Tabak
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Tabak
Nach der Dicke und Farbe. Zu Schnupftabak wählt mandie dicken, fetten, schwarzbraunen Blätter, zu Rauchtabakdie dünnen. Hierauf löst man aus den zu Rauchtabak be-^ stimmten Blättern die starken Rippen, welche man entwederNoch unter den Schnupftabak gebraucht, oder durch WalzenPlatt gedrückt dem geringern Rauchtabak beimengt. Umhierauf die Blätter zu veredeln, sie mehr vor dem Verder-ben zu sichern, ihnen einen bessern Geruch und Geschmack,so wie ein besseres Ansehen zu geben, muß man sie sauci-r e n. Dies geschieht durch dieBeitze oder Sauce, welcheMan in die Poren der Blätter dringen läßt. Auf der glücklichenWahl derselben beruht oft hauptsächlich der Flor einer Fa-brik. Die Beitze wird theils aus salzigen, theils aus süßenIngredienzien bereitet. Erstere, wie z. B. Kochsalz, Sal-miak, Salpeter, Potasche rc., dienen dazu, um die ekelhafteSchärfe des Tabaks zu mildern, letztere, wie z. B. alterFranzwein, Branntwein, Mallaga, Most, Honig, Syrup,Rosinen, Feigen, Pflaumen, Himbeeren, Wacholderbee-ren, Thee, Zimmt, Gewürznelken, Muskatblumen, Sto-rax, Bcnzoe, Mastix, Weihrauch, Cascarillrinde, Anis,Fenchel, Lorbeerblätter rc., sollen den Wohlgeruch undWohlgeschmack befördern. Derartige Ingredienzen werdenin passender Auswahl und gutem Verhältniß durch Wasserin die liquide Form versetzt oder Extrakte daraus verfertigt,womit die Blätter getränkt oder besprengt und dann inFässer eingepackt werden, wo sie in eine Art von Gährungkommen, welche das natürliche Mischungsverhältniß abän-dert und den Blättern, außer den bereits vorhin angegebe-nen Eigenschaften, auch mehr Zähigkeit und Biegsamkeitgiebt. Je einfacher die Beitze ist, d. h. je weniger Ingre-dienzien dazu genommen werden, desto besser ist sie. Dieamerikanischen Blätter bedürfen oft keiner andern Zuberei-tung, als daß sie geschnitten und mit einander vermischtwerden, so daß die leichten Sorten die schweren genießbarund diese die leichten wohlriechender und schmackhafter ma-chen. Bon unwissenden oder betrügerischen Fabrikantenwerden öfters schändliche Sudeleien mit der Sauce getrie-ben. Sie nehmen z. B., um dem Tabak eine in die Augenfallende Farbe oder erntn gewissen Geschmack zu geben, gif-tige oder sonst schädliche Stoffe darunter. Die zu Rauch-tabak vorbereiteten Blätter werden, nachdem man sie aufHorden an der Luft getrocknet hat, auf der Schneidemaschine,die viel Aehnlichkeit mit einer Häcksellade hat und häufigdurch ein Wasserrad oder Pferd getrieben wird, mehr oderweniger fein zerschnitten. Der zerschnittene Tabak ist abernoch ziemlich feucht und wird deshalb auf Drahthorden übereiner Darre, besser aber aus durch Dampf erhitzten Plat-te» getrocknet, jedoch ja nicht gedörrt, dann auf dem Vor-rathsboden auf einen Haufen geschüttet, oft mit einer andernSorte vermengt und endlich in große Säcke oder in Packetegepackt. Zu den Packeten hat man hölzerne Formen, inwelchen man das Papier salzt, dann mittelst eines Trichtersden Tabak einfüllt, ihn mit einem hölzernen Stampfer fest-stampft und das oben vorstehende Papier ebenso wie untenZusammenlegt, worauf es versiegelt wird. Diese Packetefind nach dem Gewicht zu >/,, , V» Pfund einge-
richtet.
