Schnau — L 73 — Schreibsedem
Meer, in Ungarn und in Asien bis Ostindien hin heimisch.Die schwarzen Reiherfedern kommen von dem gemeinenFischreiher, der sie am Hinterkopf trägt. Er lebt in EuropaUnd Asien, besonders in Sibirien. — Die sogenannten Ma-uabufedern kommen von dem Riesen- oder Marabustorch'n Ostindien und von dem Argalastorch in Afrika, und sindine Schwanzdeckfedern, vom ersteren weiß oder bläulichgrau,Nom andern weiß, sehr leicht, so daß sie bei der geringstenBewegung flattern. Die falschen Marabufedern sind dieUntern Schwanzdeckfedern vom Storch, Pfau rc. — DieParadiesvogel, auf Neu-Guinea und den westlich zu-nächst liegenden Inseln heimisch, kommen getrocknet ganz iniun Handel, wegen der Farbenpracht der Federn. — Zu dengewöhnlichen Fedcrbüschen werden die Hals-, so wie die ge-trockneten Schwanzfedern des Haushahns genommen.
Schnau, das größte zweimastige Schiff mit einem ei-genthümlichen Takelwerk.
Schnceberg, ist nächst Freiberg die wichtigste Berg-stadt Sachsens, mit 7200 Einw., bekannt und berühmt we-gen ihres bedeutenden Bergbaues, dem der Ort auch seineEntstehung verdankt. Man entdeckte nämlich im Schnee-kerge, auf dem die Stadt steh!, im Jahr 1469 Silber, undherauf ward 147l die Erlaubniß ertheilt, an dieser Stelleeine Stadt zu erbauen. Schon am Ende des 13. Jahrh,^»d man hier zuerst den Kobalt, welchen man aber an-fnngs, da man ihn noch nicht zu benutzen verstand, als un-nütz auf die Halden warf. In dem Zeitraum zwischen 1340^>s iZgg erfand ein böhmischer Glasmacher, Namens Chri-ph Schürer, die Kunst, den Kobalt zu blauer Farbe(Dchmalte) zu benutzen, und die Bereitung dieses neuenArtikels ward bald für Schneeberg und dessen Umgegend äu-d^st wichtig. Man gewinnt jetzt im Bergamtsrevier^chnecberg über 3000 Ctr. Kobalt, dessen Ausfuhr verbo-gn ist, da er für die einheimischen Blaufarbenwerke, welcheHit langer Zeit in bedeutendem Schwünge sind, kaum aus-picht. Nächst dem Bergbau ist das Gpjhcnklöppeln derwichtigste Industriezweig in Schneeberg, zu dessen Förde-^Ung auch eine Klöppelschule hier besteht. Man macht hier"nßer den gewöhnlichen Zwirnspitze» auch ächte und unächte^eld- und Silber-, so wie seidene Spitzen oder Blonden,Bobbinet, Pettinct, Kragen rc., außerdem noch Holzspiel-waaren und Papiermachearbeitcn, Puppenköpfe, Arznei-waaren, Schcidewaffer, Vitriol, Argentan oder Reusilbcr(zu dessen Bereitung hier durch 1>r. Weitn er die ersteFabrik angelegt wurde). Auch ist hier die Niederlage des("genannten schneebergcr Kräuter-Schnupftabaks, der aberBockau fabrizirt wird.
Schneller, Strehn, Strähn, ein Garnmaaß; st' Art. Leinengarn.
Schnupftabak, s. Tabak.
Schock, bedeutet bei den sogenannten zählendenütern 60 Stück, und wird in 4 Mandeln » 18Stück ein-getheilt, — In Böhmen und Sachsen ist das Schock auch°">e ältere Rechnungsmünze verschiedener Art.
Schönau (Groß-), Dorf in Sachsen, in der Ober-ausitz bei Zittau, mit 3000 Ew>; berühmt durch die vorzüg-
^ Damastweberei.
Schönebeck, Stadt in Preußen, Herzogth. Sachsen,Regierungsbez. Magdeburg, mit 8000 Einw., bedeutendemSalzwerk und einer chemischen Fabrik.
Schooner, ein kleines und schmales, aber langesSchiff mit zwei Masten.
Schoppen, Flüssigkeitsmaaß im südl. Deutschland u.einigen schweizer Kantons.
Schottland, ist der nördliche Theil der britischenInsel, und bildet ein besonderes, mit England verbundenesKönigreich, 1461 (oder 1397) QMeilen mit (1841:)2,628,937 Einw. Dazu gehören die Orkney- u. Shetland-Jnseln. Das ganze Land ist zwar gebirgig, aber vorzugs-weise der nördliche Theil ein sehr rauhes Hochland, im Ver-gleich mit dem südlichen, den man auch gewöhnlich Nieder-land nennt. Ackerbau und Viehzucht nebst einigen Zweigender Industrie und der Handel sind die Erwerbszwcigc derBevölkerung. Eigenthümlich ist Schottland die soge-nannte schottische kleine Pferdcraoe. Die vorzüglich betrie-benen Industriezweige sind Weberei feiner Leinen- undBaumwollzeugc, und der Betrieb der Eisenwerke und Eisen-hütten. Im Jahr 1846 waren 101 Ocfcn im Betrieb; unddie gesummte Ausbeute war 837,600 Tons Eise». Davonwurden I I 9,000 Tons in fremde Länder, 237,800 Tons nachEngland und Irland ausgeführt. Die Gießereien, Hammer,und Walzwerke Schottlands selbst verarbeiteten 283,700Tons.
Ueber Münzen, Rechnung, Maaße und Eeuüchle vergl.Räinbourgb.
Schrägen, Brcnnholzmaaß im Königr. Sachse».
Schreibfcdern, franz. Mumes i> sern-o; engl. ?onr;ital. Lenno <1a scrivore. Zum Schreiben benutzt man vor-züglich die Fedcrposen, Kiele oder Spuhlen der Gänse, we-niger die Raben- und Schwanenfedern. Die Gänsekielewerden im Frühjahr von den Bauern und Hirten gesammeltund an dieFederposenfabrikanten, welche denselben die ihnenzum Gebrauch nöthige Vorbereitung geben, verkauft. Diezur Mauserzeit ausgefallenen Kiele sind besser, als die dentodten Thieren ausgerauften. In jedem Gänseflügel befin-den sich nur 3 zum Schreiben brauchbare Federn. Die Eck-oder Ortpose ist die kürzeste und schlechteste davon, die aussie folgenden sogenannten Schlachtposen sind die besten,und weniger gut sind die alsdann folgenden Breitposen.Die Schlachtfedern erkennt man daran, daß sie an der schma-len Seite der Fahne von Natur einen auswärts gekehrtenAusschnitt haben. Zum Schreiben eignen sich am besten dieFedern des linken Flügels, weil sie in der Hand eine beque-mere Lage annehmen. Die Vorbereitung der Federn in denFabriken nennt man das Ziehen derselben. Sie werdendurch dasselbe ihrer Fettigkeit beraubt. Man pflegt ge-wöhnlich die Spuhlen in heiße Asche oder heißen Sand zustecken, und wenn sie gehörig erwärmt sind, zwischen wolleneLappen zu legen, und indem man mit dem Rücken eines brei-ten Messers oder ähnlichen Instruments darauf drückt, dieFeder einigemal durchzuziehen. Hierdurch streift sich dasäußerste Häutchen ab und es entstehen mehr oder wenigerglashelle Streifen. In neuerer Zeit hat man mehrere vonder angeführten ältern Methode abweichende Verfahrungs-arten des Federziehens empfohlen. So sollen z. B. die