Band 
Erster Band. A - G.
Seite
776
JPEG-Download
 

Graubünden

776

Grecnock

Nebenthäler. In demselben liegen auch die Quellen desRheins. Das Klima ist in diesem Hochgebirgslande sehr ver-schieden. Ackerbau, Viehzucht, Holz- und Transito-Handelsind Haupterwerbszweige. Die Hauptstadt istChu r.

Rechnung und Münzen.

Gewöhnlich rechnet man nach G u lden zu 70 B l u tz-gern, oder den Gulden zu 60 Kreuzern oder zu 18 Ba-tzen bündner Währung. Von diesen Rcchnungsmünzen sindnur die Blutzger eine wirklich geprägte Kupfermünze. Au-ßerdem rechnet man noch nach Kronen, 1----- IVs Pfd.Pfennige, — 1'/» Straf-Pfd.,— 1^ Gulden, —24 hiesige Batzen, --- 28 Schillinge, — 06 Kreuzer,

— 112 Blutzger,672 Heller. — Einen Reichs-gulden rechnet man zu 90 Blutzger, den Reichskreu-zer zu H /2 Blutzger, den Batzen zu 14 Pfennigen; denBatzen auch zu 3 und zu 4'^ Blutzger; 1 schweizer Batzenzu 6 Blutzger, 1 schweizer Franc zu 60 Blutzger.

In den ehemals zu Graubünden, jetzt zur Lombardeigehörigen Orten und Landschaften ist zwar die alte Rechnunggesetzlich aufgehoben, dennoch wird dieselbe noch gebraucht:1) in Cläven oder Lkiavenna, 1 Inra (Pfd.) — 2?/z I.n-emonela lunga 3 3 psrpajole 3 3 Blutzger; 2) in Pregell,1 Gulden — 7 I.ire 3 7 Blutzger; 3) in Veltlin 1 I-Moro(Thaler) — 1"/,2 8cuäi; 1 8cuäo — 6 I.iro; 1 Inra — 13Blutzger; 1 Blutzger — 1>/z 8olöo.

Die in Bünden geschlagenen neueren Münzen sind au-ßer Silber- und Kupferscheidemünze meist 10- und 8-Schweizer-Batzen — 60 und 30 Blutzgern, seit 1804; dann>/„-, V 2 -, I-Schweizer-Batzen ^ 1, 3, 6 Blutzgern. Früherhatte man vorzüglich bischöflich- und Stadt-Chur'-sche, so wie freiherrschaftlich - haldensteinscheMünzen, in Ducaten, Thalern, Gulden, ganzen und hal-ben Dicken von 6 und 3 Batzen; ferner 1-, 2-, 3-, 6-, 10-,12- und 13-Kreuzerstücke in den Blutzgern, Aldus, 3-8oIck-,vtznari-, 1- und 2-Hellerstücken.

Bis 1829 rechnete man die österreichischen Zwanzi-ger — 24 Blutzgern, seitdem aber zu 33 Blutzgern oder >/2bündener Gulden. Die brabanter Kronenthaler standen3>/z bündener Gulden.

In Wechselgeschäften, Ufo !c. richtet man sichgewöhnlich nach Zürich.

Maaße.

bängenmaaß. Der churerFuß hat 12 Zoll und ent-hält 133 pariser Linien oder 0,300 Metres, — 1 neuenschweizer Fuß. — Die churer Elle ist 294 fcanz. Linienlang —0,66321 Metres. — Die Klafter ist —7 Fuß.—Die churer Elle — 1,10336 neue schweizer Ellen, — 294pariser Linien.

Mchemnaaß. Das Mahl Acker hält 400 Klafter, dasMahlWeinbcrge aber 230 Klafter von 7 Fuß. — DiealteMannsmadeWiesehat 600, die neue 800 dieserKlafter.

Setreidemaaß. Der Lädi hat 8 Mütt, — 44 Viertel,

— 176 Quartanen oder 704 Mäßlein. Der Müttenthält 8316 franz. Kubikzvll — 164,96 Litres, — 1,0997neue schweizer Malter.

