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meinschaftlich durch Bootvcrcine (Baadlag) betrieben, vondenen jeder zwei Böte mit je 3 Mann rüstet, und 20 bis 30Bootvcreine sich um eine Jacht vereinigen. Man fängt dieFische entweder mit Netzen oder mit Angeln an einemSeil. Fängt man sie in entfernter» Gegenden, wiez. B. an Neufundland, so werden dazu Schiffe von 40bis 130 Lasten, mit 13 bis 30 Mann ausgerüstet, auf einhalbes Jahr mit Lebcnsmitteln, so wie mit Tonnen undSalz versehen. Zum Köder diene» zerschnittene Heringe,Schellfische, Secstinte, Herzen von Wasscrvögeln !c., imNothfall gebraucht man auch wohl rothe Lappen oder klei-nere Fische. Am liebsten hält sich der Kabliau auf denBänken auf, wo es viele Muscheln und Krebse giebt, unddann kann ein Boot zuweilen an einem Tage 4 bis 600Stück bekommen und in 2 bis 3 Wochen eine Ladung von8 bis 6000. Bor der Entdeckung Neusnndlands (im Jahr1497) wurde der Stocksischfang im Großen nur an den Kü-sten von Island und bei den westlichen Hcbridcn getrieben;aber bald nach der Entdeckung der erwähnten Insel bemerkteman das außerordentlich starke Zuströmen an die Ufer der-selben, und die Franzosen, Portugiesen und Spanier fingenbald an, dort Fischerei zu treiben. Die Engländer betratendieses Feld erst später. Im Jahr 1378 hatte Frankreich ander Bank von Neufundland 130 Fahrzeuge, Spanien 120bis 130, Portugal 30 und England zwischen 30 und 30.Im Anfang des vorigen Jahrhunderts war die dortige Fi-scherei besonders in den Hände» der Engländer, der Anglo-Amerikaner und der Franzosen; die der letzter» erlitt aberdurch die Wegnahme von Kap Breton und der übrigen Be-sitzungen in Amerika einen schweren Schlag, und die britischeFischerei wurde durch den amerikanischen Freiheitskrieg inzwei Hälften geschieden. Der früher von Neu-Englandaus betriebene Theil derselben ging damals an die Verein.-Staaten über, jedoch behielt Großbritannien immer noch denbedeutendsten Theil. In den 3 Jahren 1787 bis 1789 sol-len durchschnittlich 402 größere Schiffe, 1911 Boote und16,856 Mann von Seiten Englands bei der amerikanischenFischerei thätig gewesen sein. Während des letzten Krieges,als die Franzosen von der Fischerei gänzlich ausgeschlossenwaren, erreichte sie in England ihre höchste Blüthe, so daßim Jahr 1814 der Gesammkwcrth des Ertrags der Neu-fundlandfischerei über 2,800,000 Pfd. Sterl. betrug. Seitdem Frieden hat aber die britische Fischerei an der Bank vonNeufundland immer mehr abgenommen, und man kann wohlsagen, daß sie jetzt kaum mehr besteht. Sie wird fast aus-schließlich von Franzosen und Rordamerikanern betrieben.Letztere haben dabei natürlich größere Vortheile in Händen,als jede andere Ration. Ein bedeutender Fischfang wirdauch von den kleinern und größer» Häfen von Ncuschottlandund Kap Breton, Reubraunschweig rc. betrieben. An derKüste von Labrador ist die britische Fischerei sehr bedeutend.Während der günstigen Jahreszeit begeben sich zwischen 200bis 300 Schooner von Neufundland nach den verschiedenenFischcrstationen an der Küste von Labrador, wo gegen20,000 britische Unterthanen während der Fangzeit Beschäf-tigung finden. Seit dem Jahr 1814 hat sich die Labrador-fischerei um mehr als das Sechsfache vergrößert, was haupt-sächlich dem Umstand zuzuschreiben ist, daß die Engländerdurch die Franzosen von den ncufundländischen Küsten ver-
