Frankreich
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Frankreich
durch die geographische -Lage des Landes ist das Klima des-selben sehr verschieden, sowie die natürliche Beschaffenheitdes Bodens, und in Folge davon die Naturerzeugniffe. Woder Landbau möglich ist, schafft er Getreide, Wein, Flachs,Hanf, Früchte aller Art rc., und die Viehzucht Hausthiere.Der Bergbau und die damit vereinigte industrielle Betrieb-samkeit fördert den Mineralreichthum zu Tage. Mineral-quellen, und darunter sehr vorzügliche, giebt es nicht wenigein verschiedenen Gegenden. Man zählt mehr als 80 Mine-ralbäder. Ausgezeichnet ist die industrielle Thätigkeit derBewohner, wenn auch nicht in allen Departements gleichrege und auf gleicher Höhe, und hat in vielen Rücksichtenanerkannte Bvrzüge vor den industriellen Leistungen andererLänder gewonnen, namentlich vermöge der Chemie in derAnwendung für das praktische Bedürfniß, z. B. namentlichin der Runkelrübenzuckerfabrikation, Färberei, so wie durchNeuheit und Geschmack in der äußern Form, in der Wahlund Zusammenstellung der Farben, wie überhaupt in densogenannten Mustern (Dessins) in den bedruckten Waarenund gewebten Zeugen, in den Spitzen, Blonden, in der inFrankreich hauptsächlich ausgebildeten Schmalweborei rc.Vorzüglich sind Tuch, Woll-, Seiden-, Baumwoll- undLeinengewebe, Spitzen, Blonden, Papier, Tapeten, Ga-lanterie- und Glaswaaren, Franzbranntwein, Likör rc.Die Industrie ist durch ein strenges Schutzzollsystem nachaußen gesichert, während sie im Lande selbst durch die Kon-kurrenz und die ihr eigene Betriebsamkeit fortwährend sichentwickelt. Dieser Betriebsamkeit entsprechend ist auch derBinnenverkehr sehr lebhaft, indessen der Außenhandel kei-neswegs so umfangreich, wie man bei der hohen Ausbildungder französischen Industrie und den reichen äußern Mittelnzum Verkehr nach Außen sowohl zur See als zu Landeerwarten sollte. Im Innern ist der Verkehr zwar zumTheil schwierig wegen der Gebirge, indessen wird er durchKunststraßen, durch ein verzweigtes Kanalnetz, Dampfschiff-fahrt und auch Eisenbahnen befördert.
Das Kapital des Landbaues überhaupt wird zu37,822,061,476 Frcs. berechnet; im Jahr 1838 betrugendie Grundabgaben 10,893,328 Frcs. und am 1. Juli 1842lasteten auf dem Grundbesitz 13 Milliarden Frcs. Die Er-gebnisse des Land- und Sechandels im Jahr 1848 warenbedeutender als in den beiden vorhergehenden Jahren. ImAllgemein-Handel (6om,narre xenera!) ist die Einfuhr durch-schnittlich um 4 und 9 und die Ausfuhr um 4 und 13 Proc.gestiegen. Der Gesammtwcrth betrug 970,800,000 Fl.CM.,davon die Einfuhr 496,000,000 Fl., und die Ausfuhr474,800,000 Fl.— Der specielle H a n d e l (Lommercs»pecial), welcher die auswärtigen zum Verbrauch einge-führten und die inländischen nach der Fremde ausgeführtenProdukte umfaßt, betrug 681,600,000 Fl. CM. Derselbeübertraf den im Jahr 1841 um 3 Proc. Diese Zunahmetrifft jedoch blos die Ausfuhr französischer Erzeugnisse, wäh-rend die Einfuhr fremder Waaren sich um 1 Proc. vermin-dert hat.
