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Zweiter Band. H - Z.
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303
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Münster

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Mühlheim — 303 —

Färberei, viele Musterzeichner für die Kattundruckereien, be-achtlicher Handel.

Mühlheim, 1) am Rhein, Kreisstadt in Preußen,^egierungsbez. Köln, unweit Köln (Deutz), mit 8800 Ew.,^anunt-, Seidcnzeug-, Tuch-, Leder- und Tabakfabriken,beträchtlichem Speditionshandel; an der Köln-MindenerEisenbahn. — 2) an der Ruhr, Stadt ebend., Regie-rungsbezirk Düsseldorf, Kr. Duisburg, mit 10,000 Einw.,^uch-, Baumwollzeug-, Siamoisen-, Papier-, Stärke-,^eift- und Labaksabriken, Baumwollspinnereien, Eisengie-ßerei und Maschinenfabrik, Gerbereien, in der Nähe Stein-^hlengruben, Schiffbau, beträchtl. Handel.

Murd , Müdde, 1) Getreidemaaß in denschweizer Kantons Neufchatel und Waadt, und ehemals inFrankreich; 2) Flüssigkeitsmaaß im schweizer Kantonkeusch atel, und ehemals in Frankreich.

Mull, Moll, glatter feiner Muslin, der früher be-sonders durch die Engländer aus Ostindien kam, jetzt aber^ch in England und den sächsischen Muslinfabriken (zublauen, Lengcfcld, Auerbach) in verschiedenen Qualitäten^niacht wird. Der englische Mull ist in Stücken von 20 bisPard Länge und ?/s, V- überV., Pard Breite, der säch-sische i» Stücken von 30 bis 10 leipziger Ellen Länge undV« bis ><>/, Ellen Breite.

Mumie (franz. ölomio; engl. dlummy; ital. Numia).^rkanntlich werden die einbalsamirten Leichname Mumien^Uannt. Sie sind gänzlich in eine braunschwarze und^rzähnliche Substanz verwandelt, die einen bisamartigen^ruch hat. In früherer Zeit kamen die Mumien ausOptischen Grabgewölben, in Stücken gebrochen, welche eins^rzigxs Ansehn und einen scharfen und bitteren Geschmack^tten, in den Handel. SolcheStücke wurden früher häufigder 'Arzneikunde angewandt, und verdankten ihre medizi-^ichen Kräfte den zu ihrer Einbalsamirung gebrauchten^''zigcn und andern Substanzen. Jetzt kommen sie nur"°ch selten vor.

München, Hauptstadt und königl. Residenz, Ober-aiern (Jsar-Kreis), auf der großen Hochebene 1869 Fuß^ Meer, an der Jsar, mit 110,000 Einw., schönen Pal-»sten, Kirchen, Kunstsammlungen, Universität, Akademie^ Wissenschaften, Akademie der bildenden Künste, Bauge-dtkschule, Gymnasien, Laubstummenschule, polytechnische^tralschule, polytechnischer Verein mit einem Landes-^dukten-Cabinet, botanischer Garten. Vorzüglich werdenstieben die Verfertigung optischer, mathematischer undHturgischer Instrumente, Gold-, Silber-, Eisen - und Ku-.^rwaaren, Bierbrauerei, Baumwollzeug-, Leinwand-,oniast-, Tuch- und Barchentweberei, Kutschen-, Papierta-^on-, Fortepiano-, Stahl-, Steingut-, Porzellan-, Leder-,orben-, Pinscl-, Tabak- und Wachstuchfabriken, Kupfer-ämmer, Kupferschmieden mit Walzwerke», Mahl-

