Band 
Zweiter Band. H - Z.
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207
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Imiievillo

— 207 — Lurcmbmg

Stadt in Frankreich, Depart. Meurthe,»m Eingänge einer schönen Ebene, am Zusammenfluß derBezouze und Meurthe, 1'/- Stunde von Nancy, mit 17,000Eww., Fabriken für Fayence, thönerne Pfeifen, Leder- und^Loll-Handschuhe, Baumwoll- und Seidenmützen, Baum-wollzeuge, Kattun, Buntpapier, Spielkarten, Gerbereien,Färbereien rc.

werden reiche Seidenzcuge genannt, die>ban früher nur in Lucca machte. Jetzt verfertigt man sie"uch in andern italienischen Orten. Man hat glatte, ge-musterte und mit Gold und Silber durchwetzte.

Lüstern. Der seemännische Ausdruck: „das Schifflästert gut auf's Steuer", stanz. lle vaissoau xourorneläen; engl. Ibo sbip stoers rvoll , wird von einem Schiffe ge-braucht, welches die Wirkung des Steuers leicht empfindetbnd ihr gehorcht, das sich daher sehr leicht durch das Steuer-ruder regieren läßt. Hat es aber die entgegengesetzte Eigen-schaft, so pflegt man zu sagen: „es ist hart auf's Steuer."

Lust,-«, ein geköpertes Zeug, dessen Kette ausBaumwollengarn, und zwar meist von dunklerer Farbe alsber Einschuß von Wolle, besteht, so daß dadurch eine schil-lernde oder changirende Farbe entsteht. Man macht ihn be-sonders in grünen, braunen und grauen Modefarben. Zu-erst wurde der Lustre nur in England verfertigt; jetzt hatMan ihn auch in Deutschland nachgemacht.

, I.ustrinos, atlasartige, glänzende,slgurirte Zeuge von Wolle oder Seide Die wollenenbustcins sind gemustert oder geblümt und gehören zu denFloretarten. Man verfertigt sie in England zu Norwich,M Deutschland zu Gcra, Schlcitz, Zeulenrode, Rochlitz,^öttingen, Osterode rc., in 23 bis 40 Ellen langen und/« oder r/g Ellen breiten Stücken. Die seidenen Lustrinssmben auf der rechten Seite Muster oder Blumen und sindauf der linken glatt. Sie werden am schönsten in Lyon ge-macht. Auch Tours, Nimes, Paris, Lucca, Turin undPalermo liefern sie.

»I« L-li»« heißen im Spanischen dielaicht und locker gewebten Leinen zu Hutfutler, die in ver-schiedenen Farben im Stück gefärbt und dann gesteift undb°glättet werden. Sie sind in Stücken von 24 Ellen Länge""d '/< Breite.

Lüttich, stanz. biege, Hauptstadt der gleichnamigen^ovinz in Belgien, an der Maas, die hier die Ourtheaufnimmt, mit 72,000 Einw., alt und groß, im Ganzenlchlecht gebaut, und düster, seit lange schon eine der gewerb-i^ißigsten Städte. Besonders berühmt sind die Manu-mkturen für feines jTuch und Wollzeuge, so wie die Ge-Mehr-, Blech-, chirurgische Instrument-, Bijouterie-,autpapier-, Feilen-, Stahl-, Messingdraht-, Weinessig-u»d Lederfabriken, Kupfergießereien und Kupferblechwalz-Merke, Stückgießerci. Außerdem liefert Lüttich Leim, Pa-r°utaschxn, Zichorie, Ambose, Nägel, Feilen, Kratzen,

Uhren,

Glas, Papier; hat Stückgießereien, Spinnereien,

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^launwerke, Wetz- und Flintensteinbrüche und unerschöpf-Uche Steinkohlengruben. An Schwarzblech soll Lüttichjährlich gegen 10 Mill. Pfd. liefern. Es besteht hier ein^ppellations-Hof, eine Universität, Handels -Tribunal,

Handelskammer, die Ijangue licgeoise, mehrere Assekuran-zen, Maas-Dampfschifffahrt-Gesellschaft. Die Stadt istdurch die Eisenbahn mit Aachen und Löwen, Mecheln rc.verbunden.

