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Zweiter Band. H - Z.
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Svendborg 68Ü — Syrup

2 Proc. Lara gerechnet werden. Sicilien soll jährlich über6000 Ctr., für mehr als 60,000 Ducati, ausführen. Derlevantische kommt nur selten nach Europa und ist wegenseiner geringen Qualität auch wenig gesucht. — In Frank-reich wird zwar auch Süßholzsaft gesotten, doch nicht einmalgenug für den eignen Bedarf. — Der bamberger Süß-holzsaft kam früher nur in kleinen runden, zolldicken, miteinem Hirsch gestempelten Kuchen vor; jetzt hat er aber diegewöhnliche Stangenform. Man soll ihn häufig mit Mehlund Pflaumenmus verfälschen. — Der russische Süß-holzsaft wird vornehmlich in Astrachan bereitet und überPetersburg ausgeführt, etwa 1000 Pud jährlich. Er ist inEichenblätter eingewickelt. — Gebrauch: In denApotheken; zur Bersüßung des Bieres, wozu besondersviel in England consumirt wird, und auch als brauneMalerfarbe.

Svendborg, Stadt auf der SOspitze der dänischenInsel Fünen, an dem schmalen Kanal, wodurch Fünen vonder Insel Taasing getrennt wird, mit 3200 Einw., Hafen,Schiffbau, beträchtlicher Branntweinbrennerei, Leimsiederci,Gerberei, Labak- und Töpferwaarcnmanufaktur, Handelmit Getreide, Branntwein, Leinöl, Häuten. Die hiesigeRhederei bestand am Schluß 1816 aus 101 Schiffen von4493 Commerzlasten. Im Jahr 1816 kamen hier Ol l von12,438 CL. an und abgingen 011 Schiffe von 11,032CL. Die Ausfuhr von Getreide betrug 1816 an 103,120Tonnen.

Swinemündc, Kreisstadt des Kr. Usedom-Wollinin Preußen, Regicrungsbz. Stettin, NO. von Uckermündc,an der Mündung der Swine in die Ostsee, mit 3000 Ew.,Hafen von Stettin, Rhederei, Schiffbau, Schifffahrts-Kommission, Seehandel, besuchtes Seebad. Vgl. Stettin.

Sydney, Hauptstadt der sämmtlichen britischen Be-sitzungen in Neuholland oder Australien, auf Ncu-Süd-Wales, unter 33° 31' s. Br. 181° 17' w. L. Grw., aneinem Einschnitt der herrlichen Bucht mit dem Hafen PortJackson gelegen. Sydney verdankt sein Bestehen der 1788hier von England gegründeten Verbrecher-Kolonie, und istgegen alles Erwarten in kurzer Zeit zu einer hohen Blüthedes Verkehrs gelangt, denn man zählte 1811 in der Koloniebereits 29,073 Einw. Alle Bildungsmittcl der Gesellschaftsind vorhanden: Schulen, Bibliotheken, Zeitungen, fernerBeförderungsmittel des Handels und der Industrie: Kredit-kassen, Sparkassen, Privatbanken, Assekuranzen, Schiffs-werften, ein Leuchtthurm. — Im Jahr 1843 betrug dieBevölkerung, in Neu-Süd-Wales 181,836 Seelen, davon74,931 Männer, 36,223 Weiber und 70,382 Kinder. Dasangebaute Land betrug 1844: 144,098, 1843: 163,311Acres. Die Hauptausfuhr besteht in Wolle, deren Ausfuhrfortwährend steigt. Sie betrug 1822 an 152,880 Pfd.,1840 schon 7,668,960 Pfd.

Münzen und Rechnung.

Gewöhnlich rechnet man nach der (engl.) Sterlings-Baluta, aber auch nach spanischen Piastern, die häufigcirkuliren. In Neu-Süd-Wales werden die letzter» zu8 Schill. genommen.

Maße und Lemchte sind die englischen.