Jm Gesammtverkehr kommen auf den zurSee72Proc.,der in diesem Verhältniß dem Landhandel gegenüber bei-nahe gleich geblieben ist, aber überhaupt im Vergleichmit 1844 um 8 Proc. zugenommen hat. Gestiegen ist derVerkehr, mit 1844 verglichen, mit den Vereinigten-Staa-I.
ten, der Schweiz, Belgien und der Türkei, um 4, 3,14 und 20 Proc.; zurückgegangen der mit England, Sar-dinien und Rußland um 1, 12, 8 und 1 Proc. Beinahegleich geblieben ist der Verkehr mit dem deutschen Zoll-verein ; bedeutender geworden der mit dem Königreich bei-der Sicilien, mit Schweden, Norwegen, dem Kirchenstaat,Peru, Portugal, Griechenland, Egypten, Oesterreich,Dänemark, den französischen Colonien (in der Einfuhr dort-hin; geringer die Ausfuhr von dort); zurückgegangen dermit Ostindien, Loscana, den Hansestädten, Mejico, Riode la Plata und Haiti.
Die stärkste Einfuhr kam aus den Vereinigten-Staa-ten; diesen zunächst aus England, die jedoch jährlich sichansehnlich mindert; dann aus Belgien und der Schweiz rc.Dagegen ist die Ausfuhr nach den Vereinigten-Staaten zu-rückgegangen, aber die nach England und Belgien gewach-sen ; ebenso nach der Türkei, dem Königreich beider Sicilien,dem Kirchenstaat rc. Im Besondern bemerkenswerth ist dieAusfuhr Frankreichs in zwei Hauptartikeln, von Seiden-waaren und Branntwein nach England, die in Folge desneuen englischen Tarifs gestiegen ist. Nach dem Tarif von1842 wurden 1848 vom 3. Jan. bis 10. Oktbr. 279,064Pfund Seidenwaaren; nach dem neuen Tarif im Jahr 1846in demselben Zeitraum 378,770. Die Einfuhr von Brannt-wein betrug 1844 in derselben Zeit 1,092,194, 1843:1,888,289, 1846: 1,947,409 Jmper.-Gallons. Die Ein-fuhr Belgiens an Leinengarn und Lcinengeweben nach Frank-reich hat 1846 bedeutend abgenommen. Sie betrug 1844:?4,800 Etr., 1846 nur 41,000 Ctr. Leinengarn; 1844:26,439, 1846: 21,917 Ctr. Leinengewebe.
Unter den Einfuhrartikel» sind für die franz. Industrie zurVerarbeitung Baumwolle u. Seide die hauptsächlichsten, dannWolle, Steinkohlen, Zucker (aus den Colonien), Olivenöl,Kasse, Reis, Blei, Eisen, Schlachtvieh rc., namentlich hatdie Einfuhr von Guß- und Stangeneisen in Folge des fort-schreitenden Eisenbahnenbaues in Frankreich ansehnlich zu-genommen. Dieselbe war am stärksten aus Schweden undNorwegen, viel lieferte auch England und Corsica. — DieEinfuhr an Baumwolle (s. ebd.) betrug aus den Vereinigten-Staaten im Jahr 1846: 425,000 Ballen, während Eng-land 1,627,000 Ballen, die Schweiz, Belgien und Holland110,000 Ballen, Oesterreich und der deutsche Zollverein210,000 B., Italien, Spanien, Rußland rc. 103,000 B.bezogen.
Eine bemcrkenswerthe Einrichtung sind in Frankreichdie Entrepots (Lagerhäuser), um die fremde Einfuhrtrotz des strengen Schutzzollsystems zu erleichtern, indem dieeingeführten fremden Waaren, ohne daß davon sogleich derEingangszoll bezahlt werden darf, aufgespeichert werden,bis deren der Handel zur Ausfuhr bedarf. Die Waa-ren können darin drei Jahre, und nur auf den begrün-deten Antrag der Deponenten länger in Verwahrung blei-ben. Viele Artikel, als Colonialwaaren, Drogucn, Farb-holz, Schreinerarbeiten dürfen aus den Entrepots nach denHäfen des atlantischen Meeres nur auf Schiffen von mehrals 60 Tonnen und nach jenen des mittelländischen Meeres,mit Ausnahme von Bayonne, nur auf Schiffen von mehrals 40 Tonnen wieder ausgeführt werden. Die Wieder»
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