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Zweiter Band. H - Z.
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Süßholz

Münzen cirkuliren fast nur silberne 23-Cents-Stücke undniederländische Kupfermünzen; das Hauptzahlungsmittclaber besteht in dem von der Regierung ausgegebenen Pa-piergeld, von dem, bis es eingelöst wird, 310 Gulden

100 Gulden holl. Cur. gelten sollen.

Wechsel. Man wechselt hauptsächlich aufAmster -bam, in holl. Cur., und zwar in der Regel K Monate nachSicht, mit ansehnlichem Disconto.

Maaße und lSewichte sind die alten amsterdamer.

Auf Kasse und Baumwolle werden gewöhnlich 8 PfundTara und 1 Gulden Kosten für jeden Sack gerechnet.

Süßholz, Süßholzwurzel, französisch kaciue äelloglisse, kleglisse en dois; englisch l.icorice; ital. läquinria,üegoliria; lat. llaäix liquiriliae, wie es in den Handel kommt,ist die Wurzel des in Süd-Europa wild wachsenden und inManchen Gegenden Deutschlands angebauten Süßholzes,den welcher Pflanze es zwei verschiedene Arten, nämlich dasglatte, Olxexrrlüra gladra, und das stachlige, l-.cclünitta,giebt. Das stachlige Süßholz wächst besonders inRußland und hat viel dickere Wurzeln als das glatte. Das>M Handel vorkommende Süßholz ist eigentlich nicht sowohldie Wurzel, als vielmehr der unterirdische Strunk, da mandaran deutlich Markröhren erkennen kann. Das meisteSüßholz liefern Spanien, Italien, Süd-Frankreich undSicilien. Das spanische Süßholz kommt in Stückenvon verschiedener Länge vor, die oft mehrere Fuß und derDurchmesser zuweilen einen Zoll beträgt. Die Wurzelnsind walzenrund, nach unten zu allmälig verdünnt, hart,wenig und meist gabelig verzweigt und gebogen. DieAußenseite ist bräunlich, an ältern Stücken mit einer feinenLage der Oberhaut von grauer oder gelblicher Farbe bedeckt,durch unregelmäßige Längsrunzeln undQuerwülstc ungleich.Der Querschnitt zeigt eine, >/- bis 1 Linie dicke, dichte undhochgelbe Nindensubstanz. Der Bruch ist holzig und grob-faserig, Geruch fast gar nicht vorhanden, Geschmack süß, aberspäter schwach bitterlich und reizend. Das deutscheSüßholz kommt nie in so starken Stücken vor, als das spa-nische, ist gewöhnlich mehr verzweigt und frischer, deshalbauch biegsam; die Oberfläche ist mehr zimmtbraun, ohnedie graue oder gelbliche äußere Lage, im Innern der vorigenähnlich, aber von hellerer, mehr in s Grünlichgelbe ziehenderFarbe. Die Textur ist im Ganzen lockerer, der Bruch mehrsplittrig und die Schwere weniger bedeutend, auch zeigt dasdeutsche Süßholz im frischen Zustande einen widerlich süßenund erdigen Geruch. Der Nachgeschmack ist etwas wenigersüß und mehr widerlich. Im klebrigen stimmt diese Sortewit der vorigen überein, in der Güte steht sie ihr nach unddie russische ist die schlechteste. Die italienische ist etwasdeffer als die deutsche, aber nicht so gut als die spanische.Auch in England wird Süßholz, namentlich in Porkshire,Rorthhamptonshire und in Surey gebaut. In Spaniensinket die meiste Süßholz-Ausfuhr von Aragonien, Catalo-uien und Valencia aus statt. In der Gegend von Saragossasind weite Strecken längs dem Ebro mit Süßholz besetzt.Ein großer Theil wird nach Bayonne versandt; vonSevista, Malaga und Alicanke geht viel in's nördl. Europa.Die Gesammtausfuhr soll etwa 4000 Ctr. betragen. InSicilien wird das Süßholz vorzüglich stark um Cataneä

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Süßholzsaft

und Milazzo angebaut. Auch aus Calabrien wird viel ver«sendet. In Frankreich baut man Süßholz in den Departe-ments Gard und Herault, im ehemaligen Languedoc. InDeutschland liefert hauptsächlich Franken, namentlich dieGegend um Bambcrg, so wie Mähren (bei Znaym) vielSüßholz. — Gebrauch: zur Bereitung des SüßholzsafteS(Lakritzensaft), und in der Arzneikunde.

