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Zweiter Band. H - Z.
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Irland

Ipecacuanha

ri um buch. Der Holle lle Lommorce schreibt dessen Füh-rang ausdrücklich vor und bestimmt deshalb überhaupt inIllr. I. IN. 2. Art. 9. „Er (jeder Kaufmann) ist verbun-den, jährlich ein mit seiner Privatunterschrift zu versehen-des Inventarium seiner beweglichen und unbeweglichenGüter, wie auch seiner Activ - und Passivschulden, aufzu-nehmen, und dasselbe, Jahr für Jahr, in ein dazu bestimm-tes Buch einzutragen." Art. 10. „Das Journal und dasBuch, welches das Inventarium enthält, müssen paraphirtund jährlich einmal visitirt werden."

Ipecacuanha (ein brasilianischer Name), Brcch-,Spei- oder Ruhrwurzel (lateinisch liullix Ipecaccumlwe).Bon dieser sehr wichtigen Droguc kommen mehrere Sortenin den Handel. Im Jahr 1048 wurde die Brechwurzel zu-erst bekannt; 1680 verkaufte man sie in Paris, und vomJahr 1686 an wandte man sie in der Arzneikunde schon häu-figer an. Im Jahr 1690 erkaufte Ludwig XIV. dieselbe voneinem französischen Kaufmann, Namens Grenier, als Ge-heimmittcl, und ließ damit Versuche im llüwl vier, machen.Aber erst im Jahr 1801 wurde durch Brotero die Mutter-pflanze bekannt. Die eigentliche, ächte Brechwurzel ist diegeringelte Ipecacuanha, Ipecoc. annulata. Sie stammtvon der brechenerregendcn Kopfbeere, Opbaelis Ipeoacuanba>V., einer, an schattigen, feuchten Stellen, in Wäldern undThälern Brasiliens, zwischen dem 8. und 20.° südl. Breiteund auf den Bergen von Sän Lucan in Neu-Granada, auchrn Mejico wachsenden, halb strauchartigen Pflanze. Dadie Pflanze im Januar und Februar blüht und auch in die-sen Monaten die Wurzel von den Jndiern eingesammeltwird, und weil die Früchte erst im Mai reifen, so vermindertste sich mit jedem Jahr. Die Wurzeln schneidet man ab,bindet sie, bald in Wasser gereinigt, bald auch mit der nochanhängenden Erde, in Bündel von verschiedener Größe,und trocknet sie an der Sonne. Sonst erhielt man dieBrechwurzel durch die Portugiesen, jetzt aber kommt sie vor-züglich durch die Engländer in den europäischen Handel.Won der ächten Brechwurzel kommen folgende drei Abartenam Handel vor: 1) braune, Ipecacuanha nigra oder kusea ;2) röthlich-graue, lpcc. ann. griseo-rubens oder 8>>sea;Z) w e i ß l ich - g r a u e, Ipoc. ann. xrisoo-illba oder cinerea.Die beiden ersteren kommen unter einander gemengt, diedritte allein, aber selten vor. Die Verschiedenheit rührtvom Boden, der Jahreszeit und der Art der EinsammlungHer. Die hin - und hergcbogene, stark höckerig geringelteWurzel ist mit einem Wurzelfaden versehen, an dem die.'Rinde in ringförmigen Erhabenheiten paternosterähnlichsitzt. Sie ist strohhalm- bis gänsefederkieldick, wird gegenden Stengel zu dünner, hart, innen weiß oder graulich,hornartig durchscheinend und oft von dem Wurzelfaden ge-trennt; der Geruch dumpfig, beim Stoßen unangenehm,während der Staub zum Niesen reizt; der Geschmack ekel-haft bitter. Die erste ist am stärksten, die letzte am wenig-sten geringelt. — Außer dieser ächten kommen noch andereBrechwurzeln in den Handel, namentlich folgende: 1) we l-lenförmige oder spanische Brechwurzel, Hall. Ip.unllulaiae; ?oa;a allw der Brasilianer; stammt von der lii-cbarllsonia scabra (drasilleiwis) ; sie ist 6 bis 8 Zoll lang,wird gegen den Stengel zu dünner, und hat keine hervorra-genden Erhabenheiten. Die Farbe ist grau oder bräunlich-

