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Zweiter Band. H - Z.
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Lootsm-Fahrwasscr

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Loth

finden sich solche Lootsen, die beinahe überall erst eine beson-dere Prüfung bestehen müssen, ehe ihnen dieser schwierigeDienst anvertraut wird. Sobald ein Schiff einem solchenHafen nahe ist, um einzusegeln, muß es einen Lootsen anBord nehmen, der dann für die Führung des Schiffes ver-antwortlich ist, dessen Commando aber deshalb auch derSchiffer wie die übrige Besatzung Folge leisten müssen, bisdas Schiff an Ort und Stelle gelangt ist. Man unterscheidetRevierlootsen, Kanallootsen, Seelootsen. Selten verstehtman unter Lootsen auch diejenigen Schiffsofsiziere, welchezu einer einzelnen Reise eines Schiffes besonders angenom-men sind, um das Steuerruder zu führen und den Lauf desFahrzeuges zu beaufsichtigen und zu regeln. — Ein Schiffeinlootsen heißt, es in den Hafen hinein, auslootsen,es aus dem Hafen hinaus steuern. — Die Gebühren, welcheden Lootsen für ihre Dienstleistungen nach den bestimmtenSätzen des bezüglichen Hafens bezahlt werden, heißenLootsengeld, franz. I-amonogo , Lilolaxe; engl. IllloUixe;Holland, Lilowxie; ital. Lilologgio. — Ueber die Anstellung,Beaufsichtigung, die Dienste und Pflichten, so wie die Be-lohnungen und Gebühren dieser Seeleute existircn in denmeisten schifffahrttreibenden Ländern besondere Gesetze, inEngland das sehr ausgedehnte Gesetz 6, Georg IV., C. 123.

Lootsen-Fahrwasser, diejenige Meeresstrccke, aufwelcher der ihrer nicht Kundige nicht ohne Gefahr segelnkann, sich daher für dieselbe eines Lootsen bedienen muß.

Lop, Lopf, ein Garnmaaß in Bremen und Braun-schweig.

Lorbeeren, franz. voies vu grames cle laurier; engl.Lax-berries ; ital. Loccole ä'alloro, Ordaccdc, sind die läng-lichrunden, etwa kirschgroßen Früchte des in Südeuropawachsenden Lorbeerbaums, I.aurus iwbllis U. Frisch sind sievon schwärzlich-blauer, getrocknet von dunkelbrauner Farbe.Unter der dünnen, zerbrechlichen Schale befindet sich eingelblichbrauner öliger Kern, den man sehr leicht in zweiSamenlappen theilen kann. Der Geruch ist gewürzhaft,der Geschmack bitter aromatisch. Gebrauch: Zur Ge-winnung des Lorbeeröls (s. d. Art.) als Arzneimittel undauch als Gewürz. Man bezieht die Lorbeeren besondersaus Italien in Säcken von 100 bis 130 Pfd.; auch Frank-reich und Spanien liefern sie in den Handel.

Lorbeerblätter, franz. keuillcs cle laurior; engl.loaves ; ital. ?ox!ie ä'olloro , sind die 4 bis 3 Zoll langen,dunkelgrünen, lederartigen, glänzenden Blätter des Lorbeer-,baums, welche getrocknet in den Handel kommen. Sie habeneinen eigenthümlichen, angenehmen, gewürzhaften Geruchund einen scharf aromatischen, kamphcrartigen Geschmack.Mit der Zeit werden sie gelblich oder bräunlich und verlierenviel von ihrem Geruch, der von einer geringen Menge äthe-rischen Oeles herrührt. Oft sind ihnen Stengel beigemengt.Gebrauch: Als Gewürz unter Speisen, Essig rc.; inItalien verwendet man sie auch zum Einpacken von Früchtenund Süßholzsaft. Die Verpackung geschieht in Ballen vonverschiedener Größe. Nach Deutschland kommen sehr vielLorbeerblätter aus Süd-Tyrol, den Gegenden am Garda-See,Spanien und dem südlichen Frankreich.

