Band 
Erster Band. A - G.
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750
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Galicien

Galeasse — 780 —

wohnlicher Temperatur fließt es auseinander und zeigt eineharzglänzende Oberfläche. In der Masse ist es nicht gleich-förmig und hat hellgelbliche oder röthliche Streifen. SeineFarbe ist röthlichgelb und mit gelblichen oder weißgelblichenStücken gemischt. Es finden sich viele Pflanzenreste einge-mengt. Zwischen den Fingern klebt es stark. Aus 16 Unzenerhält man 6 Drachmen ätherisches Ocl. — Es soll zuwei-len ein verfälschtes Galbanum vorkommen, welches man ausgemeinem Harz, Olibanum und etwas Galbanum zusam-mengesetzt gefunden hat.— Verwechselt wird das Galbanummit dem Ammoniakgummi. In den Handel kommt es vonCairo über Trieft und Livorno, ferner über Amsterdam undLondon.

Galeasse, das größte Ruderschiff, mit drei Masten,welche nicht niedergelassen werden können, und beweglichenKanonen, welcher letztere Umstand ihm einen besonderenBorzug vor der Galeere giebt. Die Galeasse hat die Längeund Breite eines großen Schiffes, an jeder Seite 28 bis 32Ruderbänke, und auf jeder dieser letztern sechs bis siebenMann; sie führt oft 1000 Mann und darüber, und stehtüberhaupt zwischen der Galeere und dem eigentlichen Kriegs-schiff mitten inne.

Galeere, französ. llalore; engl. llallex; holl. 6a!ei;ital. 6»!era, ein langes, nicht sehr breites Fahrzeug mitniedrigem Bord, das sowohl durch Segel als durch Rudernfortbewegt wird. Die Galeeren sind hinten am schmalsten,führen 2 oder 3 Masten, die niedergelegt werden können,und lateinische (dreieckige) Segel, gehen nicht tief im Wasser,und sind daher auch an Küsten zu gebrauchen. Die franzö-sischen sind 22 Klaftern lang, 3 Kl. breit und 1 Kl. hoch,und haben 23 bis 30 Ruder, ein jedes mit ö bis 6 Ruderern.Sie haben zwei mittlere und zwei kleinere feststehende Ka-nonen, und außerdem noch auf dem Vordertheil ein ziemlichansehnliches bewegliches Stück (24-pfündig), welches denNamen Corsiero oder Coursier führt; im Allgemeinen sinddie Galeeren eine unbequeme Gattung der KriegSfahr-zeuge.

Ki»Ievy»8t8, Horda galeopsis ocliroleucao, blanken-heimer oder lieberscher Thee, liebersche Kräuter, lieberscheAbzehrungskräuter. Unter den hier angeführten deutschenNamen brachte etwa zu Anfang dieses Jahrhunderts einArzt in Kamberg, Namens Lieb er, ganz klein zerschnitteneund zerquetschte Blätter als ein vorzügliches und sich auchbewährendes Mittel gegen Brustkrankheiten zum Verkauf,von denen er 12 Unzen für 3 Fl. verkaufte. Da die Blättersehr klein geschnitten waren, so kam man der Pflanze langenicht auf die Spur, bis im Jahr 1812 der Apotheker Wolfbewies, daß es die Blätter der llaleopsis granälilura llotb. etlVlllä. (6. oclirolcuca I.am.) wären. Diese einjährigePflanze, vom Volk auch großblühender Hohlzahn oderhaarige Kornwuth genannt, findet sich häufig im westlichenund südlichen Deutschland, der Schweiz und Frankreich, undtreibt einen 1 bis 1-/2 Fuß hohen, viereckigen, mit weichenHaaren dicht besetzten Stengel. Die Blätter sind mit wei-chen, glänzenden, anliegenden Haaren bedeckt. Die Blüthenstehen in 6- bis 10-blüthigen Quirlen. Die Blumenkrone,drei bis viermal so lang als der Kelch, ist gewöhnlich schwachgelb, weiß, manchmal auch roth. Die Blüthezeit ist vomJuli bis September. Man benutzt die ganze Pflanze, nur

