Band 
Zweiter Band. H - Z.
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Meßwoche — — Mi-Flormce.

und dabei noch den Diskonto gewinnt. Uebrigens wirddieses Wcchselgcschäft nicht immer so direkt zwischen beidenabgeschlossen, sondern meist tritt der Bankier vermittelndein, indem derselbe fortwährend solche Wechsel kauft undverkauft. — Da die bei einem Meßwechsel Betheiligten den-selben nicht eher in Händen zu haben brauchen, als kurz vorder Meßzeit, da auch die Acceptation erst während derMesse erfolgt und die Meßwechsel zu ausgedehnter Cirkula-tion überhaupt nicht bestimmt sind, so geschieht deren Aus-stellung immer erst kurz vor dem Beginn der fraglichenMesse, und mehrere Gesetze bestimmen einen Zeitpunkt, vordem Meßwechsel nicht trassirt werden dürfen (in der Regel14 Tage vor Anfang der Messe), wogegen aber die Ausstel-ler schon früher zur Auslieferung eines solchen Wechsels ingehöriger Zeit durch eine schriftliche Versprechung(Obligo) sich verbindlich machen können, welcher ScheinWechselkraft besitzt. Vergl. den Artikel Jnterims-schcin.

Meßwoche, s. d. Art. Messen.

Meßzahlung, Meßvaluta heißt eine Währung,worin die auf einer Messe statthabenden Käufe abgeschlossenund berichtigt zu werden pflegen. So existirte noch bis voreinigen Jahren in Leipzig eine Meßzahlung, die 12>/z Pcoc.schlechter als preußisch Curant war; gegenwärtig aber istdieselbe abgeschafft, s. d. Art. Leipzig.

Meta, ein früheres Getreidemaaß in der Lom-bardei.

Metalliques , eine Gattung Staatspapiere inOesterreich und Rußland, welche daher ihren Namen haben,weil die Zinsen derselben nicht wie die der frühern Obliga-tionen in Papiergeld, sondern in klingender Münze oderMetallgeld bezahlt werden.

Metbu'o, Golddukaten, eine marokkanische Gold-münze.

Metekal, Metikal, s. Mitscul.

Metelin, türkische Insel im ägeischen Meer, an derKüste von Anatolien, 12«/? QM. groß mit 30,000 Einw.;gebirgig, aber sehr fruchtbar, und erzeugt vorzügliche Fei-gen, Oliven, Früchte, Wein, Baumwolle, Mastix. DieEinwohner betreiben auch Baumwvll- und Seidenweberei.Hauptort ist Metelin oder Kastro genannt und blühend.An der Südküste befinden sich die beiden Häfen Lero undKalan.

Meter, Metre, ein Längenmaaß in Frankreich.

Metkel, Mitkel, heißen in Rußland baumwolleneDruckkaltune und grobe Musline.

Metro (Meter), Längenmaaß im lombardisch-venc-tianischen Königreich.

Alet-, alte, große und stark befestigte Stadt in Frank-reich, Depart. Moselle, am Zusammenfluß der Mosel undSeille, mit 34,000 Ew.; Sitz der Präfektur, eines Bischofsund Zollamtes, hat eine Artillerie- und Genie-Schule,Normal-Primär-Schule, Industrie-, Zeichnen-, Geometrie-,Mechanik-, Arithmetik-, Oekonomie-Schule, ein Civil- undein Handels-Tribunal, Handelskammer, Gencral-Handels-rath, Lonseil äe pruä'boinmos, mehrere Assekuranzen, Han-delsbank für Metz, mehrere Bankhäuser, Fabriken für Na-

deln, Waffen, Bijouterie, Mützen, Bürsten, Pinsel, Tuch,Wollzeuge, Hüte, Nägel, Likör, Posamentirwaaren, Pianos,Weinessig, Buntpapier, Broderiewaaren, Feuerspritzen,Kupfergießerei, Brauereien, Gerbereien, beträchtl. Handel;Dampfschifffahrt auf der Mosel.

Metze, ein Getreidemaaß in einem großen TheilDeutschlands.

Metze» (Metze), 1) Getreidemaaß in Oesterreichund Ungarn; 2)Flächenmaaßin Nieder-Oesterreich.

Meurs, s. MLrs.

Mexico, s. Mejico.

Meyer-Leinen, westphälische Leinen, die gekalkt odergekreidet sind, um ihnen ein besseres Ansehen zu geben,wenn das Garn in der Bleiche nicht ganz weiß ge-worden ist, was an manchen Orten vom harten Wasserherrührt.

Mezzarola, Weinmaaß in Genua.

Mezzetta, 1) Getreide-, Wein- und Oelmaaß inToskana; — 2) Handelsgewicht in Verona.

Miam, Gold- und Silbcrgewicht in Malakka.

, einer der Vereinigten - Staaten inNord-Amerika; grenzt N. und RO. im Ober- und Huron-See an Ober-Canada, O. im Erie-See an Pennsylvania,S. in demselben See und zu Lande an Ohio und Jndiana,W. mit dem Michigan-See und NW. an Wisconsin;38,000 QMeilen; 1810:4762, 1840: 212,267 Einw. i»32 Grafschaften. Die Produkte sind viel Mais (1841:3,038,290 Bushels), Weizen (1841: 2,896,721 Bushels),Hafer (1841: 2,913,102 Bushels), Kartoffeln, Zucker(1841: 1,894,372 Pfd.), Gerste (1841: 181,263 Bushels),Roggen, Buchweizen, Flachs, Hanf, Tabak, Blei, Salz,Holz, Hirsche, Wölfe, Füchse, Biber, Marder, Fischottern,Fische. Den Verkehr fördern in diesem Staat Eisenbahnen(Central-Railroad, von Detroit nach Anne-Arbor !c. bisSt.-Joseph am Michigan-See; Southern-Rail-Road;Erie-Kalamazzo-Rail-Road; Detroit-Pontiac-Rail-Road),Kanäle und Flußschifffahrt. Hauptstadt ist Detroit(1840: 9102 Einw.); hat Handel mit Canada. Die übri-gen bedeutenderen Orte sind Ppsilanti, Pontiac, Marshall,Monroe.

Middelburg, Hauptstadt der Provinz Zceland i"den Niederlanden, auf der Insel Walcheren, und durch einenKanal mit Vließingen verbunden; mit 26,000 Ew. See*Hafen, Schiffswerfte, Bassin, Stadtbank, Rhederei, Krapp*und Kanonenpulverfabriken, Handel mit Getreide rc.Mieter», s. Mitau.

Mi-frl, die feinste und dünnste Sorte der französischenLeinen, welche den Namen Q.uintins oder QuintaS füh*ren. Man kann die Mi-fils als eine Art dünnen Cambravbetrachten. Sie werden zu Schleiern, Kopf- und Halstü-chern gebraucht.

Mi-Florence, Demiflorence, leichte Scidcn-zeuge von leinwandartigem Gewebe, die einen bessern Glanials der dünne Tastet haben und vorzüglich zu Unterfuttetdienen. Fast alle Seidenmanufakturen liefern Demiflorenttin allen Farben.