Band 
Erster Band. A - G.
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672
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Eichenrinde

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Eimerl

England, Holland, Norwegen und Rußland, höchst bedeu-tend; es erscheint im Handel gewöhnlich schon zu seiner Be-stimmung vorbereitet und kommt rund, kantig, krumm,gespalten oder geschnitten vor. Den bedeutendsten Handelmit Eichenholz haben Bremen, Hamburg, Lübeck, Stettin,Danzig, Königsberg, Memel rc., welche sehr viel nach Hol-land, England, Portugal, Spanien und Frankreich senden.Auf den bedeutenderen deutschen Flüssen, z. B. dem Rhein,Main, der Weser, Elbe rc. wird auch sehr viel Eichenholzverstößt. England, welches sehr viel Eichenholz bei seinemSchiffbau braucht, bezicht dasselbe meist aus den Ostseehäfenund aus Canada. Man vergl. den Art. Holzhandel.

Eichenrinde macht wegen ihres so bedeutenden Ge-brauchs als Gerbematerial einen Gegenstand des größerenHandels aus, und geht aus den Gegenden mit großen Eichen-waldungen besonders stark nach solchen Gegenden, wo starkeGerbereien sind und sich wenig oder gar keine Eichcnwal-dungen befinden. Im gemahlenen Zustande heißt die Eichen-rinde Lohe. Die Orte, welche Handel mit Eichenholztreiben, versenden auch meistens Eichenrinde. In Englandwerden bedeutende Quantitäten aus den Rheingegendenüber Holland und aus den Ostseehäfen eingeführt.

Eichhornfelle, franz. I'oanx ,1'veueoul, engl. 8qu!eiclslcins, die noch mit Haaren versehenen Felle mehrerer Eich-hörnchen, von welcher Thiergattung es über 30 verschiedeneArten giebt, die meist in den nördlichern Gegenden, beson-ders in Nordamerika und Rußland, wohnen. Das Fell desin Europa, Asien und Amerika einheimischen gemeinenEichhorns, Lciurus rulgoris l.., ist gewöhnlich fuchsroth,doch zuweilen in einigen Gegenden auch schwarz; manchmalverändert sich die rothe Farbe im Winter in weiß. DieFelle der in Sibirien heimischen Eichhörnchen sind auf demRücken hell- oder schwärzlich-grau, dagegen am Bauchweiß, wie Hermelin; die rothen werden dort im Wintergrau. Die sibirischen grauen Eichhörnchcnfelle kommen inden Handel unter dem Namen Grau werk, Fehe, Vchoder Fehwerk, franz. I'eiit gris; engl.-cal-O,:,,' slcins); dieBäuche oder den unteren Theil nennt man Beh warum,franz. Vent,es >Ie l'ellt-gns; engl. cüimvee. Man verhandelt siebei 10» oder 1000 Stück oder in zusammengenähten Pelzen.Das beste sibirische Grauwerk ist aus der Gegend des Ob undTom, und wird Taleutisches genannt. Auch das Nert-schinskische, vomJcnisei und Baikal, ist vorzüglich. DasBercsowsche, vorn Ob, ist ebenfalls berühmt. DasGrauwerk ist sehr beliebt zu Müssen, zum Verbrämen undAusfüttern von Kleidungsstücken rc. Rußland führt sehrviel davon aus nach China, Deutschland, Holland, Polen,Ungarn, der Türkei rc. Die Hauptmarktplätze für diesenArtikel sind: Archangel, Petersburg, Kjächta, Zuruchaituund Taganrog. Auch auf die Messen zu Leipzig und Frank-furt a. M. kommt viel davon. Das sogenannte fliegendeEichhorn, 8r!neus vnlans, lebt im nördlichen Asien, Lapp-land, Finnland und Polen; es hat ein schlappes oder losesFell, oben mit weißgrauen, unten mit weißen Haaren. Davie Bälge nicht dauerhaft sind, so werden sie nur wenig ge-schätzt. Zuweilen mengt man sie aus betrügerischer Absichtunter die guten Eichhörnchenfelle. Die Schwanzhaaredes Eichhörnchens werden zu Malerpinsel» verwendet.Eichmaaß , s. A > chmaaß.

