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Zweiter Band. H - Z.
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London

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Lootsen

und auf Verlangen legitimeren zu können. Wer sich erlaubt,Maklergeschäfte zu treiben, ohne die gesetzliche Befugniß da-?u, hat eine Strafe von 100 Pfd. Stcrl. zu entrichten.

Die Curtage oder Maklergebühr (lirokeraxe) imStaatspapierhandcl beträgt bei den englischen Stocks '/gProcent oder 2^/2 Schillinge auf 100 Pfd. Sterl.; bei klx-rko^uer Keils (Schatzkammcrfchcincn) und den Inch-l llunäsdur '/z» Proc. oder '/z Promille, nämlich 1 Schilt, auf 100Pfd. Sterl.; bei den amerikanischen Papieren 3 Proc.; beiden übrigen fremden Staatspapieren, deren Zinsen richtigbezahlt werden, berechnet man sie mit '/, Proc. des wirkli-chen Kaufbctrages.

Platzgebräuche.

Dem Käufer werden 14 Tage gestattet, die Waaren inEmpfang zu nehmen. Curtage wird in der Regel nuri» Auctionen und zwar mit >/? Proc. vom Käufer bezahlt,der außerdem noch 1 Proc. für Garantie rc. zahlen muß.Für die von der ostindischen Compagnie gekauften Stück-güter zahlt der Käufer '/, bis '/- Proc.; dagegen für Stück-güter der Privatkäufe zahlt der Verkäufer '/- Proc. Cur-d»ge, wenn man es nicht ausdrücklich anders bestimmt hat.Bei Commissions-Käusen und Verkäufen zahlt der Auftrag-geber >/» bis >/2 Proc. Curtage. Für Taxation von Stück-gütern erhält der Mäkler '/, Proc. Gebühr.

Die Commissionsgebühr wird dem Auslande aufWaaren, von denen der Stückzoll erstattet wird, mit 1'/? bis2 Proc., auf verbotene Waaren mit 1 bis 1^/2 Proc., aufvstindische in England bedruckte Zeuge mit 2 bis 2'/? Proc.berechnet.

Die meisten eingeführten europäischen Waaren werdengewöhnlich auf 4 Monate Zeit oder gegen baar mit 2'^Proc. Disconto, Wolle indessen gewöhnlich auf 8 MonateZeit mit 8 Proc. Disconto, Flachs, Hanf auf 0 Monate Zeit°der mit 33 /, Proc. Disconto, Eisen, Talg, Potasche,Schweinsborsten auf 6 Monate Zeit oder mit 2>/2 ProcentDisconto, Kleesaat, Leinsaat, Rappsaat, Zink aber ohneDisconto, Rosinen auf 2 Monate Zeit oder mit 1 ProcentDisconto verkauft. — Die Erzeugnisse der englisch-westin-dischen Colonien, Zucker ausgenommen, werden gewöhnlichgegen baar mit 1 Proc. Disconto, Zucker von den englischen^"seln frei am Bord auf 2 Monate Zeit, Rum frei am Bord'dit 2 Proc. Disconto, Piment am Lande mit 1 ProcentDisconto; die Produkte aus nicht englischen Besitzungen inAmerika auf 6 Monate Zeit oder bei einer Zahlungsfrist von^ Wochen mit 2>/z Proc. Disconto verkauft. Bei den letzt-gezeichneten Produkten ist der Gebrauch anders, nämlichBaumwolle wird bei 4 Wochen Kredit mit 1 Proc. Disconto,^rolina-Reis mit 14 Tagen Zahlungsfrist und 1 ProcentDiskonts, Tabak bei 2 Monaten Kredit mit 2 Proc. Dis-e°Nto, aber Maryland-Tabak nur mit 1 Proc. Disconto,"^d Rum wie aus den englischen Besitzungen, südamerika-discher Salpeter ohne Disconto verkauft. Raffinirtcr Zucker^ird gewöhnlich auf 4 Monate Zeit gegen Accept oder gegenüar mit 2 bis 2>/2 Proc. Disconto, Blech und englisches^r>n mit 3 Proccnt Disconto verkauft. — Die ostindischeCompagnie gestattet für ihre Waaren keinen Disconto, aberMonate lang kostenfreie Lagerung, gegen eine sogleich ge-astete Deposito-Zahlung von ohngefähr >/o, also 20 Procent

des Werthes, wo dann das Uebrigc bei dem Empfang oderder Verschiffung der Waare gezahlt werden muß.

