Groß-Bntannim
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Groß-Bntannim
Groß-Britannien, engl. 6rsat llriiain, bezeichnetEngland mit Wales nebst Schottland, welche zusammen dieöstliche große britische Insel bilden; unter der Benennungbritisches Reich, tke llrüisli empiro, versteht man alleenglischen Besitzungen, England, Schottland, Irland, dieübrigen europäischen Inseln und Besitzungen nebst allenaußereuropäischen Colonien; dagegen umfaßt die Benennungdas Vereinigte-Königreich, tke vniteä kmgäom,blos England mit Wales, nebst Schottland und Irland.Die britische Insel liegt zwischen der Nordsee O., dem atlan-tischen Ozean N. und W., dem irischen Meer W., dem Ka-nal S., 4131,7 QM., davon 2734,3 England mit Wales,1397,4 Schottland mit einer Bevölkerung in England 1831:13,089,338, 1841: 14,998,608; in Wales 1831: 808,236,1841:911,321; in Schottland 1831: 2,368,807, 1841:2,628,987 Einw.; insgesammt aber, Irland mitgerechnet,1841: 26,861,796 Ew. Die britischen Besitzungen betragenin Europa 8676 QMeil., 1841: 24,488,876 Ew.; in Wen(Ostindien oder Hindostan rc.) 68,000 QM., mit ohngefähr170,780,000 Einw.; in Amerika (ibo Lritisk 4merioa),nämlich in Nord-Amerika etwa 133,861 QMeilen mit1,743,000 E., in West-Indien 3611 QM. mit 683,133 E.,in Süd-Amerika 4860 QM. mit 96,802 Einw.; in Afrikaohngefähr 9676 QMeil. mit 296,788 Einw.; in Australien24,626 QM. mit 2,800,000 Einw. Die britische Insel istein Gebirgsland mit größtenteils gut bewässerten, frucht-baren Thälern, jedoch keineswegs reich mit vielartigenNaturprodukten ausgestattet. Ausgenommen vorzüglicheSteinkohlen, Zinn, Eisen, Kupfer und Graphit sind die üb-rigen die Erzeugnisse des Ackerbaus, der Viehzucht und einergroßartig ausgebildeten Industrie, welche theils im Inlandverbraucht, theils durch den über die ganze Erde ausgebrei-teten Welthandel ausgeführt und verwerthet werden. Ueberdie Geschichte des englischen Handels und der Industrie vgl.Hoffmann's Geschichte des Handels, S. 397 ff., 812 ff.Seit der frühesten Zeit des Mittelalters bis gegen die Mittedes 16. Jahrh, bestand die Ausfuhr Englands hauptsächlichin roher Wolle, die in den Niederlanden verarbeitet und alsTuch durch die hansischen Kaufleute wieder in England ein-geführt wurde. Dieses Verhältniß erbitterte die gedrücktenGewerbsleute in England immer mehr gegen die fremdenKaufleute, und so sah sich endlich die Königin Elisabeth, die1888 den Thron bestieg, veranlaßt, durch Beschränkung desHandels der Fremden in England das inländische Gewerbewe-sen zu schützen, das ohngeachtet großer Anstrengung nicht auf-kommen konnte. Ebenso litt durch die begünstigte Schifffahrtder Fremden das heimische Seewesen. Indessen neigte sichseit Elisabeth's Regierung das früher unbeschränkte Ucber-gewicht der fremden Kaufleute in England und unterlagendlich mit dem Ausgang des 16. Jahrhunderts nach einemhartnäckigen Kampf und Widerstand. Seitdem entwickeltesich ein kräftiges Leben in England. Das Volk gewannfortwährend an Kraft, und so ist England eine Weltmachtgeworden, deren Schiffe alle Meere durchkreuzen, und mitihnen die Erzeugnisse der heimischen Industrie in alle Länderder Erde bringen. Wie die Küsten der britischen Insel durchihre Buchten, Häfen und Vorgebirge mit Leuchtthürmenbesetzt den Verkehr zur See erleichtern, so befördern densel-ben im Lande die verzweigten Netze der Kanäle, Eisenbah-
