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Zweiter Band. H - Z.
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Menschenhaare

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Merinos

erst in gelbes Oxyd verwandelt, sodann unter Mühlsteinenmit Wasser zu einem sehr feinen Pulver zerrieben, denn vonder Feinheit desselben hängt zum Theil der günstige Erfolg»b, indem das zarte Pulver leichter und gleichmäßigerSauerstoff aufnimmt. Das mit Wasser zerriebene Oxydläßt man durch ein feines Sieb in einen Schlemmbottichlaufen, trägt dann das geschlemmte noch feucht in blecherneKästen auf den Heerd eines Flammofens, und giebt gelindeHitze, so daß das Oxyd nicht zum Schmelzen kommt. Daseinmal geglühte rothe Oxyd wird nochmals gemahlen undium zweiten Mal geglüht, wodurch dieFarbe lebhafter wird.llLenn die Mennige ihre gehörige Farbe hat, so läßt man denDfen allmälig abkühlen. Die reinste Mennige gewinnt manin England und Frankreich aus kohlensaurem Bleioxyd.Die Mennige erscheint als ein geruch- und geschmackloseshellrothes Pulver von verschiedenen Farbennüanccn; die ausBleiweiß dargestellte ist schön orangengelb. SpezifischesGewicht — 9,096. In Wasser ist sie unlöslich, in derRothglühhitze geht sie in gelbes Oxyd über, indem sie >/§ ih-res Sauerstoffs verliert. Gebraucht wird sie als Maler-krbe, zum Färben von Papier, zur Darstellung von Blei-glas, Flintglas, zur Glasur für Steingut und Töpferwaa-ren ; nicht selten auch zur Verfälschung des Zinnobers. DieVerfälschung mit Aiegelmehl oder Röthel erkennt man,Menn man die Mennige auf glühenden Kohlen vor demLöth-r°hr schmelzt, wobei dieselben als erdiges Pulver zurück-bleiben, während die Mennige in ein Bleikorn reducirt wird."" Im Handel unterscheidet man englische und deutscheMennige. In England verfertigt man diesen Artikelvornehmlich zu Newcastle, Chesterfield, Wirksworth undDerby; in Deutschland zu Nürnberg, Rollhofen, Kufer-shal bei Mannheim, Villach, Gotha und Geiliz in Kärnthen;'"Frankreich zu Clichy, Tours, Becara und Saarge-vründ. Die Mennige wird in Fässern von 8 bis 6 oderv bis io Ctr. versandt.

Menscheuhaare, franz. clwveux; engl. iluir, Immun^>r; ital. Lapelli umimi, sind ein beträchtlicher Handels-vrtikel. In den meisten Ländern gehört der HaarschmuckVelin weiblichen Geschlecht zu den Hauptgegenständcn der^°ilette und schon bei den alten Völkern war die Kunst desoisirens ziemlich hoch gestiegen. Schon in Griechenland,wie in Rom bedienten sich die Frauen falscher Haare.

so

Mit Unrecht behauptet man, die Erfindung der Perrückenbrhvre, als eine französische Erfindung, der neuern Zeit an;l'k sei erst etwa 200 Jahre alt, und der französische Abbe la

Sich

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wre habe zuerst eine solche Kappe mit Haaren umnähen

rn, worauf man auf die Perrücken gekommen, und unter

udwjg XIV. dieselben bald allgemein Mode geworden seien.

'Nette, Perrückenmacher dieses Monarchen, war eine

'chtige Person und einige seiner Perrücken sollen selbst zuU>0g

dein

Thalern verkauft worden sein. Früher hatten alleinPerrückenmacher das Recht, mit Menschenhaaren zu han-

letzt aber ist dieser Handel so frei als der mit andern

^"ikeln. Er ist vorzüglich in Frankreich von Bedeutung,vnd in Paris beschäftigen sich mehr als 20 Häuser ausschließ-lich damit. Diese halten eine Menge Colporteurs, deneniio Zeuge, Kattune mitgeben, wofür das Haar in den De-iwrtementen von Bauernmädchen eingetauscht wird, denen"ä dessen Abstutzung weniger gelegen ist, als an einem Stück

Zeug. Diese Haarernte fällt in den April und Mai, aberdie Abschneider bereisen nicht jedes Jahr wieder denselbenDistrikt. Nach der Ernte geht das meiste davon nach Paris.Man rechnet den Ertrag einer solchen französischen Haar-ernte auf circa 200,000 Pfund. Im Tausch kommt dasPfund auf etwa 8 Francs zu stehen; nach dem Reinigen undZurichten aber hat es den Werth von mindestens 10 Francs,die bessern Sorten aber 20 bis 30 und manche selbst 90 bis100 Frcs.

Die Haare kommen in den Handel entweder roh odergcwaschen, d. i. mit Wasser, Kleie, Puder und Seife ge-reinigt, gekraust, d. h. gesotten, dann um ein rundes Holzgewunden und 14 Tage lang auf einem Ofen ausgetrocknet(es komme» auch von Natur gekrauste Haare im Handelvor und diese werden für vorzüglicher gehalten, allein siesind seltener und meistens sehr kurz), dressirt (geordnet)oder gefärbt und gebleicht (durch Citronensaft undSonnenlicht). Man sortirt die Haare sogleich nach ihrerFarbe und schätzt die blonden am meisten, hiernächst dieschwarzen und braunen, am wenigsten die rothe n.

Man verlangt von gutem Haar, daß es weder zu dicknoch zu dünn und ziemlich geschmeidig sei. Ist es zu dick,so wird es unter der Arbeit blos kraus und giebt sich nichtgut in Locken, im entgegengesetzte» Fall aber ist die Frisurnur von kurzer Dauer. Das kürzeste Haar, welches nochzum Verarbeiten dienen soll, muß wenigstens 3 bis 6 Zolllang sein.

Der bedeutendste Handel mit Menschenhaaren findetwohl in Fra nkreich statt. Dieses Land bezieht aber nurwenig von diesem Artikel aus dem Auslande, führt im Ge-gentheil noch eine bedeutende Menge, jährlich ohngcfähr20,000 Kilogramm, im Werth von 8 bis 900,000 Francs,namentlich nach England aus. Außerdem geht noch vielim verarbeiteten Zustande als Perrücken und Locken aus, sodaß man den Werth der Haare für den auswärtigen Handelauf 1,800,000 Frcs. anschlagen kann.

I» der neueren Zeit drückten längere Zeit die seidenenHaarlocken, die man besonders in Wien und Chemnitzverfertigte, den Handel mit Menschrnhaarcn; indessen hatdie Mode sich wieder dem Haar zugewendet, weil es sich bes-ser behandeln läßt und auch besser hält. In Paris nennensich die Haarkünstler Xrtistcs-oo-olwvoux oder llvillburs-por-rugmers. Ihre Zahl ist hier sehr groß, und es werden so-gar Vorlesungen über den Betrieb dieses Geschäfts gehalten,da man mit dem einfachen, glatten Wuchs des Haupt- undBarthaares nicht zufrieden ist, sondern dasselbe als Putz be-handelt.

Mensinalo, Getreidemaaß in Nizza.

Getreide- und Salzmaap in Portugal und

Brasilien.

Mercal, s. Marcal.

Mcrgui, Stadt im britischen Hintcrindicn, auf einerInsel im Meerbusen von Bengalen, mit einem guten Hafenund 8000 Ew. Sie hat Pfeffer, Reis und schöne Perlen.

Rechnung wie in Rangon.

Merinos, leichte, geköperte, der Serge ähnliche Wol-lenzeuge, die aus feiner Kammwolle gewebt werden und

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