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Zweiter Band. H - Z.
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206
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Ludwigsstadt — 206 — Luiiel

Ludwigsstadt, Stadt in Baiern, Ober-Franken,mit 900 Einw., Sitz des Landgerichts, Schieferbruch; lie-fert Schiefertafeln, Eisen- und Stahlwaaren, Strümpfe,Saffian, Töpferwaaren, hat Jahr - und Viehmärkte.

Lufseite, Luvseite, diejenige Seite oder Hälftedes Schiffes, welche dem Winde ausgesetzt ist (von Lufoder Luv, welches überhaupt die Gegend, woher der Windkommt, bedeutet), im Gegensatze derLeeseite.

Liiixl»»«, Stadt und einer der drei Hauptorte, aberder beträchtlichste Ort im schweizer Kanton Tessin, deutschLauis genannt, nördlich an einer Bucht des Luganer-Sees,mit 4800 Einw., schön und regelmäßig gebaut, umgebenvon Landhäusern zwischen Maulbeer-, Oel-, Mandel-,Kastanien- und Orangenbäumen. Die Stadt hat einenansehnlichen Handelsverkehr, Spedition, Eisen- und Ku-pferhammer, Fabriken in Tuch, Tabak, Papier und Pul-ver, treibt Fischfang, liefert vorzügliche Seide und hat wich-tige Viehmärkte. Die Messe, zu Anfang des Oktober, warsonst stark besucht.

Münzen, Maaße und Seimchte, s. im Artikel Tessin.— Im Wechsel richtet man sich nach Mailand.

Lulea, Stadt in Schweden, Pitea-Län in Nor-Botten, auf einer Halbinsel, an der Mündung des gleich-namigen Flusses in den bottnischcn Meerbusen, mit 1280 Erv.,Hafen und Handel; baut nur etwas Getreide nebst Kartof-feln, hat einiges Rindvieh, Schafe, Ziegen und Pferde.

Lumpen, Hadern, franz. Mülles; Müllons; Dril-les ; engl. llaxs, OI«> kaxs; ital. Slracej, Lenci, sind dieUcberreste abgetragener Wäsche und Kleidungsstücke, so wiedie Abfälle bei der Fertigung neuer Wäsche und Kleidung.Beide sind das Material zur Darstellung des Papieres undbilden einen sehr bedeutenden Handelsartikel. Außerdemnimmt man dazu alte Stricke, Seile, Taue, sofern sie reinund nicht getheert sind, alte Sack- u. Packlcinwand, überhauptalle leinene, baumwollene, wollene und seidene Abgänge, groboder fein, gebleicht oder ungebleicht, alt oder neu, alles wiees sich zusammenbringen läßt. Danach unterscheidet mandie Lumpen und sortirt sie nach ihrem verschiedenen Stoff,ihrer Feinheit und Farbe. Es giebt Fabriken, in denen 30bis 40 Sorten gemacht werden, je nach den verschiedenenPapierssrten, die daraus gemacht werden sollen; in anderenbegnügt man sich mit bei weitem weniger Sorten, etwa7 bis 18 Sorten, diemanPost-, Concept-, Adler-,Kanzleihadern rc. nennt. In manchen Ländern (z. B.in Frankreich) ist die Ausfuhr von Lumpen gänzlich verbo-ten. Aus Deutschland gehen große Quantitäten über dieHanse - und Rheinstädte nach England und Holland. Diewollenen Lumpen benutzt man (namentlich in England) zumDüngen. Zum Papier nimmt man meist nur leinene undhänfene.

Lund, Stadt in Schweden, im Malmö-Län, mit8300 Einw.; Bischofsitz, Universität, Gerberei, Tabakfa-briken, Handel.

Lüneburg, Hauptstadt des gleichnamigen Fürsten-thums und der gleichnamigen Landdrostei in Hannover, ander Ilmenau, mit 14,800 Ew., Sitz der Landdrostei u. Zoll-direktion, Speditionshandel, Baumwoll- und Leincwebcrci,

Linnenlegge, Kaufhaus, seit 1839 zwei Messen. Dabeidas wichtige Salzwerk Sülze, dessen Quellen zu den stärk-sten und reichsten gehören; sie geben jährlich 160,000 Cent-ner Salz und werden auch zu Soolbädern benutzt. IMKalkberge, einem steilen Felsen unmittelbar an der Stadt,bricht man Gips und findet man Boracit. Schifffahrt aufder Ilmenau und Elbe; Handel mit Bricken. Die Oster-messe wird jedes Mal am Montage nach dem SonntageLätare, die Michaelismesse aber am 13, September,und wenn dies ein Sonntag sein sollte, am nächstfolgendenLage eröffnet. Die Ostermesse wird jedesmal mit demEintritt der Charwoche, die Michaelismesse aber 8Tage nach Michaelis geschlossen. Mithin dauert die erstere14 Tage, die letztere aber 3 Wochen. Die erste Woche injeder Messe ist ausschließlich für den Großhandel be-stimmt, so daß erst nach dem Ablauf derselben der Detail-verkauf gestattet ist. Der Ledcrhandel, die sogenannteLedermesse, nimmt sowohl in der Ostermesse, als in derMichaelismesse, stets erst eine volle Woche nach Eröffnungder Messe seinen Anfang. — Die bisher zu Ostern und Mi-chaelis in der Stadt gehaltenen beiden Jahrmärkte findennicht mehr statt.j

Nechnung, Münzen, neue Maaße und Semichke wie inHannover.

Wechselangelegenheiten wie Braunschweigund Leipzig. — Das Wechselrecht ist das hannö-v ersehe.

Die alten lüneburger Maaße waren bis EndeJuni 1837 im Gebrauch, und mit Ausnahme des Getrei-maaßes und des Handelsgewichts, den alten derStadt Hannover gleich. Jene aber waren:

Gelreidemaaß. Der Mispel hatte 20 Scheffel zu2 Himten ü 4 Spint. Der Himten aber hatte die-selbe Größe wie der frühere hannöversche.

ßandclsgeniichl. Das Schiffpfund hatte 20 Lies-pfund L 16 Pfund, oder 320 Pfund zu 32 Loth a 4 Qent-chcn. Das Pfund war — 489,069 franz. Gramm oder10178,3 holl. As, — 1,04866 neuen hannöv. Pfd. Mit-hin war das Liespfund —7,828 Kilogramm,dasSchiff-pfund — 186,802 Kilogramm. — Amtlichen Angabengemäß sind:

28 Hamburger Pfund --- 24 Pfd. 28Loth —Quentch. i Z'28 braunschweiger- - 23 - 26 - 3 - / ^>

23 leipziger -— 23 - 28 - 2 - > Z

23 nürnberger -—26-3- — - 1 Z

28 wiener - — 28 - 20 - — - 1°^

Die Tonne lüneburger Salz wiegt 1 Schiffpfundund enthält 6 Himten. — Die Tonne Honig, fest ge-stampft, wiegt 300 Pfund und enthält 23>/2 Stäbchen.

Verarbeitetes Silber ist 12 Loth fein und trägtals Stempel einen Löwen.

Stadt in Frankreich, Deport. HeraulOArrond. Montpellier, am Vidourle und dem ihr gleichnaw-Kanal, wodurch die Stadt in ihrem Handelsverkehr sehtbegünstigt wird, so wie durch die Eisenbahn von Montpel-lier nach Nimes, mit 6800 Einw. Sie liefert den vorzüg-lichsten Muscatwein, Spiritus, Branntwein rc.