In der Nähe liegt Seraing mit der großartigenMaschinenbauanstalt Cockerills.

Münzen und Nechmmg wie in ganz Belgien.

Ehemals rechnete man nach Gulden zu 20 Stüberd 16 Pfennige, 40 Gulden auf die köln. Mark fein Silber.Werth eines solchen Guldens: 10 Sgr. 6 Pf. preuß.Curant.

Lüttich richtet sich im Curs nach Antwerpen, notirtjedoch auch zum Theil abweichende Eurse, z. B. auf Amster-dam, wobei 189 Gulden niederländ. — 400 Francs; aufKöln, nach Francs gegen 1 Thlr. preuß. gerechnet.

Alte lütticher Maaße und Gewichte.

längenmaaß. Der Fuß spies) hatte 10 Zoll (po»ce8)b 10 Linien (ügnes), a 10 Punkte (pointes). Der Fuß warzweierlei: der St. - Lamberts-Fuß, zum Feldmessen,war 129,33 stanz. Linien oder 0,291796 Meter, der St.-Huberts-Fuß, zu Zimmer- und Maurerarbeiten, 130,64stanz. Linien oder 0,294698 Meter lang. — Die Ellehatte eine Länge von 290,8 französischen Linien oder 0,636Meter.

Getreidemaaß. Die b»8te (Last) hatte 12 illmäz zu 8Letiers a 4 tzaarlos (Viertel) a 6 ?ots. Die yuarle (dasViertel) wurde auch in 4 kognoux, der llognoul in 4 dlosu-rettes (Mäßchen) eingetheilt. — Der dluick enthielt 12023,94stanz. Kubikzoll oder 238,3118 Liter; die tzuarle 375,748stanz. Kubikzoll oder 7,43348 Liter; der ?o! 62,6247 stanz.Kubikzoll oder 1,242247 Liter.

chliissigkeildwaaß. Die Tonne (ionneau) hatte 80 lloisa 2 Pinien (pintes) oder 4 Schoppen b 4 Mäßchen. — Die-ser kot war dem des Getreidcmaaßes gleich und enthielt62,6243 stanz. Kubikzoll oder 1,24224 Liter.

Gewicht. Das Pfund (livre) hatte 16 Unzen (Onces)d 8 Gros a 72 Grän, und war 467,0933 Gramm oder9711-/,o holl. As schwer.

Luxemburg, Hauptstadt des gleichnamigen nieder-ländischen Großherzogthums, das zum deutschen Bunde ge-hört; eine wichtige deutsche Bundesfestung, mit etwa 14,000Einw., die Leder-, Leinen-, Fayence-, Baumwollzeug-,Handschuh-, Papier-, Tabak- und Weinessigfabriken,Baumwollspinnerei, Holzsägemühlen und Handel mit Lan-desprodukten betreiben; Handelskammer.

Nechnunz, Münzen, bis 1842 wie im Königreich derNiederlande, seitdem ist aber durch den Beitritt des Grvß-herzogthums zum deutschen Münzverein von 1838 der 14-Thalerfuß und der 24>/2-Guldenfuß eingeführt.

In Wechselgeschäften richtet man sich nach A n t -werpen und Amsterdam.

Maaße und Gewichte die niederländischen.

Der Malter des alten Getreidcmaaßes war--1,9106Hektoliter oder neuen niederländ. Mudden, — 191,06 Liter.

Im Zollwesen sind die deutschen Zoll-Maaße und-Gewichte seit dem Beitritt des Großherzogthums 1842 zumdeutschen Zollverein gebräuchlich.