Schwabach — »78 — Schwarzburg
Schwabach, Stadt in Baicrn, Mittel-Franken, un-weit der Rednitz gelegen, mit 7300 Einw., worunter gegen300 Juden. Es befinden sich hier ansehnliche Fabriken vonStrumpfwaaren, Iitz, Kattun, Siegellack, Papier, beson-ders Nähnadeln, Gold- und Silbertressen, Gold- und Sil-berwaaren, Draht, Tabakbau.
Schwamm, s. die Artikel Badeschwamm undFeuerschwamm.
Schwanzdncaten hießen in ganz Deutschland dieunter Friedrich Wilhelm I. von 1718 an geschlagenen preu-ßischen Ducaten, weil dieselben das Bildniß des Königs mitdem Zopf zeigten, ein Haarputz, welcher damals noch neuwar, in ganz Europa das größte Aufsehen machte undsammt dem natürlichen, aber gepuderten, Haar erst anfing,die großen und stattlichen Perrücken zu verdrängen.
Schwär, Schwaar, Schwäre, Rechnungs- undScheidemünze in Bremen und Oldenburg.
Schwarzburg, ein deutsches Land, das aus zweivon einander gesondert liegenden Theilen besteht, der Ober-und Unterherrschaft. Die erstere liegt an der Rordseitedes Thüringer-Waldes, zwischen Gotha,Altenburg, Koburg,und dem preuß. Rcgierungsbez. Erfurt, von der Saale,Schwarze, Jlm und Gera durchflossen, ist gebirgig undstark bewaldet; der zweite liegtNNW.von jenem, fast ringsvon der preuß. Prov. Sachsen eingeschlossen. Die Produktesind Getreide, besonders in der Unterherrschast, viel Flachs,viel Laubholzwald mit Wildpret, Schafe, Kupfer, Eisen,Kobalt (bei Blankenburg), Blei, Vitriol, Salpeter, Alaun,Schiefer, Gyps, Marmor, Alabaster, Kalk, Sandstein,Porzellanerde, Salz (bei Frankenhausen) rc. Die Industriebeschäftigt Flachsspinnerei, Leinen-, Woll- und Baum-wollweberei, Bergbau auf Eisen (im Amt Schwarzburg undAmt Gehren), Eisen- und Blechhammerwerke, Eisengie-ßerei, Glashütten (in Alsbach, Neuhaus, Altenfeld rc.),Gerbereien (in Arnstadt ec.), Leimsiedereien (Frankenhausen),Pech-, Kienruß - und Bitriolbrcnnerei, Potaschsiederei,Porzellan- und Stcingutfabriken (in Volkstedt, Schale,bei Königssee, Breitenbach, Dornheim), Papier - und Sä-gemühlen (in Breirenbach, Blankenburg rc.), Blaufarben-werke (Grunau, Sitzcndorf), Holzwaarcn (Breitenbach) rc.Der Handel vertreibt die Erzeugnisse dieser vielartigen Be-triebsamkeit.
Das Land ist in die beiden Fürstcnthümcr Schwarz-burg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sonders-h außen so getheilt, daß beide Theile von der Ober- undvon der Unter-Herrschaft besitzen: jenes in der Oberherr-schaft Rudolstadt mit 12'/. QM. und (1813.) 33,189 Ew.,dieses Arnstadt mit O'/z QM. und (1843:) 21,980 Einw.;jenes in der Unterherrschaft Frankenhausen mit 3'/. QM.und (1843:) 14,779 Einw.; dieses Sondershausen mit 9QM. und (1843.) 32,923 Einw. Im deutschen Zollvereinerhält die gesammte Unterherrschaft ihren Zollantheil vonPreußen, während die Oberherrschaft denselben aus derTheilung mit den übrigen thüringischen Ländern erhält.
I. Schwarzburg-Rudolstadt.
Münzen und Uechnung.
In der Oberherrschaft wurde bis zum Ende von 1810nach Thalern zu 24 Groschen a 12 Pfennige im
20-Guldcnfuß gerechnet, der aber allmälig so verringertward, daß er ein 22"/^ oder im Durchschnitt ein 21-Thaler-fuß war. Seit Beginn 1841 ist die süddeutsche Rechnungim 24>/2-Guldenfuß: nach Gulden zu 60 Kreuzern und derKreuzer in oder °/s Stücke getheilt, eingeführt.
Wirklich geprägte Münzen sind.
In Gold: Ducaten, aber nur wenige.
In Silber: 1 und '/^-Spccicsthaler zu 13>/z Lothfein; '/v-Thalerstücke; nach der Münz-Conventio» voM23. Aug. 1837 im 24',2-Guldcnfuß,' die Zollvereins-Münz"
— 3>/z Gulden — 2 Thlrn.; 2-Guldenstücke; 1 und VrGulden zu 60 und 30 Kreuzern; — Silberscheide-münze: früher 1 und ',2 Groschen zu 12 und 6 Pfennigen,jetzt 6- und 3-Kreuzerstücke.
In Kupfer: früher 1-, 2-, 3- und 4-Pfennigstücke;jetzt 1, '/. und >/« Kreuzer.
Im gewöhnlichen Verkehr wird noch häufig in der altenWeise nach rudolstädter Curant oder rudolstädterThalern, den jetzigen Gulden zu 18 rudolstädt. Gro<sehen, gerechnet.
In der Unterherrschaft rechnet man den Thaler zu30 Silbcrg röschen -> 12 Pfennige, und die Münzen'Curant wie die Silberscheidemünze, sind in Berlinprägt.
Maaße und Gemichle.
1) In der Oberherrschaft.
cängenmaaß. Der Fuß hat 128,098 paris. Linien!
— Die Elle ist die leipziger; — die Ruthe 16 Fuß.
vergmerksmaaß. Die L a ch t e r hat 88 Zoll, — 7'/g Fuß'
/eldmaaß. Der Acker hat 160 Quadratruthcn.
Vrcnnhalzinaaß. Die Klafter ist 6 Fuß hoch u»debenso breit, die Scheitlänge aber bald 3, bald ll'/z Fuß.
/Nlchlmaaß ist der Scheffel, der 8 Achtel zu 2 Metz""» 24 Rösel, und das Nösel Trockenmaaß hält 37>/2 hießs^oder 24,3838 paris. Kubikzoll. — In den Rentämtern ^das Achtel die Maaßeinheit, das aber sehr verschieden ist'Das rudolstädter Raths-Achtel bält 48 Nösel, das rudobstädter Amtsboden-Achtcl aber 11'/.2 Nösel und das scbwat^burgcc Amtsboden-Achtel, das kleinste, nur 33'/. Nösel.
/liissigkeilsmaaß. Der Eimer hat 72 Maaß zu ^Nösel, das Nösel zu 32,13 hiesigen Kubikzoll, --- 21,06^paris. Kubikzoll.
tzaadelsgcnncht ist das alte leipziger, bis 1837bräuchliche.
Bald - und öilbergemicht. Die deutsche Mark. BeiGoldgcwicht hat man die Krone zur Einheit genommen, ^Kronen --- 3 Loth. — Verarbeitetes Silber ist in R>'d^stadt 10,12 und lllökhig, mit dem Stadtwappen, ein^Löwen.
Medizinal - und llpothekergemcht ist das alte in"^berger.
2) In der Unterherrschaft.
tängenmaaß. Der Werkfuß gewöhnlich der rho"
ländische; der Vermessungsfuß der leipziger. —