Lorbeeröl, Looröl, Lorbeerbutter, franz. iluileäo Isurior; engl, La^-oil; ital. Olio laurino, wird in den

Gegenden, wo Lorbeerbäume wachsen, aus den Lorbeeren dc

gepreßt oder daraus gekocht, nachdem man sie vorher zer- >8

quetscht hat. So wie es in den Handel kommt, hat es eine ^

fettige, butterartigeSubstanz von körnigem Ansehn, und hat N

anfangs eine gelbgrünliche, nach und nach Heller werdende iß

Farbe und einen ätherischen, bitterlichen Geschmack. Durch dc

die Wärme der Hand schmilzt es, in Alkohol löst es sich nur w

zum Theil, in Aether aber gänzlich auf. Man macht es in

nicht selten dadurch künstlich nach, daß man Butter oder »c

Schweineschmalz mit Lorbeeren kocht und etwas Lorbeeröl S

zusetzt, um den eigenthümlichen Geruch hervorzubringen. ist

Des körnigen Ansehns wegen schmelzt man Hammeltalg C

darunter, und die grüne Farbe erzeugt man durch Curcum» S

und Jndigauflösung. Das mit Schweinefett verfälschteLorbeeröl ist nicht körnig und giebt mit Aether eine trübeAuflösung. Ein Pfund Lorbeeren soll ohngefähr 3 Loth Oel Sgeben. Gebrauch: In der Arzneikunde und unter einige jyParfümcrien. Das beste Lorbeeröl erhält man aus Italien, s.weniger gut ist das aus Frankreich, Spanien und Portugal-Das aus Venedig und vom Garda-See kommende ist ge- de

wöhnlich in Fässern von 400 Pfund, von denen 16 Procent ^

Tara gerechnet werden. H

I-,»iStadt in Spanien, Gcneral-Capitanat Va- delencia, mit 40,000 Einw., in einer an Getreide und Oelreichen Gegend, mit Fabriken für grobes Tuch, Papier undTöpferwaaren. V

Festung und Hauptstadt des glcichnaM- D

Arrond. in Frankreich, Deport. Morbihan, am atlantischen l>eOzean, wo der Scorf und Bluvet münden, mit 24,000 Ew-, lneinem großen und sicheren Hafen, umgeben von schönen Ge- »rbäuden und schönen Quais, wo die größten Schiffe aus-und einladen können, und davor noch eine schöne Rhede, <8

auf der Flotten und Escadre» sicher ankern können; Unter- schPräfektur, See-Präfektur, Hauptschiffswerftc für Frank-reich, Arsenal, ein See-, ein Civil- und ein Handels-Tribu- sä

nal, Generalrath für Handel, Handelskammer, Börse, eineArtillerie- und eine See-Gönieschulc, Dampfmaschincnbau- F,

Werkstätte, Metallgießerei, Eisenhammer, hydraulische eh

Pressen zur Eisenprobe, schöner SignaUhurm, großartige stxMagazine, große Cisterne, großes, 800 Metres langes ^Ererzierhaus für die See-Artillerie, Waaren-Entrepot, ^Assekuranzen, Douane, Lederfabrik, Bankhäuser !c., Handel ^mit Wachs, Honig, Butter, Branntwein, bedeutender Fangvon Sardellen, von denen hier jährlich im Durchschnitt ^180,000 Fäßchen versendet werden. ^

Löschen, Lössen, heißt: ein Schiff ausladen, die Gii- Pter aus einem Schiff ans Land bringen, daher: Löschungs- Tort, Löschungsplatz, der Ort, wo die Waaren aus den> TSchiff ausgeladen werden; auch: der Hafen, wohin ei»Fahrzeug bestimmt ist, wo es löscht. w

Loth. 1) Ein Gewicht im gewöhnlichen Vcrkclff Ulund im Handel in Deutschland und mehreren Nachbarlä»- Bder», in der Regel der 32ste Theil des Pfundes (Handels- Hpfundes); doch giebt es hiervon Ausnahmen, und es hell 3)z. B. das in Zürich allgemein übliche schwere oder Krämer- stLPfund 36 Loth. Das Loth wird gewöhnlich in 4 Quentchen- täQuent, Quint oder Quintlein eingetheilt, und 2 Loth machen Deine Unze aus. Natürlich ist die Schwere des Lothes in