Livre
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Lloyd
bezüglichen Qualitäten; Theer in Fässern; Wacholderbee-ren in Ballen von sechs Stari; Bleiweiß in Kisten; ameri-kanisches Mehl in Tonnen; Oel in ganzen und halben Krä-gen (Coppi); gesalzene Sardellen in Tönnchcn; sardinischePasteten in Terrinen, in Tönnchen verpackt; Foria- undJschia-Wein in neapolitanischen Gebinden, Malaga-Weinin Arroben, Marsalla-Wein in Fässern von 112 Gallons,Portwein in portugiesischen Gebinden, spanische Weine inspanischen Pipen.
Nach dem Sack: Getreide jeder Art und Leinsamen.— Dabei ist verstanden, daß nur 8 Procent Tara auf dasGetreide vergütet werden, wo eine solche bisher gebräuch-lich war.
Nach dem llarilo von festgesetztem Inhalt: Brannt-wein, der Barile zu 120 Pfund (I-ibbre) an Gewicht gerech-net; — Oel, der Barile 88 Pfund an Gewicht haltend; —Wein in Barile von 133'/, Pfund Gewichtsinhalt; Spiri-tus und Rum, den Barile zu 120 Pfund an Gcwichtsinhalt.Der corsikanische Wein wurde bisher in corsikanischen Ge-binden zu 428 franz. Liter verhandelt und im Einzelnennach dem Liter verkauft, welches Maaß in Loscana unbe-kannt und daher ungesetzlich ist; künftighin wird er nachBarili zu 133>/z Pfd. Gewichtsinhalt verkauft, wie alleandern Weine, welche im Einzelnen verkauft werden. Manmuß bemerken, daß die 423 Liter der corsikanischen Pipegenau übereinstimmen mit O'/i Barili zu 133>/z Pfund Ge-wichtsinhalt. Beim Rum ist es ebenso, indem dieser bishernach Gallons, einem fremden und also ungesetzlichen Maaße,verkauft wurde. Vom Rum bilden 11 Gallons des altenMaaßes im Kleinhandel den Barile von 120 Pfund Ge-wichtsinhalt; da aber beim Rum das Gewicht nach demGradeseiner Stärke verschieden ist, so kann, obgleich alsBasis der Barile zu 120 Pfd. Gewichtsinhalt angenommenworden ist, derselbe nicht immer dieses Gewicht geben. —Nach dem Barile werden ferner verkauft: Faßdauben undRohr.
Manufakturwaaren nach der Lonna: Dieje-nigen Manufakturwaaren, welche bisher nach der Cannaverkauft wurden, werden es auch ferner, sind aber ohneUnterschied in effectiven Lire ohne Disconto, undnicht mehr in Pezze und Lire mit 4 Proc. Disconto (wiefrüher), zahlbar.
Livre (Pfund). 1) Ein altes französisches Gewicht;t. Paris. Man nennt auch das Kilogramm I-üro molriquo,metrisches Pfund.— 2) Sckweizer-Livre, Schwei-zer-Frank, eine Rechnungsmünze in mehreren Schwei-zer-Kantonen ; s. Basel, Bern, Lausanne und Neuf-chatel.— 3) Die Einheit der vormaligen französischenMünzrechnung. — 4) Livre nennt man in Belgienzuweilen den holländ. Gulden. — 8) Livre Sterling,Pfund Sterl., engl. Rechnungsmünze.
