Strumpfwaaren
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Stückgüter
Die sogenannten Patentstrohhüte bestehen aus ei-nem förmlichen Gewebe, dessen Aufzug aus gelbgefärbterSeide und der Eintrag (Einschlag) aus Stroh ist, und insehr verschiedener Weise oder Mustern, voll oder durchbro-chen zusammengewebt werden. Aus diesem Patentzeugekönnen ebenfalls nur Frauenhüte gemacht werden.
Der Verbrauch aller Strohwaaren ist nicht unbedeu-tend, und der Verkauf geschieht im Großen nach dem Dutzend,im Kleinen stückweise.
Strumpfwaarcn, sind in neuerer Zeit durch An-wendung der Maschinen sehr vielartig geworden, währendes früher nur Strümpfe und Handschuhe gab, die mit derHand gestrickt wurden. Das Stricken soll in Spanien er-funden worden sein, die Franzosen aber behaupten, dasselbevon den Schottländern erlernt zu habe», und kannten esvor dem Jahr 1327, wo es in Frankreich schon eine Stricker-zunft gab. Die sinnreiche Erfindung des Strumpfwirker-stuhls gehört nach glaubwürdigen Nachrichten dem Eng-länder William Lee aus Woodborough in der GrafschaftNottingham. Er sing zu Calvcrton bei Nottingham an zuarbeiten, fand aber so wenig Unterstützung, daß er sich ent-schloß, auszuwandern. Er ging mit seinen Gehülfen nachFrankreich, wo er an Heinrich IV. einen Gönner fand, wieer ihn bedurfte, und ließ sich in Rouen nieder. So langeHeinrich lebte, unterstützte ihn derselbe, aber mit dessen Er-mordung hörte diese Unterstützung auf, und Lee starb inArmuth in Paris. Seine Arbeiter gingen nach Englandzurück, und stellten dort des Meisters Maschine wieder inNottingham auf, das seitdem der Mittelpunkt dieses Indu-striezweiges geworden ist. Nach und nach wurde der Bauder Maschine verbessert, und namentlich war die Besserungvon Jedeviah Strutt aus Dreby insofern wichtig, als es da-durch möglich wurde, erhabene und vertiefte Streifen zu ma-chen, oder das sogenannte Patentsiricken auszuführen.Ueberhaupt muß bemerkt werden, daß zu jeder Art der ver-schieden faronnirten Waaren eine verschiedenartige Maschi-neneinrichtung nothwendig ist, und daß man im allgemeinenglatte und faconnirtc Waare unterscheidet. Die Maschinebesteht aus einem Holzgcstell mit den eigentlichen Wirk-Maschinenstückcn, nämlich den Nadeln aus gutem Eisen-draht und vorn zu einem elastischen und fein zugespitztenHaken gekrümmt, dann zwischen je zwei Nadeln einePlatine, d. i. ein dünnes, eigenthümlich geschweiftes StückStahlblech, und nach der Art der Befestigung in der Ma-schine, rücksichtlich des Gebrauchs, theils stehend, theils fal-lend ist, die insgesammt durch besondere Maschincnfiücke,namentlich die Kullirschemcl, d. h. Fußtritt, Hebel (linden),Platinenschachtel, Platincnbarre rc. in Bewegung gesetztwerden. Bei der glatten Waare besteht jedes Stück aus ei-nem durch alle Maschcnreihcn fortlaufenden und i» einan-der verschlungenen Faden. Die Zahl der Nadeln in einemWirkstuhl ist 120 bis 210 und oft noch mehr. Je nach derFeinheit der zu erzeugenden Waare sind 13 bis 40 Radeln(oder Platinen) auf 1 Zoll Breite. Wegen dieses Umstandeskann auf jedem Wirkstuhl nur eine einzige Art Waare ge-fertigt werden. Uebrigens kann ebensowohl baumwollenes,als wollenes und leinenes Garn, so wie auch Seide verar-beitet werden.