Tara und Kulzemicht werden bei den von der ostindischenCompagnie verkauften Waaren vor jeder Auction bestimmt.Tabak und der in Auctivnen verkaufte Kasse, letzterer, wenner nicht über 1 Jahr gelagert hat, werden nach dem Lan-dungsgewicht verkauft, oder ein nochmaliges Wägen bedun-gen. Vgl. llamkist, Art. llonelon.

Hauptstadt der glcichnam. Graf-schaft in Irland, Prov. Ulster, unweit der Mündung desFoylc in den Lough-Foyle, mit 20,000 Einw., tiefem undsicherem Hafen, Leinewebcrei, Bleichen, großer Lcinwandhalle,Gerbereien, Lachs-, Hering - und Stocksischfang, lebhaftemHandel und einer Börse!c.

Londres und Londrins heißen leichte, wenig ge-walkte Wollentücher, die in der Levante sehr gesucht sind,wo man sie zur Herbst- und Frühjahrskleidung braucht;auch in Südeuropa und Amerika finden sie Absatz. Siewerden in Frankreich zu Montpellier, Toulouse, Clermont,Carcasonne, St. Pons rc. gemacht. Anfänglich verfertigteman sie in England für den levantischen Handel; doch ge-lang es bald den französischen Manufakturen, durch bessereQualität und geringere Preise die englische Waare vomtürkischen Markt zu verdrängen. Auch in den Niederlandenund in Deutschland (Böhmen und Mähren) werden geringeSorten Londrins gemacht.

Hauptstadt des Deport.Jura in Frankreich, an der Balliere, mit 8800 Einw.;Präfektur, Primärschule, Lehranstalt für Physik und Erpe-rimental-Chemic, Mechanik, Ackerbau, Anatomie rücksichtlichder Zeichnen- und Bildhauerkunst, Zeichnen, Bildhauereiund Baukunst, ein Civil- und ein Handels-Tribunal, Ger-bereien, Färbereien, Messerschmieden, Fabriken für Acker-bauwerkzeugc, Maschinen, Gewehre, Fayence, Eisengie-ßerei >c.

Lood (Loth), niederländ. Gewicht.

i?oof, Fruchtmaaß in Liefland, Kurland, Esthland.

Lovfftclle, ein Feldmaaß in Liefland -c.

Looö lialten, bedeutet in der Schifffahrts-Termino-logie: das Schiff mittelst Pumpen von dem eindringendenWasser frei halten.

Lootse», Lootsengeld. — Lootsen, französischIllloles; engl. l'ilois; holländ. lloolsen; italienisch Liloli,heißen diejenigen Steuermänner, deren Bestimmung es ist,von irgend einem Seeplatz aus an Bord eines Schiffes ge-nommen zu werden, um dasselbe einen Fluß hinauf oderhinunter, durch eine Meerenge, durch dir Rhede in einenHafen hinein oder aus demselben hinaus zu steuern, um esan den gefährlichen Stellen vorüber zu leiten, weil derSteuermann des Fahrzeuges die fragliche Meeres- oderFlußgegcnd nicht genau kennt, oder weil es wegen Untiefen,Klippen u. dcrgl. besondere Schwierigkeiten hat, denselbenohne Hülfe eines sehr genau mit allen ihren einzelnen Stel-len Vertrauten zu beschissen. Der Lootscndicnst erheischt da-her Leute von vieler Erfahrung und einer ganz speziellenKenntniß der durch sie befahrenen Gewässer. An allenOrten, die es nöthig machen und sich dazu eignen, be-