grau. Die Wurzel ist nie hornartig durchscheinend; die äu-ßere Wurzelschicht ist mehliger, weiß und an der Rinde beivielen Wurzeln mit einem blaßröthlichen Ringe versehen;der Geruch schwach; der Geschmack blos reizend, aber nichtbitter. Diese Wurzel war vor etwa 20 Jahren allgemeinerim Handel als die ächte; jetzt kommt sie seltener vor.2) Weiße oder holzige Brechwurzel, liaüix Ipoc.awae, die Wurzel der auf Martinique, in Cayenne, Cumana,Mejico und Süd-Brasilien einheimische» Brechviole,.lomllmm Ipecacuanha Vent. oder Viola Ipecacuanha b.,kommt nur wenig in den europäischen Handel; hat einenstarken, gedrehte» Kern, ist außen grau und gestreift, innenblaßgclb, geruchlos, mit einem scharfen, nicht bittern Ge-schmack. 8) Schwarze oder gestreifte Brechwur-zel, Hall. Ipoc. slriala, kommt von der ebenfalls in Brasi-lien, Mejico rc. wachsenden ?8;cbo>ria emeoca; ist 1 bis 4Zoll lang, hart und holzig, scderkieldick, ohne Ringe, abermit Längcnstreifen, außen schwarzbraun, inwendig gelblich-weiß, und angefeuchtet dunkelbraun, riecht dumpfig undschmeckt etwas ekelhaft reizend. — Der Gebrauch derhier angeführten Brechwurzeln beschränkt sich auf die Arz-neikunde. Ihren wirksamen Bestandtheil hat man in neue-rer Zeit auch für sich allein dargestellt undEmetin (Brech-stoff) genannt, der jedoch nicht i» den Handel kommt. Dirächte Ipecacuanha enthält ohngefähr 33 Proc. dieses Stof-fes; die andern Arte» nur etwa 8 bis 10 Proc. Die Wur-zel wird in Pulverform gebraucht. Marti us hat in sei-ner Pharmacognosie des Pflanzenreichs S. 47 eine sehr in-teressante Zusammenstellung aller (gegen 200) bis jetzt inihrer Wirkung der Ipecacuanha ziemlich nahe kommendenPflanzen gegeben, woraus hervorgeht, daß jedes Land seineeigenen Brechwurzeln hat, von denen auch viele seit langerZeit angewandt werden. Uebrigens wird die Ipecacuanhahäufig mit Farrenkrautwurzeln verfälscht.

Hauptstadt der Grafschaft Suffolk inEngland, oberhalb der Mündung des Orwell, mit 22,000 E.,Hafen, Wollspinnerei, Seilerei, Schiffbau, Schifffahrt, Han-del mit Steinkohlen, Getreide, Malz.

IrkutSk, Hauptstadt der gleichnam. Statthalterschaftin Sibirien, W. am Baikal-See, befestigt, mit gegen 20,000Einw., einem Gemisch aller Nationen, welche meist Verwie-sene sind, die die gewöhnlichen Handwerke, ansehnlichenHandel und Gerberei treiben; Spiegelfabrik; Comtor undgroße Magazine der russisch-amerikanischen Compagnie;Entrepot für den Handel zwischen Rußland und China.

Irland, große Insel im nordwestl. Europa, W. beiEngland und Schottland, davon durch das irische Mcer,undden Nord-Kanal geschieden, im atlant. Ozean; 32,201 Q.M.mit 9 Millionen Einw. Sie erstreckt sich von NNO. ge-gen SSW. zwischen dem Cap Clear und Cap Malin, undhat in ihrer sehr zerrissenen Küste viele Caps, Buchten,Baien, Rheden, Häfen und Ankerplätze. Einige der vor-züglicheren Häfen und Rheden sind die von Bantroy, Bel-fast, Carlingford, Cork, Dingle, Sligo, Switch u. a. DasLand ist gebirgig im S. u. N., und im Innern zwar sumpfig,aber doch von Höhcnketten durchzogen. Die bedeutendste»Flüsse sind der Shannon, Arrow, Foyle, Slaney w.; diebedeut, Seen der Erne, durch Kanäle mit dem Nord-Kanal