Die verschiedenen Arten Strumpfwaarcn sind Strümpfe,Mützen für Männer, Frauen, Kinder, Jacken zum Unter-ziehen, Handschuhe, Unterhosen, Geldbeutel, Hosenträger rc.,sowohl glatt als gemustert und namentlich in sogenannterdurchbrochener Art, alle hauptsächlich für das tägliche Be-dürfniß, aber auch nicht ganz unabhängig von der Mode,einer Haupttriebfeder in der industriellen Thätigkeit. Fastalle diese Arten der Strumpfwaaren werden aus den ver-schiedenen genannten Stoffen gemacht, meist aber aus Baum-wolle und Wolle, weniger aus Seide, und diese mehr alsLuxusartikel.
Die meisten Strumpfwaarcn liefert unter allen LändernSachsen neben England, die beide um den Vorrang ringe».In England werden wollene Strumpfwaaren hauptsächlichin der Grafschaft Leicester, seidene in Derby und Notting-ham, baumwollene ebendaselbst so wie in Linkley und Tcw-kesbury viel gemacht, trotzdem bezieht der englische Handelnoch viel Strumpfwaarcn in Baumwolle aus Sachsen, de-ren Manufaktur in der Gegend von Chemnitz (zu Limbacd)und Waldcnburg, in den Amtsbezirken Augustusburg undStollberg, so wie in den Reccßhcrrschasten Glauchau, Liech-tenstein , Hartcnstein und in der Herrschaft WildenfelsHauptbetrieb ist. Hauptorte für Wollstrumpfmanufaktursind Zschopau und Bautzcn. Die sächsische Waare hat zwarin Güte und Wohlfeilheit die Konkurrenz mit dem englischenFabrikat bestanden, dennoch leidet die Manufaktur in denungünstigen Verhältnissen des Handels schwer. Beträchtlichist die Strumpfwaaren-Manufaktur in Böhmen und umWien; etwas, namentlich die haarigen Socken von Gancggliefert das Land ob der Enns, Wollsockcn Weichselburg undNeumarktl in Krain. Im Großhcrzogthum Weimar liefernviel Strümpfe Apolda, Jena, Buttstcdt; in Preußen dieProvinz Sachsen, Schlesien und insbesondere die StädteBerlin, Brandenburg, Stettin, Erfurt, Elbcrfeld, Barmen,Crefeldrc.; in Baiern die Bewohner des Fichtelgebirges, amMain rc. In Hessen, Nassau, Würtemberg, Hannover rc.wird die Handstrickerci theils als Gewerbe, theils nur alsNcbengewerbe betrieben. Uebrigens liefert Deutschlandhauptsächlich nur Strumpfwaarcn aus Baumwolle, Wolle,Linnen, nur wenige aus Seide, die dagegen in bedeutenderMenge aus dem Auslande eingeführt werden.
Stübchcu , ein Flüssigkeitsmaaß im nördl. und westl.
Deutschland.
Stübcr , Stüver, Stuiver, Rechnungs- undwirklich geprägte Silber- und Kupfermünzen in den Nieder-landen und den niederländ. Colonicn, im nordwcstl. Deutsch-land, in Schweden, auf den dänisch-westind. Inseln und inGuyana.
Stilbich, s. Kohlenstübich.
Stück, Stückfafi , heißt in Deutschland und Däne-mark ein großes Gebinde Wein, das aber in den einzelnenLändern und Orten von verschiedenem Inhalt ist.
Stückgüter, zählende Güter, nennt man diejeni-gen Waaren, welche nach der Zahl oder stückweise, inDutzend, Mandel, zu 100 Stück rc., verkauft werden, zumUnterschied von denen, welche gewogen oder gemessen werden.Die desfallsigen Gebräuche haben wir unter den einzelnenOrten angegeben. — Im englisch-ostindischen Handel ver-