Eiderdunen, franz. kl-Ireäoii; engl. küäerllocvn; ital.lliumo <IoI noelo, sind die äußerst weichen Federn der Eider-gans (/Inas mollissima), ein wilder Waffervogel, der aufden Faröec Inseln, an den Küsten von Schottland, Island,Grönland, Norwegen, Lappland rc. brütet. In Norwegensind die Eidergänse nur auf dem nördlichen Theil der Küstevon Wichtigkeit, hier in ungeheurer Menge vorhanden, undgewissermaßen als Hausthiere anzusehen, weil sie zur Brut-zeit, im April, zu Tausenden an die Küste kommen und dievorjährigen Brutplätzc nicht blos auf unbewohnten Inseln,sondern auch a» und in den Wohnungen der Menschen auf-suchen. Ein solcher Brutplatz (Fugleväer) wird von demGrundbesitzer besonders während der Brutzeit sorgfältig ge-pflegt, weil derselbe eine sehr ergiebige Erwerbsquelle istund mehr als 100 Pfd. Eiderdunen gewährt. Zweimalnimmt man aus dem ausgebauten Nest die Dunen weg,dann aber stört man das Thier nicht mehr. Sind die Jun-gen ein paar Tage alt, so verlassen sie die Küste wieder,um erst wieder zurück zu kommen, (s. Blom, Norwegen,Thl. I. 1843, S. 181 f.) Die Erzählung von dem gefähr-lichen Fange der Eidergänse ist ein Mährchen. Sorte».Man unterscheidet Tang- und Grasdunen. Ersteresind mit Seegras (Tang, bucus), letztere mit gewöhnlichemGras vermischt. Ferner scheidet man die Eiderdunen intodtes und lebendiges Gut. Die von todten Vögelngewonnenen Dunen sind nicht so elastisch als die von leben-digen Herstammenden. In Bezug auf die Behandlung hatman rohe und zubereitete, oder gereinigte undungereinigte Sorte. Außerdem haben die Federhändlernoch eine Menge anderer Unterabtheilungen, die sich nachFarbe, Alter, Elastizität rc. richten. — Die Elastizität unddie Lockerheit der Eiderdunen ist so groß, daß 2 Pfund der-selben, wenn sie durch Wärme ausgedehnt sind, zum Fülleneiner Bettdecke hinreichen. — Island führt jährlich einigeTausend Pfund aus, die dann von Dänemark aus weiter inden Handel kommen.

Eigener Wechsel, s. Wechsel.

Eigcnhandel oder Propre Handel heißt der Han-del, welchen man für eigene Rechnung treibt, diejenigeGattung des Waarenhandels, bei welcher der Verkäufer derWaare diese durch einen Einkauf erst an sich gebracht undeine Zeit lang als völliges Eigenthum besessen hat. Da derKaufmann (als Verkäufer) hierbei zuerst Käufer gewesensein muß, so schließt der Eigenhandel denjenigen Handel aus,welchen der Producent einer Waare mit derselben treibt.Das Nähere über diese gewöhnlichste Art des Handels sieheunter dem Artikel Handel.— Ein einzelnes Geschäfts-haus, welches sich ausschließlich mit dem Eigenhandel ab-giebt, nennt man eine Eigenhandlung oder Propre-Handlung.

Eilenburg, Stadt im preuß. Herzogth. Sachsen, ander Mulde, mit 0700 Einw. und beträchtlichen Fabriken,die baumwollene Waaren und Kattun liefern; Getreide-handel.

Eimer, ein in Deutschland und einigen benachbartenLändern gebräuchliches Flüssigkeitsmaaß.

Eimerl bedeutet im eisenburger Comitat in Ungarneine Fläche Weinlandes, welche nach der nähern oder wei-