Band 
Erster Band. A - G.
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592
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Collier Gelb

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Colonial-Waaren

Rübsamen pr. Malter; Rübkuchen pr. 1600 Stück; Zinkpr. 1 Pfund; Candis, Farin, Syrup pr. 101 Pfd.; Melisund Lumpen in Papier pr. 102 Pfd.

Die Provision bei Ein- und Verkäufen von Waarenwirb mit l'/r Procent, das vol creäero mit 1 Procent unddie Curtage wird vom Verkäufer mit °/, Procent bezahlt;nur bei'm Wein bezahlen Käufer und Verkäufer denSatz.

Kölner Gelb, ist chromsaures Bleioxyd, Chrom-gelb, mitGyps und schwefelsaurem Bleioxyd vermischt unddaher niedriger im Preise.

Kölnische Erde, s Umbra.

Kölnisches Wasser, s. LauäeLologne.

Colombin-Lack, in länglich viereckige Stücke geform-ter florentiner Lack.

Colonial-Handel, heißt im Allgemeinen der Han-delsverkehr eines Staates mit seinen überseeischen Colonien.Schon die Phönizier und Karthager schloffen die Fremdenvon dem Verkehr mit ihren Colonien aus, um dieselben al-lein auszubeuten. Die Griechen gründeten auch viele Colo-nien; sie übten jedoch durchaus nicht ein solch alle Entwicke-lung unmöglich machendes Monopol aus. Ihre Colonienverkehrten frei mit den Fremden und erhoben sich dadurchzu einer seltenen Macht, ohne daß sie deshalb ihre Nationa-lität verleugneten. Gerade dadurch, daß sie diese fest hielten,besaßen sie ein sicheres Palladium.

Im Mittelalter gründeten die Handelsstaaten Venedigund namentlich Genua ebenfalls Colonien auf fremden, ent-fernten Küsten, um dadurch ihren Handel zu erweitern, abersie behandelten diesen Verkehr als ein gewinnreiches Mono-pol. In diesen Verhältnissen fand der Handelsneid einenfortdauernden Grund zu einer feindseligen Rivalität (vergl.Hoffmann's Geschichte des Handels S. 380 ff. 363 ff.).Derselben Handelspolitik folgten später die Portugiesen,Spanier, Holländer, Engländer, als dieselben nach derEntdeckung des Seeweges um das Cap bereuten Hoffnungund des vierten Welttheils Colonien gründeten. Natürlichentsprang daraus eine beständige gegenseitige Feindseligkeitund Eroberungssucht. Unter diesen Umständen entwickeltesich die verderblicheColonial-Politik, welche den erstenempfindlichen Schlag durch die Erhebung der Vereinigten-Staaten (blniteä 8wtes) in Nord-Amerika zur Selbststän-digkeit erlitt. Diese wichtigen Colonien Englands trenntensich vom Mutterstaat England; indessen hat derselbe seineColonial-Politik bis jetzt festgehalten und die Fremden vondem Verkehr mit den Colonien ausgeschlossen. DasselbeSchicksal hat Spanien erlitten. Es hat seine reichen ame-rikanischen Colonien insgesammt verloren, indem dieselbensich zur Selbstständigkeit eines eigenen Staatswesens erho-ben, und hat auf den ihm noch übrig gebliebenen westindi-schen Besitzungen den Handel frei gegeben, und keineswegszum Nachtheil des Verkehrs auf jenen Inseln. Auch Por-tugal hat Brasilien verloren. Frankreich beharrt noch, wieEngland, auf der alten Colonial-Politik, ohngeachtet beideStaaten durch ihren politischen Einfluß Spanien vermoch-ten , den Handel auf dessen Colonien frei zu geben. Ebenso starrsinnig hält Holland eine solche Politik fest, dienichts weiter ist, als die Ausgeburt des verächtlichsten Nei-

des. England hat allerdings auf diese Weise, indem esregsam und klug alle Vortheile benutzte, seine Macht überden ganzen Erdball, wie ein Netz, ausgedehnt, ohne jedochschon den Höhepunkt dieser Macht erreicht zu haben. Esentwickelt in seiner Colonial-Politik allmälig neue Verhält-nisse, vermöge des Einflusses seiner Macht, den es natürlichüberall geltend macht, wo etwas für den eigenen Vortheildarauf ankommt, und wäre es allein der, seinen Einfluß zuwahren und zu mehren. Diese Politik Englands wird manüberall erkennen, in der fortwährenden Ausbreitung seinerHerrschaft in Indien so wie in dem Erfolge seines Unter- ^nehmens gegen China rc. In den statistischen Tabellen,welche in England und Frankreich jährlich über den Handelbekannt gemacht werden, ist der mit den Colonien in einerbesonderen Uebersicht zusammengestellt. Wie groß indessenauch die Summen dieser Zahlen sein mögen, so können dochdamit keineswegs die Fesseln gerechtfertigt werden, in wel- !chen die beschränkte und mißgünstige ColonialhandelSpolitikdie Colonien niederhält. Der Grund, daß man auf dieseWeise allein die Kosten decken kann, welche die Colonien !

dem Mutterstaat verursachen, ist nur eine haltlose Ausflucht;denn je größer das Gebiet des Handelsverkehrs ist, desto vor-theilhafter wird derselbe. Ist der Colonialhandel außerdemnoch durch Monopole belastet, die selbst das Mutterlandtreffen, wie z. B. in den britisch-ostindischen Besitzungen, sowird der Colonialhandel sehr beeinträchtigt und gelähmt.

Man hat dies Uebel auch erkannt und durch Freihäfenzu beseitigen gesucht. England hat in seinen Colonien vieleOrte zu Freihäfen erklärt, indessen ist doch deren Bedeutungdurch die bekannte Navigationsacte und besondere Ausnah-men und Verbote fast bis auf nichts gemindert. DieselbensindJamaica: Kingston, Savannah lc Mar, Montego-Bai, Santa Lucia, Antonio, St. Anna, Falmouth, Maria,Morant-Bay, Annotto-Bay, Black River, Rio Bueno, ^Port Morant; Grenada: St. Georg; Dominica: §

Roseau; Antigua: St. John; Trinidad: Sän Josef;Labago: Scarborough; Tortola: Road Harbour;

New Providence: Nassau; Crooked Island: PittsTown; St. Vincent: Kingston; Bermuda: Port St. ^Georg und Port Hamilton; Bahamas: jeder Hafen, wosich ein Zollamt befindet; Barbadoes: Bridgetown;Neubraunschweig: St. John's, St. Andrew; Reu-schottland: Halifax, Pictou; Canada: Quebec; Neu-fundland: St. John; Demerara: George Town;

Berbice: Neu Amsterdam; St. Lucie: Castries; S t.Kitt's: Basseterre; Nevis: Charles Town; Mont-serrat: Plymouth; Cap Breton: Sydney; Pri nz-Ed-ward's Insel: Charlotte Town; Anguilla: Anguilla.

Alle Güter, die an einem andern Ort eingeführt werden,sollen consiscirt werden. Wie Großes die Freigcbung desHandels einer Colonie bewirken kann, beweisen die spanischenBesitzungen Cuba und Portorico. Auch Holland hat in sei-nen ostindischen Colonien Freihäfen geöffnet, um derenHandel zu heben, z. B. Rhio im Süden der Halbinsel Ma-lakka, Singapore, auf der Westküste von Bornes Pontianaund Sambas, und auf Celebes Makaffar.

Colonial-Waaren , sind im deutschen Handel na-mentlich Kasse, Zucker, Gewürze, Tabak, zuweilen auchThee. Verschieden von dieser sehr beschränkten Bedeutung