Staatöstcucm — 629 — Stahl
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steuerpflichtigen zu erlassen, womit man vielmehr den Lil-3>wgsfo»ds ausstattet, damit derselbe um so wirksamer in^ Verfolgung seines Zweckes auftreten kann; auf diese^eise kann das ganze Kapital schnell und ohne BedrückungUnterthanen getilgt werden.
Ttaatsstcuern heißen im Gegensatz zu den Gemein-^steuern (Kommunallasten) solche, welche zur Bestreitung^ Staatsbedürsnisse erhoben werden, s. den Artikel^teuern.
Stab. 1) 4 uno oder Stab, Ellenmaaß in Frank-^>ch und mehreren schweizer Kantons; — 2) Stab,Ellenmaaß in Frankfurt a. M. und St. Gallen.
Stäbe, eine kleine hannövcrschc Stadt, ohngefähr
Meilen WNW. von Hamburg entfernt, an derschwinge, die unterhalb in die Elbe mündet, verdient nur'vegen des sogenannten Stadcr-Zolles, den die Regierung am"ahe liegenden Schloß Brunshausen von allen nach Ham-^>rg gehenden Kaufmannsgütern erhebt und der sehr drückend"»d hemmend für die Schifffahrt ist. Das Städtchen selbstHot 6000 Einw., ist Sitz der Landdrostei und Justizkanzler,Und treibt einigen Handel und Schifffahrt.
Stahl, franz. 4eier; engl. Slcel; ital. äcciagn, cat-cht durch eine Verbindung von Eisen mit Kohlenstoff,welche gewissermaßen zwischen dem Roheisen und Schmiede-ofen in der Mitte steht, insofern er die Hauptcigenschafte»den beiden in sich vereinigt und eben dadurch ein so äußerstschätzbares Material für die Gewerbe wird. Er ist schmelz-bar bei einer Hitze, welche größer ist, als die Schmclzhitze^s Roheisens, aber geringer als die des Schmiedeeisens.
sehr gut gebauten Zugöfen kann man selbst eine größereQuantität Stahl in einem Schmclztiegel zum Fluß bringenUnd daher ist der Stahl des Gusses fähig, so wie er auf^r andern Seite schmied- und schweißbar ist, gleich demZeichen Eisen. Auch kann man den Stahl mit Schmiede-ten zusammenschweißen; indessen läßt sich der sehr koh-wnstoffreiche Stahl nicht mehr schweißen, während seine^chmelzbarkeit mit dem zunehmenden Kohlengehalt steigt.Dü wichtigste Eigenschaft des Stahls ist seine Fähigkeit,6ch härten zu lassen, die dem Stabeisen gänzlich fehlt. Der^kahl ist im natürlichen Zustande härter als gutes Schmiede-ofen, aber nicht so hart als das weiche Gußeisen, daher erHch mit Feile, Meißel und Dreheisen noch gut bearbeiten^ßt; er erlangt jedoch eine außerordentliche Härte, wobeiwie weißes Gußeisen, nicht mehr von der Feile ange-bissen wird, wenn man ihn glühend macht und dann raschu»d stark abkühlt, z. B. durch Eintauchen in Wasser. Mit^kjer Härte tritt zugleich eine außerordentliche SprödigkeitU»d Zerbrechlichkeit ein. Löscht man den Stahl ab, wenn^ erhitzt aber noch nicht glühend ist, so soll er nicht nurU>cht härter, sonder» sogar auffallend weicher werden. Deruuf die angeführte Weise gehärtete Stahl heißt glashart,'"eil er Glas ritzt. Durch stufenweises Erhitzen (Anlas-en, Nachlassen) nimmt die Härte und Sprödigkeit desZlasharten Stahles allmälig wieder ab, und bis zum Glühe»^hiht, dann aber langsam erkaltet, wird derselbe wieder^ weich, als er vor der Härtung war. Man hat es da-durch in seiner Gewalt, den aus Stahl verfertigten Gegen-wänden jeden beliebigen Grad von Härte, welcher zwischen