Zum Rollentabak sortirt man zuerst die Blätter nachder Farbe und scheidet die bessern gelben von den geringern
braunen; aus beiden Sorten sucht man dann die unverletz-ten breiten Blätter aus, welche als Wickelblätter die Außen-seite der Rolle bilden. Aus den gelben Blättern schneidetman mit einem Messer, unter dem ein Klotz liegt, die untereRippe etwa 2 Zoll lang aus. Vor dem Spinnen werdendie Blätter mittelst eines Beschens mit Wasser befeuchtet,damit sie weniger brechen. Die Spinnmühle besteht auseiner horizontalen eisernen Spindel, die sich zwischen zweisenkrechten Ständern mittelst der, an dem einen Ende ange-brachten Kurbel dreht und an dem über dem Werktisch lie-genden Ende einen 8 förmigen Haken hat; die Spindel istmit einem Schwungrad verbunden, oder blos mit Spei-chen wie eine Garnhaspel versehen. Der Spinner nimmtnun 10 bis 20 Blätter, je nachdem die Rolle dick werdensoll, drückt die kleinen oder zerbrochenen Blätter zu einemWickel zusammen, umwickelt ihn mit großen Wickelblättern,bindet ihn mittelst eines Bindfadens, den er an den 8 för-migen Hake» hängt, an die Spinnmühle und legt denWickel auf den Werktisch. Während nun eine Person denHaspel dreht und die Blätter dadurch zusammenwindet, setztder Spinner immer einen Wickel an den andern und drücktmit dem Handeisen, einer eisernen Platte, die mit 2 Rie-men an die rechte Hand geschnallt wird, stark gegen dieRolle, wodurch sie glatt und fest wird. Ist die Rolle solang als der Werktisch, so wird sie aus dem Haken gezogen,auf den Haspel gewickelt und ihr Ende durch den Haken ge-steckt, um neue Wickel daran spinnen zu können; ist derganze Haspel angefüllt, so wird der Tabak abgenommen,aus freier Hand zu einer Rolle gewickelt und zuletzt ge-preßt.
Die Cigarren, franz. cixaros, engl. Sexars, ital.Nxare, sollen aus Spanien stammen. Ihre Verfertigungist einfach und leicht, für Arbeiter, die mit dieser Arbeitumzugehen wissen. Der Name stammt von der Sitte, dengeschnittenen Tabak in Papier zu rollen und so zu rauchen.Man legt auf ein reines gesundes Tabaksblatt, das Deck-blatt, die aus zerschnittenen Blättern bestehende Einlageund rollt dann den Cigarro zusammen, entweder mit derHand auf dem platten Tische, oder auf einer am Halse hän-genden Tafel, oder auf dem entblößten linken Arme, worinbesonders die spanischen Arbeiter eine große Fertigkeit habensollen. In den deutschen Fabriken werden die Cigarrennur schwach zusammengerollt und dann eine Zeit lang ineiner Form gepreßt, die aus 2 Platten, mit Rinnen vonder Größe der Cigarren besteht. Bei den Stroh- oderDamen-Cigarren besteht das Deckblatt aus einem Blattevon Mais und die Einlage aus feinen Havana-Blättern.Beiden Cigarren kommt es, abgesehen von der Qualitätder dazu genommenen Blätter, darauf an, daß sie Lufthaben, d. h. beim Anzünden des untern Endes die Luftdurchlassen. In der Mitte sind sie stärker. Ein fertigerCigarrenarbciter liefert in einem Tage mitHülfe von ein biszwei Gesellen etwa 1 bis 2000 Stück. Der Preis der Ci-garren richtet sich hauptsächlich nach dem dazu verwendetenTabak und nach der mehr oder weniger sorgfältigen Fabri-kation. Die Verpackung geschieht in Kistchen von 100,280, 800 und 1000 Stück, der Preis wird pr. 1000 StückNotirt und ist sehr verschieden. Es giebt Sorten für 3Rthlr.pro 1000, die aber natürlich sehr gering sind, am gewöhn-
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