 die Einfuhr 1079 Psd.
Gebraucht wird die Cochenille in der Wollen-, Sei-den- und Baumwollfärberei, so wie in der Kattun - undSeidendruckerei zum Scharlach (scarlma des 6obelins), Pcn-ceau, Carmoisin rc., und zur Bereitung von Carmin, Car-minlack; indessen wird jetzt auch der aus dem Stocklack gezo-gene Farbestoff I.oe-I.ac und kac-vzo angewendet.
Cochin, Kotschin, befestigte Stadt auf der Süd-küste Malabar, im engl. Ostindien, Präsidentschaft Madras,mit 30,000 Einw., Hafen- und Handelsstadt, besonderswichtig für die Verbindung mit den Städten des westlichenIndiens, mit Arabien, China und den Inseln des großenOzeans; bedeutende Schiffswerften.
Ueber die Münzen, Rechnung, Maaße und Ge-wichte, s. Bombay, Calcutta, Madras.
Eochinchrna, ein Land und Königreich in östlichenAsien, in Hinterindien, das sieben Prov. umfaßt und zu demReich Annam gehört, s. Annam. Cochinchina liegt imOsten von Siam, durch dasselbe von Cambodscha getrennt,und stößt im O. und S. ans Meer. Die sieben Prov. sindBinthuong, mit dem Hafen Padarang, und reich anAgila-Holz; Nhatrang, mit den Häfen Rathrang undCamraigne, treibt Seidenbau; Fujeng, mit der gleich-namigen Hafenstadt, fruchtbar und angebaut; Quangnangmit dem großen und vorzüglich sicheren Hafen Turongoder Turang oder Hang und der Stadt Faipho;Hu eh mit der gleichnam. Hauptstadt des Königr., auchFuschuang genannt, mit 30 bis 60,000 Einw., eine1 Meile lange, an einem Küstenfluß zerstreut liegende Stadt,mit einer von einem Franzosen angelegten großen Festung,einem Arsenal, königl. Pallast, Schatzkammer. Der Handelwird meist durch die Chinesen betrieben, deren dort sehrviele leben; doch finden wohlbewaffnete Fahrzeuge der Eu-ropäer immerhin Gelegenheit zum Handel. Es sollen sichreiche Minen hier befinden, die aber nicht ausgebeutet wer-den dürfen, wie man behauptet, aus Furcht, die Fremdenanzulocken. Hauptartikel sind: Baumwolle, Thee, Pfeffer,Jngber und Reis; der auswärtige Handel beschränkt sichgrößtentheils auf die sogenannten Tunkins oder indischenVogelnester, die besonders im Handel mit China einen wich-tigen Artikel bilden.
Die gangbarste Münze des Landes ist eine Art Cäsch,welche Sapek (Sapeque) oder Sappica heißt und frühervon Messing war, jetzt aber von Zink nach dem hiesigenPreise des spanischen Piasters (Dollars) ausgeprägt wird.Sie hat die Größe eines englischen Schilling, enthält denNamen des Kaisers und in der Mitte derselben befindet sichein viereckiges Loch, um sie auf eine Schnur anreihen zukönnen.— 60 Sapeks machen einen Mas (Macc) oderTien, und 10 Mas machen einen Kwan (Quan) oderTacl. 600 Sapeks oder 1 Kwan werden auf eine Schnurgezogen und jede 10 Sapeks oder 1 Mas durch Knoten ab-getheilt. Diese Mas und Quans sind bloße RcchnungS-