der natürlichen Weichheit und der Glashärte liegt, zu ge-ben. Das spezif. Gewicht des Stahls liegt zwischen 7,4und 7,0; ein Kubikfuß wiegt also 394 bis 420 Pfd. DerStahl übertrifft an absoluter Festigkeit und Elastizität dasSchmiedeeisen bedeutend. Der Bruch des Stahls ist immerkörnig, aber feinkörnig zackig, mit einer hellgrauen Farbe,die bei den besser» Sorte» auf der ganzen Bruchfläche gleich-mäßig bei gleicher Feinheit des Gckörns sein muß, währendder schlechte grobkörnig und das Stabeisen entweder eben-falls grobkörnig oder sehnig im Bruch ist. Je gleichförmigerin Farbe und Feinheit die Bruchfläche, desto gleichmäßigerder Stahl. Durch Bearbeitung (Hämmern, Walzen, Draht-ziehen) wird er sehr verfeinert, er geht aber niemals in dasSehnige über. Im gehärtete» Zustande hat der nämlicheStahl ein feineres Korn als ungehärtet. Von dem Schmie-deeisen unterscheidet er sich auch dadurch, daß er, besonderswenn er gehärtet, dem Rosten viel weniger ausgesetzt ist, alsdas Schmiedeeisen. Bei dem Erhitzen zeigen die wechselndenFarben in ihrer Aufeinanderfolge: Strohgelb, Dunkelgclb,Purpurroth, Violett, Dunkelblau, verschiedene Grade derHärte an.
Fabrikation des Stahls. Man stellt ihn ent-weder aus Roheisen, durch thcilweise Entziehung des Koh-lenstoffs, oder aus Schmiedeeisen durch Verbindung mitKohlenstoff dar. Im ersten Fall erhält man den Rvh-oder Schmelzstahl, Mock, franz. 4cior naturcl, 4. brüt,4. cle lvrgo, 4 de tonte, 4. d'4llewaxne; engl. biataral, üir-nace, rongh oder 6orman Steel, im zweiten Fall aber denCäment- oder Brennstahl, franz. 4. de ccmentation,4. poule; engl. blistcrod Steel, st. vk ccmentation. Die Be-reitung des Rohstahls (das Stahlfrischen) geschiehtnur bei Holzkohlenfeuer mit gutem Erfolge in einem Frisch-heerde, so wie die Bereitung des Schmiedeeisens und stimmtauch in den Hauptpunkten mit letzterer übercin, nur mußman dabei die Einwirkung des Windes auf das schmelzendeRoheisen mäßigen, damit nicht zuviel Kohlenstoff verbrenne.Aus 100 Pfund Roheisen erhält man 72 bis 78 Pfd. Stahl.Die Güte des Stahles hängt von der Güte des Eisens ab.— Den Cämentstahl macht man durch Cämentircn vonflachen SchniiedeeisenstLben, d. h. durch starkes und anhal-tendes Glühen derselbe» in einer Umhüllung mit Kohle,wobei aber keine Schmelzung eintreten darf. Der Cäment-stahl kann nur aus solchem Stabeisen gemacht werden, dasmit Holzkohle crblascn und gefrischt ist, weshalb in Englandder Stahl nicht aus englischem Stabeisen, sondern nur ausindischem, schwedischem oder russischein,Eise» und der besteStahl aus dem schwedischen mit I. bezeichneten Dannemora-Eisen gemacht wird. Zuerst geht die Stahlbildung an derOberfläche des Eisens vor sich, dringt aber allmälig in dasInnere und endlich durch und durch. Je länger dieCämenta-tion gedauert hat, desto kohlcnstoffreicher und härter fälltder Stahl aus. Man wendet zu dieser Arbeit feststehende,8 bis 18 Fuß lange, 26 bis 36 Zoll breite und 2 bis 3 Fußhohe Kästen aus feuerfestem Thon oder Ziegeln an, derenWände einige Zoll dick sind und welche auf dem Heerde einesFlammenofens (Cämentir- oder Stahlofen) auf Unterlagenstehen, so daß die Flamme auch unter dem Boden durchstrei-che» kann. Zur Stahlbereitung wählt man hartes, nichtsehniges und von unganzen Stellen möglichst reines Eisen