nen und Straßen. In diesen Verhältnissen mußte sich na-türlich das britische Seewesen ebenso großartig .wie die In-dustrie und der Handelsverkehr gestalten. So besaß Groß-Britannien 1810:18,600 Fahrzeuge von 2,127,823 Tonnen,1812: 19,003 F. von 2,182,807 T.; Irland 1810:1126F.von 88,630 T., 1812: 1111 F. von 87,104 T.; in den Co-lonien und abhängigen Ländern 1810: 3977 F. von 239,869L., 1812: 3993 F. von 239,188 T.; im Beginn des Jahres1842 hatte England 17,089 Schiffe von 2,223,940 Tonnen;Schottland 3642 Sch. von 468,879 T.; Irland 2016 Sch.von 193,807 T.; die Kronbesitzungen Jersey, Gucrnsey undMan 714 Sch. von 48,773 T. Die Ausfuhr aus Großbri-tannien und Irland an heimischen Produkten und Manu-fakturwaaren, fremden Waaren und Colonialprodukten be-trug 1811: 77,392,036,1813: 73,723,602,1831:66,074,630,1841: 44,609,338, 1842:40,738,131, 1843 ohne Irland50,643,801 Pfd. St.; die Einfuhr nach Großbritannienund Irland 1811: 80,232,767, 1813:60,424,876, 1831:44,003,018, 1843 ohne Irland 32,330,609 Pfd. St. Ueberden Handel, die Erzeugung und Ausfuhr von Baumwoll-waaren, Garn und Baumwolle s. diese Art. Ausgeführtwurden aus dem Vereinigten Königreich an Leinenwaarcn1841: 90,321,761 Yards zu 3,200,467 und 147,088 Pfd.St., an Leinengarn 25,220,290 Psd. zu 972,466Pfd. St.;1842 von Leinenwaaren 69,232,682 Yards zu 2,217,373und 129,376 Pfd. St., Leinengarn 29,490,987 Pfund zu1,028,881 Pfd. St. Ein ebenfalls sehr wichtiger Ausfuhr-artikel ist Eisen und Stahl. Ausgeführt wurden davon1837: 194,292, 1841: 360,873 Tonnen im Werth von1837: 2,009,259, 1841: 2,877.278 Pfd. St. Davon er-hielten 1841 die nordamerik. Vereinigten-Staaten 79,186Tonnen zu 626,332 Pfd. St. ; Holland 36,246 T. zu220,824 Pfd. St., Belgien 1628 T. zu 21,488 Pfd. St.,Frankreich 19,099 T. zu 95,943 Pfd. St., Preußen 26,2l3T. zu 136,968 Pfd. St., Deutschland 23,794 T. zu 203,291Pfd. St. An Getreide, namentlich Weizen bedarf das ver-einigte Königreich für die menschliche Nahrung 13,000,000Quarters, an Roggen nebst Weizen eben soviel, Gerste6,000,000 Q., Bohnen rc. 600,000 Q., für Vieh an Hafer18,000,000 Q-, also insgesammt 84,600,000 Q.; aber ausfremden Ländern wurden durchschnittlich im Jahr in den 13Jahren bis mit 1842 nur eingeführt an Weizen 1,281,721 Q-,Gerste 187,911 Q., Hafer 280,098 Q., Roggen 21,620 Q.,Erbsen 72,388 Q., Bohnen 73,341 Q. Indessen ist dieEinfuhr an Getreide rc. keineswegs jedes Jahr so groß;z. B. war sie 1831:1,836,829 Q., und Mehl 1,636,089 Q-,aber 1838 nur an Getreide 42,628 Q., an Mehl 84,969 Q.,1842 wieder an Getreide 2,722,349 Q-, an Mehl 1,130,735Q-, je nach dem Ergebniß des inländischen Landbaus. ImJahr 1842 lieferten Rußland 288,087 Q., Dänemark89,683 Q., Preußen 739,617 Q., Deutschland 201,889 Q.,Frankreich 469,116 Q-, Italien 608,394 Q., die nordame-rikanischen Vereinigten-Staaten 16,111 Q., die britischnordamerik. Colonien 33,686 Q. Vcrgl. über die Einfuhrden Art. Getreidchandel. Eben so führt Englandrohe Wolle für seine Manufakturen ein, z. B. 1833:42,174,832, 1839: 87,379,923, 1842: 48,881,639 Pfd.,und 1842 insbesondere aus Rußland 4,368,834, aus Deutsch-land 18,613,269, aus dem britischen Ostindien 4,246,083,
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