Lloyd's. So nennt man die große kaufmännischeGesellschaft, welche im Subscriptionszimmer der königl.Börse in London ihren Sitz hat, wo sich zu gewissen Zeitendes Tages Kaufleute, Assecuratöre, Rheder, Mäkler :c.versammeln und vorzüglich ihre Rhederei- und Assecuranz-geschäfte besorgen. Der Name der Gesellschaft und ihresVersammlungsortes rührt von dem ehemaligen Besitzer eines
londoner Kaffeehauses, Namens Lloyd, her, in dessen Lo-kale in früheren Zeiten die Assecuratörs zusammenkamen.— Lloydsliste, die allwöchentlich im Druck erscheinendeListe, welche die Wechsel-, Geld- und Fonds-Curse, so wiedie Marine-Liste, d. i. das specielle Verzeichniß der ange-kommenen und abgehenden Schiffe, der Schiffbrüche undStrandungsfälle und andere Schiffsanzeigen enthält.Eine nach dem Muster dieser londoner eingerichtete deutscheGesellschaft besteht in Trieft unter dem Namen lllozcl 4u-
striocv.
1) Das englische Lloyd theilt sich in zwei großeSectionen, deren eine öffentlich und zur Benutzung einesjeden ist, während die andere einen abgeschlossenen Vereinbildet, welcher unter der Leitung eines Committe steht, dasdie Befugniß hat, neue Mitglieder aufzunehmen, wenn die-selben durch sechs alte Mitglieder vorgeschlagen werden. DieTheilnehmer dieser letzter» Scction haben einen gemein-schaftlichen Fond, welcher für die gemeinschaftlichen Ausga-ben des Instituts verwendet wird. In allen irgend bedeu-tenden Seeplätzen hat die Gesellschaft Agenten angestellt,welche über alle Ereignisse und Veränderungen in Handel,Seewesen und Politik ausführlichen Bericht erstatten, wo-durch die Anstalt im Besitze der wichtigsten Nachrichten ist/welche sie, namentlich was das Assecuranzwesen betrifft, inihrer täglich erscheinenden Zeitung „lllozä's list" ver-öffentlicht. Das Gesellschafts-Local ist mit einer Mengevon Schiffslisten, Zeitungen, Karten, Büchern rc. versehen/welche von Morgens 10 bis Abends 8 Uhr zur Benutzungder Mitglieder ausgelegt sind. Ein besonderes Zimmer ent-hält ein Buch über die speziellen Schiffsnachrichtc» zuröffentlichen Kenntnißnahme. Für die einzelnen Assecura-döre sind viele besondere Bureau-Stuben eingerichtet. DieAssecuradöre des Lloyd unterzeichnen die Affecuranzen jederin seinem eigenen Namen, aber die Auseinandersetzungender Havereien geschehen gemeinschaftlich und durch Bermitt-lung der durch das Gesellschafts-Committo gewählten Per-sonen. Bei dem im Jahr 1837 stattgehabten großen Brandeder königlichen Börse ist auch das Lloyd's-Lokal zerstörtworden.
2) Das österreichische Lloyd wurde 1833 von dentriester Seeversicherungs-Gcscllschaftcn gegründet. Durchfestgesetzte Beiträge dieser Gesellschaften und anderer Mit-glieder erhielt sie die Mittel, durch eigene Agenten, durchdie besten Zeitungen, Flugschriften und Bücher, und durchselbstgeführte Register die genauesten Nachrichten über denHandel und die Schifffahrt der vornehmsten Seeplätze inEuropa, der Levante rc. zu sammeln, und solche den Mit-gliedern des Vereins in einem angemessenen Geschäftslokalczur Einsicht vorzulegen. Seit 1. Januar 1833 benutztdas Lloyd diese Materialien auch zur Herausgabe eines Zci-tungsblattes unter dem Titel: (Hornole äi lllozä ousmoco,abgekürzt als deutsches Blatt: „Journal des österreichischenLloyd," das am Dienstag jeder Woche erscheint und allesenthält, was unmittelbar den Handel des Platzes Trieft be-trifft, nämlich: die Preise der Hauptartikel, Seeversicde-rungs - Prämien, Wechselcurse, See - und LandfrachtcN/Ein - und Ausfuhr der Hauptartikel, die geschehenen Ver-käufe, Berichte über den Stand des dortigen Marktes undUebersicht der Waarenvorräthe. Außerdem hat sie das