MffiMtomaaß. Das Fuder hat 8 Zuber zu 10

Vierteln 3 8 Maaß 34 Quartiern; der SaumWein 90 Maaß. Das Maaß enthält 67 par. Kubikzoll, —1,329 Litres; der Zuber enthält 5360 pariser Kubikzoll,—106,323 Litres. — Der Bener Milch hat 2 Maaß undwiegt 4 Krinnen. Das Quärtlein wiegt 1 Krinne, dergroße Löffel >/s Krinne oder 24 Loth, der kleine Löffel '/«Krinne oder 12 Loth.

Das Gewicht zerfällt in schweres und leichtes.

Vom schwerenGewicht wiegt der Centner 112^/2leichte Pfunde, oder 73 große Krinnen oder 6 Nupp,---32,0429 Kilogramm. — Die große Krinne wiegt 48 Loth.Die kleine Krinne oder das schwere Pfund wiegt 36 Lothoder 10828 holländ. As, — 520,256 genaue par. Gramm.1 Centner schweres Gewicht ist — 32,0236 par. Kilo-gramm, ---- 111,283 preuß. Pfd.

Vom leichten Gewicht hat der Centner 100 leichtePfunde 3 32 Loth. Das leichte oder Gewürzpfund wiegt9625 holl. As, —462,603 genaue par. Gramm, — 0,92321neue schweizer Pfd. 1 Centner leichtes Gewicht ist —46,2600 paris. Kilogramm, — 98,921 preuß. Pfd.

Das Gewürzpfund oder leichte Pfund wird in 32Loth zu 4Quentchen 3 4Drachmen 3 2 Heller eingetheilt.—Das Fleischpfund enthält 60, das Fischpfund 36Loth; bei beiden hat das Loth wiederum jene Unterabthei-lungen.

Ein Stein Hanf enthält 4 große Krinnen; ein FaßReis 5 Ctr. Schwergewicht.

Graupen, franz.Orxo inonckö; engl. ?celeü, sbolleü vrkulioä barle)'; lrencb borlov, scotcb barle;-; ital. orro mvnüaw,nennt man die auf besondern Mühlwerken enthülsten Körneraus Gerste, Weizen oder Spelz. Im Handel kommen vorzüg-lich Gerstengraupen vor, seltner die enthülsten Körner desSpelz, Iriocum spei!» 1.. Sie werden nach Größe undRundung in verschiedene Sorten getheilt, die man durchNummern unterscheidet. Die feinste, runde Sorte heißtPerlgraupen, hierauf folgen Nr. 00, Nr. 0, Nr. 1,Nr. 2, 3, 4, alsdann Graupenstückchen (so heißen die eckigenAbfälle), die in der Regel halb so billig sind als Nr. 00.

Graupen werden besonders in den Gegenden fabrizirt,wo starker Getreidebau und ausgedehnteres Mühlenwesenist. In Deutschland sind besonders berühmt die erfurter,arnstädter, nürnberger, Halleschen, mainzerundulmer Graupen.

Sie müssen trocken aufbewahrt werden, um das Dum-pfigwerden zu verhüten, besonders im Frühjahr.

Grcbenhäute, sind die mit schönen Federn versehe-nen Bauchpelze des am genfer und ncufchateller See leben-den großen Haubentauchers (Ilnlvmbus cnsiatns ol urmowr).Sie haben eine glänzend weiße, ins Perlgraue fallende Farbe,und werden zu Palatinen, Verbrämungen an Mützen,Kleider rc. sehr geschätzt. Die größeren bezahlt man an Ortund Stelle mit 2 bis 3 Thlr. Zu einem Muff gehören et-wa 3 Stück. Die aus der Normandie kommenden sind ge-ringer als die schweizer.

Gicenock, ein Hafenvrt unweit der Mündung desClpde in Schottland, Grassch. Renfrew, mit 30,000 Einw.,der einzige große Hafen im Westen Schottlands, und einer