mit Ausnahme der Wurzeln, zum Thee. Die Wurzelblät-ter sind eirund, die Stengelblätter lanzettförmig, geädert,gestielt, und besitzen einen balsamischen Geruch und einenfaden, salzigbitterlichen Geschmack. (Guib. Pharmaceut.Waarenkunde III. Bd. von Martius.) In Frankreich be-diente man sich schon seit längerer Zeit der Pflanze unterdem Namen Danot gegen Brustkrankheiten. Erst nach-dem man die (laleopsis granchllora durch den Dr. Lieber alsblankenheimer Thee hatte anwenden sehen, wurde diesePflanze ein Artikel für den Drogueriehandel, in welchemübrigens auch statt derselben zuweilen verkauft werden:1) 6uloop8is laclanum b.; 2) 6. vorMolor Lurt.; 3) 6. ?o-lrulnt; 4) bamium aldum; 3) l.. purpureum; 6) üuleobäo-lon luteuin 8m.; 7) 8iäer!li5 Inrsuta b.; 8) Llaclizs recta,und 9) ölercurwlis annua. Man sieht hieraus, wie nöthiges ist, die ächte Pflanze genau zu kennen.

Galgantwurzel, lateinisch liaäix l-alangoe minor etMajor, die Wurzel der in Ostindien, besonders auf Sumatraund Java, so wie in China und Cochinchina wild wachsen-den und angebauten Galgant-Alpinie, Alpima Lalanga 8w.Sie erscheint in kegelförmigen oder Walzenrunden, öftersgabelförmig getheilten und gebogenen Stücken, 1 bis 3 Zolllang und 3 bis 6 Linien im Durchmesser. Außen ist dieWurzel mit ringförmigen, schuppigen Wülsten, inZwischen-räumen von 1 bis 4 Linien umgeben. Der Wurzelstock istzimmt- oder dunkelbraun, auch wohl braunschwarz, dieringförmigen Wülste sind gelblich-weiß und haben häufignoch schuppenförmige häutige Blätterreste. Die innereWurzelsubstanz ist von röthlicher Farbe, der Bruch grobund splittrig, der Geruch gewürzhaft, dem Cardamom ähn-lich, der Geschmack aromatisch, brennend scharf und bitter-lich. Der Gebrauch der Galgantwurzel beschränkt sichhauptsächlich auf die Medizin. Die kleineren und schwere-ren Wurzeln sind die wirksameren. Der Wirkung nach stehtsie dem Ingwer sehr nahe; doch ist sie erhitzender und mehrallgemein erregend. Sie wird auch als eine Ingredienz zumehreren magenstärkenden bitteren Likören, und in Ostin-dien als Gewürz gebraucht. Die Haupteigenschaften und diemedizinische Wirksamkeit des Galgants rühren von einemGehalt von etwa -/2 Proc. äther. Oel und 3 Proc. einesHarzes her. Zuweilen wird sie mit der etwas helleren,leichteren Wurzel von Alpima nutan8, und mit der längerenund dünneren Wurzel des Eypergrases, liachx Lzperi, ver-mengt. Jene ist fast ohne Geruch und Geschmack, diesedunkler braun, inwendig weißlich, von schwächerem Geruch,mehr bitterlich zusammenziehendem als gewürzhastem Ge-schmack. In den europäischen Handel kommt die Galgant-wurzel über England, Holland und Dänemark.

Galicien , Küstenprovinz und der nordwestlichsteTheil von Spanien und der pyrenäischen Halbinsel, im N.und W. an den Ozean, im O. an Asturien und Leon, im S-an Portugal grenzend, ist 748QM.groß mit 1,600,000E.;sehr gebirgig und sehr zerrissene Küste.

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