Man rechnet in Neu-Süd-Wales nach pounäs,llivros oder Pfunden zu 20 SIlUlinxs (Schillingen) » 12llence (Pfennige). Die hiesige Valuta ist aber sehr abwei-chend von der englischen, indem der Zahlwerth durch denfesten und allgemeinen Curs der hier am häufigsten umlau-fenden Münze, des spanischen Piasters (Oollar), zu8 Skillinzs sich bestimmt. Hiernach betragen 2,41875Pfund (I'oun.I) von Neu-Süd-Wales eineköln. Mark fein Silber, und der Werth eines solchenPfund ist 8,788114 Thaler oder 8 Rlhlr. 23 Sgr. 7°/, Pf.preuß. Curant — 8 Rthlr. 12 Gr. 3°/z Pf. Conventions-Münze.

Auf Vandiemensland rechnet man ebenfalls nachllouinls zu 20 Sbiwngs a 12 pence, nimmt aber daselbst denspanischen Piaster nur zu 4 8lnII. 6 kence.

Syrien, ein zur Türkei gehöriges Land, das amöstlichen Theil des mittelländischen Meeres zwischen dem30° 86' bis 37° 2' n. Br. und dem 32° 18' bis 37° ö. L.liegt. ES stößt SO. und S. an Arabien, SW. an Egypten,W. an das mittelländische Meer, NW. an das PaschalikJtschil, N. an das Paschalik Marasch, RO. an das Pa-schalik Reha, O. an Bagdad; gegen 2300 QM. mit etwa2,900,000 Einw. Die Küste ist sehr zerrissen, felsig undsteil und hat einige Häfen, die jedoch früher zugänglicherwaren, als jetzt, wo sie größtenthcils versandet sind. DasLand wird von den beiden Gebirgen Libanon und Antiliba-non durchzogen, die der Küste sehr nahe treten, jedoch sinddie Thäler fruchtbar, aber das Land ist übrigens sandig.Die Flüsse sind der Orontes und der Frat oder Euphrat.Außerdem giebt es mehrere Seen, die wegen ihres eigen-thümlichen Wassergehalts merkwürdig sind, z. B. das todteMeer (mit Erdpcch), von den Salzseen der Gcbul oder Al-Zarka. Die Bewohner sind meist Beduinen, theils in festenSitzen, theils auch Nomaden; außerdem griechische Christenund Juden, die sich hauptsächlich mit dem Handel beschäfti-ge», der für den Verkehr zwischen Europa und Asien sehtwichtig ist, besonders auf der Straße nach Damascus rc.,vergl. den Artikel Alcppo; denn Aleppo ist die Hauptstadtvon Syrien. Die syrischen Handels - und Küstenplätze sindBeyrut, Akka oder Acre, Alexandrette, Latakia/Tripoli, Ladikieh, Skanderun, Said, Jaffa rc.Zu Lande geschieht der Handelsverkehr durch Karavanen.Uebrigens begreift man Syrien häufig unter dem NamenLevante.

Syvllp, Syrop, franz. 8>rop cke sucro, Gelasses;engl. Kolosses, Kcllsses, 8)rop ok suxor, common treoclo!ital. Kielarro o soiroppo eli ruccliero, heißt der in den Zucker-raffinerien bei der Bereitung des Hut- und Candiszuckersablaufende nicht krystallisirbare Zuckersaft (Schleimzucker)-Derjenige, welcher von den mit Thon bedeckten Zuckerftk-men abfließt, heißt gedeckter oder Decksyrup; derjenigewelcher schon abläuft, ehe die Form bedeckt ist, wird unge-deckter genannt und ist weniger gut als der erstere, denman noch in den vom ersten und zweiten Decken unter*scheidet, wovon letzterer der beste ist. Der bei der Berei-tung des Candiszuckers abfließende weiße Syrup wird ge-wöhnlich wieder mit eingekocht. Am vorzüglichsten ist derin Westindien bei der Krystallisirung des Rohzuckers ab-