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Zweiter Band. H - Z.
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Mandelöl

Mandeln — 241 —

kleiner als die eben genannten Sorten, aber der Kern

ist süß.

t) Bon den Mandeln ohne Schalen (4>uanäes äöpauil-ü'os (lo leur coguo) unterscheidet man folgende Sorten:

») Balencia- oder spanische Mandeln, dielösten und besten. Sie sind braungelb, die kleinen rund-lich, an dem einen Ende spitzig, die großen flach und in derMitte breit, wie die Milhaud - Mandeln, mit rothlichemStaub, aber von süßem, angenehmem Geschmack. Sie wer-ötn auch Malaga-Mandeln genannt, jedoch zeichnensich die eigentlichen Malaga-Mandeln aus, indem sie die sü-dcste Art sind, viel länger, flacher und weniger spitz und we-niger abgerundet, als die andern Sorten. Die Verpackunggeschieht in Binsensäcken.

b) Majorka - Mandeln, sind von vorzüglicherl^üte und sehr gesucht.

e) Milhaud-Mandeln, 4manäos üe Mkauä, ha-l>c» längliche, flache, bestäubte Kerne mit sehr dünner Schale.Sie werden in einfachen Leinwandsäcken versendet.

6) Provence-Mandeln, sind etwas kleiner undlänglicher als die vorigen. 4maiiäes triees a la main heißenlüejenigen Provence-Mandeln, welche einzeln mit der HandAusgesucht sind. Dieser Sorte gleicht die, genannt 4manäesänes llvis äe krovcnce; nur sind die Kerne von dieser größerund länger, und haben eine viel dickere röthliche Schale, aberstt sind sehr süß und innen weiß.— In der Sorte, welche imstanzösischen Handel Linainlcs äe Provence, äouce, genannt,stnd die Kerne ungleich groß, rundlich, gelblich, und frischäüt einem röthliche» Staub bedeckt. Sie werden in dop-pelten Leinwandsäcken verpackt. — Xmanäes äe Llnnon, mit-telgroß, dick, länglich, auch flach, gelbbraun, mit gelbbrau-ner Haut und sehr fest anhängendem Staube. — Die in der^gend von Avignon (in Frankreich) erzeugten Mandelnkommen als Comtstsche in weißen eirunden Körben überMarseille, Bordeaux, Cette, Montpellier in den Handel.Die Provencer-Mandcln (aus der Gegend von Aix, Mou-k^rs, Toulon rc.) werden hauptsächlich über Marseille inZacken von 3 bis 400 Pfd. versendet. Die Preise notirt">an pr. 100 Pfd.

o) Puglia-Mandeln, Puglieser-Mandeln,'lalle nische Mandeln, dicker, runder und kleiner als^ spanischen, und kommen aus Apulien in Unter-Italien.^ Ambrosia-Mandeln heißt eine italienische Sorte,oren Kerne dick und wohlschmeckend sind. Die besten ital.Mandeln nennt man in Italien Lavalcrio. Diese kommen^ä>t in den Handel, sondern werden nur als Dessert und zu. oufituren gebraucht. Die Ausfuhr geschieht hauptsächlich

Bari, Scilla und Otranto, woher sie auch Livorno

Trieft beziehen. Ueberhaupt sind die italienischenwandeln viel kleiner, aber stärker und weniger süß, als die'panischen Mandeln.

k) Sizilianische-Mandeln, groß und den Pro-p°ncer sehr ähnlich. Die meisten werden von Girgenti,^mini, Catania, Mascali, Trizza rc. nach Livorno, Trieft,bnedig, Marseille versendet.

8) Portugiesisch e-Mandeln. Sie kommen überaro aus Algarbien und sind sehr gut; man nennt sie auch^'ttmandeln.

Ik.

d) B e r b e r i sch e-M a n d e l n werden die genannt, welcheaus Marokko, besonders aus Mogador u. dem übrige» nördl.Afrika kommen. Sie sind von allen Sorten die kleinstenund unansehnlichsten, weshalb sie auch am niedrigsten imPreise stehen. Man erhält sie meist über Marseille undVenedig in kleinen Körben oder länglich geflochtenen Kabas-sen von 180 Pfd., worauf man in Amsterdam 12 bis 13Pfd. Tara giebt.

i) Deutsche Mandeln. Diese werden in Rhein-Baiern, im Badenschen, an der Bergstraße, in Unteröster-reich rc. gewonnen, sind aber klein und werden auch nurin so geringer Menge erzeugt, daß sie nicht zur Ausfuhrkommen.

In Frankreich ist das eigentliche Klima für den Man-delbaum der Landstrich von Valence bis Marseille, und vonGenua bis Perpignan. Es giebt auch viele in den Thälerndes Depart. llasses-4>pes, in den Cevennen, im Gcvaudan,Jura und in der Bergkette von Langres bis Aulun. Die-jenigen Mandeln, welche von selbst abfallen, sind die besten.Nach der Ernte werden die Mandeln sogleich im Freien oderauf Speichern getrocknet und dann bald in Säcke gepackt, indenen sie bis zur Versendung bleiben. Gute Mandeln solleninwendig schön weiß und hart, nicht runzelig, ausgetrocknetoder wurmstichig, zerstückt und staubig sein; sie müssen einensüßen, fetten, aber nicht eigentlich öligen Geschmack haben.Je frischer die Mandeln sind, desto schmackhafter und werth-voller sind sie auch. Ucbrigens halten sie sich an trockenenOrten 2 bis 3 Jahre lang; an feuchten Orten werden sieleicht ranzig. Gebrauch: Sie werden frisch gegessen undunter Backwerk und Speisen gethan; auch dienen sie zurBereitung von Mandelmilch, Mandelseife und Mandelöl.Der bei der Oelbereitung verbleibende Rückstand, die Man-delkleie, wird als Schönheitsmittel zum Waschen, theilsallein, theils mit Seife angewandt.

In Frankreich beträgt die jährliche Ausfuhr imDurchschnitt 1,300,000 Kilogr. Mandeln, im Werth von1,000,000 Frcs. Den Werth der jährlichen Ausfuhr ausSizilien schätzt man auf 300,000 Ducati. Malaga führtjährlich ohngefähr-LOOO Fässern 300 Pfd. aus; Valencia10,000 Fässer. In England wird das meiste aus Nord-Afrika und Spanien, nur eine unbedeutende Menge ausFrankreich und Italien eingeführt.

Mlandelöl, lat. Oleum amvxäalarum; franz. kluiloä'amanäos; engl. 4Imonä oil; ital. Olio äi mamlorlc, ist dasaus den bittern und süßen Mandeln entweder kalt gepreßteoder in erwärmten metallenen Pressen gewonnene fette Oel.Das Oel der bittern Mandeln ist blausäurchaltig, wenn esaus frischen, nochwasserhaltenden, oder ausgewässerten unddann gehülsten Kernen bereitet wird; ist es aber durch Kalt-pressen bereitet, so bleibt die Blausäure zurück, und das Oelist dem aus süßen Mandeln gleich. Beim Warmpressengeben die Mandeln dem Gewicht nach 40, beim Kaltpressenaber nur 30 Proc. Oel. Anfangs ist es etwas trübe undhellgelb, mit der Zeit aber sondert sich ein Bodensatz ab, undes wird klar und fast farblos. Der Geschmack ist süßlichmild. Spezis. Gewicht---0,915; bei — 21° N. wird esfest. Es löst sich in 23 Theilen kaltem und in 6 Theilenheißem Alkohol, in Aether aber in allen Vcrbältniffen auf.

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