Süßholzsaft, Lakritzensaft, spanischerSafk,franz. lus äo reglisso; engl. lücorice juice, hall or paste,Spanisü juice; ital. 8ugo o posta äi ligniririo; lat. Lueou»Iiyu',r'il!»e. Man gewinnt diesen Artikel aus dem Süßholzin den Gegenden, wo dasselbe wächst, in eigenen Lakritzen-sicdereien, Xiditrü. DaS Verfahren dabei ist folgendes:Man wäscht die in Stücke von V, bis 1 Fuß zerschnittenenWurzeln, quetscht sie dann auf einer Mühle und kocht sie ineinem großen kupfernen Kessel 8 Stunden lang, schüttethierauf Alles in Binsenkörbe, welche man unter eine Pressebringt und den Saft herausdrückt. Das Auspressen wirdmehrmals wiederholt. Der erhaltene Saft wird durch einTuch abgeklärt und in einem großen Kessel bei langsamemFeuer bis zu einer gleichförmigen Honigdicke verdunstet.Um gegen das Ende der Ovcration das Klümpern zu ver-hüten, müssen zwei Arbeiter die Masse mit eisernen Schau-feln fortwährend umrühren. Ist er erkaltet, so formt mandaraus lauter 6 bis 8 Zoll lange, >/ir bis 1 Zoll dicke Cylinr.der, die man trocknet, und um das Ankleben zu verhindern,mit Lorbeerblättern umwickelt. Auf diese Weise wird derLakritzensaft in Kisten verpackt und in den Handel gebracht.Häufig haben die Stangen durch das Breitlausen ihre cy-lindrische Form verloren und sind auf einer Seite etwasplatt. Hie und da formt man den Lakritzensaft auch wohlin runde Brode oder Scheiben von verschiedener Größe.Die ausgepreßten Wurzeln werden als Brennmaterial be-nutzt. — Der in den Handel kommende Lakritzensaft ist ge-wöhnlich hart und zeigt einen glänzenden Bruch; hat einebraunschwarze Farbe und schleimig-süßen, etwas bitterlichenGeschmack. Ist er zähe oder klebrig, so ist er von geringerGüte. Im Wasser muß er sich gänzlich auflösen und imMunde leicht zerfließen. In der Regel ist dem LakritzensaftStärke oder Erbsenmehl beigemischt, was aber nicht ausBetrug, sondern deshalb geschehen soll, um ihn vordemFcuchtwerden und Zerfließen zu schützen. Eine Verfälschungmit Kirschgummi, wie manche angeben, ist nicht wohl denk-bar, da dieses theurer ist, als der Lakritzensaft. Eine ge-wöhnliche Verunreinigung ist das Kupfer, welches in metal-lischer Form, in sehr sein zertheiltem Zustande im Süßholz-safte enthalten ist und von den kupfernen Kesseln herrührt,in denen das Kochen vorgenommen wird. Zum medizini-schen Gebrauch muß deshalb der Süßholzsaft gereinigt wer-den, und heißt deshalb in den Ofsicinen 8uccus lig. äepura-tus. — Die häufigsten Sorten sind: der spanische Süß-holzsaft, welcher auch, da viel davon über Bayonne versandtwird, Bayonner heißt, kommt in kleinen Stangen; — dercalabrische oder Abruzzo, mit einem Stempel, Vuccaäi Lorixliana, bezeichnet. Gewöhnlich sind die Stangen rundund ohne Lorbeerblätter. Er gilt als die beste Qualitätund man bezieht ihn über Trieft, Livorno und Marseille. —Der sicilianisch e, um 12 bis 18 Pcst. geringer als dievorige Sorte, enthält sehr viel Lorbedrblätter, für die

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