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kapier-, Schneide- und Gypsmühlen. Bcmerkenswerthder landwirthschaftliche Verein, insbesondere aber da°Ecntral-Lavdwirthschafts- 'oder Oktoberfcst aus der Thcre-s'Mwiese, zur Beförderung der Landwirthschaft. Die beiden^ohrniärkte werden Dult genannt, und dauern jeder 1-tss-Oge. Der erste beginnt am heiligen Dreikönigstage, der

andere am Jacobi-Tage. Außerdem wird im November einHopfenmarkt, und seit 1837 im Juli ein Weltmarkt gehal-ten. Es bestehen hier das Oberpostamt, die Oberforst-,Oberaufschlags-Jnspektionen, oberster Rechnungshof, dieGeneral-Bergwerks- und Salinen-Administration, General-Zoll-Administration, Bergamt, Salz-Amt, Hauptzoll-Amt,Hypotheken- und Wechsel-Bank. Von München aus führteine Eisenbahn nach Nord auf Augsburg, Nürnberg rc., dieandere nach Süd.

Münzen, Rechnung, Maaße und Gewichte s. den ArtikelBaiern. — JmCurs richtet sich München nach Augs-burg und Nürnberg.

Münden, Stadt in Hannover, Fürstenthum Göttin-gen, am Zusammenfluß der Fulda und Werra, mit 7000 ge-werbfleißigen Einw., die Tabak, Strümpfe, Seife, Leder,Fayence, Zucker, Essig, Porterbier, Thonpfeifen und Hüteliefern, starken Speditions-, Leinwand - und Holzhandeltreiben; Linnenlegge; Lachsfang; in der Nähe Steinbrüche,Braunkohlen- und Alaunbergwerk.

Rechnung, Münzen, neue Maaße und Gewichte wie inHannover.

Munjeet, ist der Name für den ostind. Krapp.

Münster, Hauptstadt des gleichnam. Regierungsbez.in Preußen, Prov. Westphalen, an der Aa, mit 28,000 E.;Sitz des Ober-Präsidenten, der Regierung, des Bischofs undDomkapitels, Akademie, medizinisch-chirurgische Schule,Kunstverein, Wollzeug-, Leder-, Seiden-, Zucker- undStärkefabriken, Handel mit den Fabrikaten und Pro-dukten der Umgegend, besonders mit Leinwand, Garn rc.

Münzen, Rechnung, neue Maaße und Gewichte wie inganz Preußen.

Früher, bis 1804, im ehemaligen Hochstift und Bis-thum Münster rechnete man nach Reichsthalern zu 28Schillingen i> 12 Pfennige in folgendem Verhält-niß: 1 Reich sth aler — 1>/r Reichs gulden, — 8Blamüser, — 28 Schil linge, — 36 Marien gro-schen, 336 Pfennigen, — 672 Hellern.

Das Hochstift hatte geprägte Münzen: inGoldkeine; in Silber: Ganze-, Halbe - und Viertel-Con-vention s-Gulden zu 24, 12 und 6 Marien gro-schen, oder zu 182/z, 9>/z und 4?/, Schillingen des 20-Guldenfußes. Ferner Vo-, V-t-Reichsthaler-Stücke.Dann ganze und halbe Schillinge.

Die Währung war der 20-Guldenfuß.

Die altenMaaßeundGe Wichte der Stadt Mün-ster waren:

lüngenmaaß. Der Fuß zu 12 Zoll ä 12 Linien a 10Theile, — 0,92719 preuß. Fuß, — 129 pariser Linien, —0,2910 Meter. — Die Elle -- 0,87434 preuß. Ellen, ---238>/2 pariser Linien, — 0,88313 Meter. — Die Garn-haspel hat 3 Ellen Länge, das Stück Garn 40 Ge-binde i> 80 F ä d e n.

Gclreidemaaß. Das Malter hatte 12 Scheffel; derScheffel (Ortsscheffel) 12 Becher ü 4 Mäßchcn.1 Mäßchen hielt 34 münstersche Kubikzoll, 1 Scheffel waralso — 0,12318 preuß. Scheffel, — 23,2736 Liter. — DieLast hatte 122 Scheffel.

/lüffigkeitsmaaß. Die Tonne hatte 112 Kannen,