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drängt worden sind. Von den getrockneten, durch englischeUnterthanen aus Neufundland versandten Fischen gehen V»nach dem Contincnt von Europa und zwar das meiste nachden katholischen Ländern (Spanien, Portugal u. Italien);das Uebrige kommt nachWestindie» und Großbritannien.—Die Amerikaner führte» vom 1. Oktober 1831 bis zum 1-Oktober 1832: 230,314 Ctr. getrockneten und 102,770 Fäs-ser gesalzene» Stockfisch (Laberdan), in einem Gesammtwerthvon 1,030,000 Dollars aus. In den verschiedenen HäfenFrankreichs (von denen besonders Dünkirchen, Granville,Bordeaux, la-Rochclle, Nantes und Marseille Schiffe fürden Fischfang ausrüsten) liefen im Jahr 1831 302 Fahrzeugeein; dieselben hatten zusammen einen Gehalt von 33,180Tonnen, waren mit 6243 Leuten bemannt und führten eineLadung von 1,163,229 Kilogramm Thran, 12,817,943 Ki-logramm getrockneten und 9,922,680 Kilogramm grünenStockfisch ein.
An den Küsten von Schottland wurde früher auchstarker Stocksischfang getrieben, jetzt aber weniger; die Ver-sendung geschah vorzüglich von Aberdeen aus. An Nor-wegens Küsten ist der Hauplfang der Stockfische im Fe-bruar und März, und im Jahr 1827 waren 2916 Böte zurFischerei bei dem Vogt von Lofodcn eingeschrieben und nist j15,480 Fischern besetzt, die 16,436,620 Fische fingen, vondenen 43,060 Tonnen Lebern oder 21,330 Tonnen Leberöl,und 6000 Tonnen Roggen gewonnen wurden. Den wich-tigsten Handel damit treibt Bergen. Die Holländer ^fangen Kabliau an ihren Küsten und aus einer in der Nord-see gelegenen Doggersbank. Die meisten Stockfische werde»in Dortrecht für den Handel vorbereitet. Die verschiedene»Sorten desKabliau sind folgende:
1) Großer Kabliau oder Kaufmanns fisch,franz. lleaml öloruo oder poisson marckonä. Von diesen mußdas Hundert 900 Pfd. wiegen.
2) Mittelkabliau, französ. lllorue mozenne oderllowson moxon. Das Hundert von dieser Sorte wiegt600 Pfund.
3) Kleiner Kabliau, französ. gellte öloruo oderlioxuel.
4) Ausschuß-Kabliau, französ. Kor»e äe robul.Hierher rechnet man alle kleinen, fleckigen, zu schwach gesal-zenen, zerbrochenen und zerstückle».
Der frische Kabliau kommt, da er sich nicht lange hält,nur in die Seestädte. Häufig wird er, nachdem der Käsiiabgeschnitten und das Eingeweide herausgenommen worde»ist, mit Scesalz eingesalzcn und in Tonnen fest eingepackt-Jn diesem Zustande heißt er Laberdan, welche Benenne»^von der schottischen Stadt Aberdeen herrührt. — Der a»lGerüsten getrocknete Kabliau oder eigentliche Stockfis^wird auf verschiedene Weise in Sorten getheilt: die Hol-länder nennen den langen Langfisch, den kurzen Kokt-schaar, den runden Rundfisch. Am besten ist der er>stund am wohlfeilsten der zweite. Zum Klippfisch, ^nennt man den vor dem Trocknen erst eingesalzcncn, nin»^man am liebsten die fettesten Fische, und nennt die große"gespaltenen Brcitfische. Hängefisch wird derjenigeKabliau genannt, der zum Trocknen nicht ausgebreitet, s»"-dcrn ausgehängt wird. Bei'm Flachfisch wird im Gegen-theil der Leib flach ausgelegt.
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