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Zweiter Band. H - Z.
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Tabak

Syra

> tröpfelnde Syrup. Er heißt Melasse und wird zum Theilwieder mit verfetten, zum Theil auch auf Rum benutzt.. I» England machen die Zuckersieder aus der aus den Kolo-1 dien kommenden Melasse noch einen weichen groben Zucker:Bastard oder Syrupmehl (üastaräs, Iroacle). Da nun inEngland der Zoll auf den, aus den westindischen Kolonienund von Mauritius kommenden Syrup nur 9 Schillingepro Ctr. beträgt, während er vom Rohzucker l'/s Q ist, sowird häufig Syrup eingeführt, der noch eine Menge kry-ftallisirbaren Zucker enthält. — Gewöhnlich stellt der Sy-rup eine dunkel rothbraune, in größern Massen schwarz aus-sehende, dicke, klebrige Flüssigkeit von mehr oder wenigerangenehm süßem Geschmack dar. Je dicker, süßer und Hellerder Syrup ist, desto mehr wird er geschätzt. In den Han-del kommt er in Tonnen, deren Boden mit Gyps begossenlft. Jetzt kommt auch sehr viel Runkelrübenzuckersyrup vor;dieser ist aber in der Regel nicht sehr haltbar und die ge-ringsten , sehr wohlfeilen Sorten desselben werden zurSchuhwichse verbraucht. Wenn man den Syrup in Gäh-rung setzt, so erhält man daraus Branntwein. Viel Syrupwird von den ärmern Volksklassen anstatt des Zuckers ver-braucht, auch verwendet man ihn als Ingredienz zum

Schnupftabak. — Der Verkauf des Syrups im Großen ge-schieht nach dem Gewicht, xr. Centner oder pr. 100 Pfund.Sehr viel Syrup liefern die Hamburger Zuckersiedereien. —Mehr über diesen Art. findet man unter Zucker.

Syra, das alte Syro s, eine Insel im griechischenArchipel, von 2 QM. mit 80,000 Einw., deren Zahl durchdie vielfachen Einwanderungen der Flüchtlinge von dendurch die Türken zerstörten Nachbarinseln, namentlich Chio,sich auf diese Höhe geschwungen hat. Syra ist der Sitzeines außerordentlich lebhaften Handels mit Griechenlandund der Levante und jetzt die für den Verkehr wichtigste Inseldes Archipels. Die Stadt Hermopolis oder Neu-Syros, auf der Ostküste, welche von den hieher Geflüchte-ten gegründet wurde, zählt gegenwärtig schon 33,000 Ew.,und ist mit ihrem guten Hafen der Handelsplatz von Grie-chenland, namentlich für den Handel mit Asien. Es befin-den sich daselbst wichtige Schiffswerfte und die triester undmarseiller Dampfschiffe berühren dasselbe auf ihrer großenlevantischen Route als Station. Unweit davon liegt Alt-Syros.

Sznuv (Schnur), polnisches Längenmaaß, von 10poln. Ruthen.

T.

V«Hik»xo, lobaxo, eine den Engländern seit 1814gehörende Klein-Antillen-Jnsel, die östlichste der InselnUnter dem Winde; 89 englische QM. groß mit (1839:)11,748 Einw. Hauptort und Sitz des britischen Guvcr-Ueurs ist Scarborough, und unter den Ankerplätzen Rocklyder beste. Produkte sind Zucker, Molasse, Rum, aber seit1832 bis 1841 hat deren Ertrag nach der Menge durch-schnittlich um die Hälfte abgenommen und der Ertrag anKasse ist sehr gering.

Tabak, franz. lakac; engl. und ital. lodacco, nenntWan die auf verschiedene Weise zubereiteten Blätter der inAmerika einheimischen Tabakspflanze, dücotwna, welchewan theils zum Rauchen (Rauchtabak), theils zum Schnu-pfen (Schnupftabak) gebraucht. Der Name Tabak wirdU°n einigen von der Insel Tabago, von andern aber ausdem Namen der neuspanischen Provinz Labaco hergeleitet.

^ Der lateinische Gattungsname der Pflanze rührt von Jean

^ Bicot her, welcher ein Rath des französischen Königsvuanz II. und Gesandter am portugiesischen Hofe war und1860 der Königin Katharina von Medicis Tabakssamenüberreichte, indem man sich von dem Kraute außerordent-f'che medizinische Wirkungen versprach. A. von Humboldtführt in seinem Lssai politiguo sur la dlouvelio Lspagno an,daß die Bewohner der Insel Hayti (St. Domingo) mit demtarnen Tabaco das Instrument zum Rauchen, die Pfeife,bezeichneten und daß hiernach die Spanier diesen Ausdruckfür das Kraut selbst einführten. Der Gebrauch, den Tabaköu rauchen, soll im Jahr 1496 von einem spanischen Mönche,Boman Pane, zuerst beobachtet und später von ihm nachSpanien gebracht worden sein. Der Ursprung der Ge-

wohnheit des Tabaksrauchens wird gewöhnlich so hergeleitet,daß indische Priester sich des Tabaks bedient hätten, um da-durch in eine Art von begeistertem Zustand zu gerathen, dersie befähigte, gleich den Priestern des pythischen ApolloOrakelsprüche zu verkünden. Sollte irgend etwas Wichti-ges entschieden, sollte der Ausgang einer zweifelhaften wich-tigen Sache, wie z. B. eines Krieges, vorhergesagt werden,so befragte man jene Priester. Trockene Tabaksblätterwurden dann von letztcrn auf's Feuer gelegt und der hier-durch entstehende Dampf mittelst einer Röhre durch denMund eingesogen. Bald gerieth der Priester in eine Artvon Verzückung, verlor endlich das Bewußtsein und bliebso lange unberührt liegen, bis er endlich wieder zur Besin-nung kam. Alsdann deutete er jenen betäubenden Zustand,in den er verfallen, als die Periode, während welcher er sichmit der Gottheit über den fraglichen Gegenstand beredeteund deren Meinung er darüber vernommen habe. Wieleicht betäubende Substanzen allgemeinen Eingang finden,ist nicht nur durch den Gebrauch des Opiums im Orient,sondern auch durch den der geistigen Getränke in unsern Ge-genden hinlänglich bekannt. So viel ist gewiß, daß dieSpanier im Jahr 1320 diese Sitte in Amerika schon fanden.Durch die Schiffe des bekannten Drako kam zuerst Tabakaus Birginien nach England und sein Gebrauch verbreitetesich mit reißender Schnelligkeit unter allen europäischenVölkern. Das Schnupfen des Tabaks soll zuerst bei denSpaniern aufgekommen sein. — Die Verbreitung des Ta-baks fand anfangs auch viele Widersacher, die die Sitte desRauchens für unanständig und der Gesundheit nachtheilighielten. Karl I. veranlaßte die Priester, öffentlich gegen

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