Tabak — 660 Taganrog
lichstensind die von 6 bis 13 Reichsthaler, die zu 20 bis30 Rthlr. sind schon sehr fein, doch hat man auchnoch theurere. In Deutschland macht man die meistenCigarren in Bremen und Hamburg, in neuerer Zeit hat sichaber die Fabrikation von diesen Orten aus (besonders mitHülfe von bremer Arbeitern) auch nach andern Städten,z. B. Leipzig, verbreitet und wird hier stark betrieben. Diesogenannten importirten Cigarren sind Cuba- oderHavana-Gut. Gewöhnlich will man mit jener Benennung eine vor-zügliche und reine Waare bezeichnen. Die Verpackung ge-schieht in flachen oder länglichhohen Kästen.
Die Fabrikation des Schnupftabaks erfordert diemeiste Arbeit. Man wählt dazu die dicken, fetten und dun-kelfarbigen Blätter aus, die entweder gleich roh in Pulververwandelt und dann erst gebeitzt, oder im ganzen Zustandesaucirt, dann zu Stangen gebildet, welche man zu spindel-förmigen Körpern, sogenannten Karotten, zusammen-preßt und hernach rappirt, d. h. durch eine Reibevvrrich-tung in ein gröbliches Pulver verwandelt werden. LetztereMethode ist die gewöhnlichste und beste. Die Beitze für denSchnupftabak soll nicht nur den natürlichen Geruch des Ta-baks heben, sondern auch der Waare einen angenehmen Reizund die nöthige Flüchtigkeit ertheilen. Die gewöhnlichenMaterialien für die Schnupftabak-Beitze sind Kochsalz, Sal-miak, Potasche, Salpeter, Weinstein, Essig, Wein, Most,Honig, Citroncnsaft, Tamarinden, Rosinen, Zimmt, Wach-holderbeeren, Veilchenwurz, Kalmus, Lorbeerblätter, Ton-kabohnen, Süßholz, Rosenwasser, ätherische Oele u. dergl.Aus Unwissenheit oder Gewinnsucht gebrauchen manche Fa-brikanten auch Substanzen, die zu den schädlichsten Giftengehören, wie z. B. Mennig, Bleizucker, Spießglanz, Ku-pfervitriol, Opium, gepulvertes Glas, Rauschgelb rc. Diesaucirten Blätter werden mit den Stielen nach außen aufHaufen gelegt, die man mit losen Blättern bedeckt, etwa 8Wochen lang in einer Temperatur von 20 bis 23" II. liegenläßt, dann umlegt, so daß die äußern Blätter nach innenkommen, was von 8 zu 8 Tagen wiederholt wird, bis alleBlättectrocken und durch die gelinde Gährung mit der Beitzeinnig verbunden sind, was man am Geruch und an derschwarzbraunen Farbe erkennt. — Die verschiedenen Schnupf-Tabaks - Sorten erhalten hauptsächlich folgende Namen:St.-Omer, Dünkirchner (nach den gleichnamigen Orten),Robillard (nach dem pariser Fabrikanten dieses Namens),Bolongaro (nach dem frankfurlur Fabrikanten), fernerSevilla-Tabak oder Spanniol, Marina, Holland. Rapps,straßburger Violett !c. Die bekanntesten französischen Sor-ten sind: der labac äs karis, saus 5auco st naturel, IV rapsäs krsrss kodillarü, ä'Llrcnnes, d Mills llours, äs?rince, <le Uacvuba, ä la rsine, ä la üuckcess etc. DieFarben des Schnupftabaks giebt man demselben hauptsäch-lich durch Sandel-, Fernambuk-, Campecheholz, frankfur-ter Schwarz, Kienruß, Röthel, Ocher, Ziegelmehl unddergleichen. Der Gesundheit höchst nachtheilig ist das Ver-packen des Schnupftabaks, so wie des Rauchtabaks, na-mentlich des saucirten, in Blei, weil das Tabaksblei aufge-löst wird, und die Zersetzung die Gifttheile dem Tabak mit-theilt.
Die Tabaksfabrikation ist jetzt nicht mehr, wienoch vor wenig Jahrzehnten, auf nur einige wichtige Han-
delsplätze beschränkt, sondern wird jetzt, in mehr oder m!n-der bedeutendem Umfange, in jedem nur einigermaßen erheb-lichen Orte Deutschlands getrieben. Vorzüglich wichtigsind Bremen, Hamburg, Cöln a. R., Magdeburg, Stettin, ^Leipzig, Nürnberg, Augsburg, München, Regensburg,Mannheim, Hanau, Kassel, Frankfurt a. M>, Höchst,Braunschweig, Hannover rc.
einer der mejicanischen Staaten, aufder Küste des Meerbusens von Mejico, zwischen den Staa-ten Uucatan O., Chiapas und Oajaca S., Veracruz W-lohngefähr 400 QM. groß mit (1843:) 90,500 Einw. Erist fast ganz ein niedriges, während der Regenzeit größten-theils überschwemmtes Land, von einigen, im oberen Laufnoch unbekannten, Flüssen durchströmt, namentlich dem Ta-basco, Guasacualco rc., sehr heiß und ungesund. Währendder stürmischen Jahreszeit von Oktober bis März ist dieSchifffahrt an der Küste sehr gefährlich. Die Produkte sindCacao, Kasse, Pfeffer, Vanille, Indigo, Piment, Tama-rinden, Arrow-Root, Farbehölzer, Mahagoni, Eisenholz,Cedern, Kohlpalme, Rindvieh, Schweine, Ziegen, Schafe,Fasanen, Papageien, Spottdrosseln, Affen, Jaguare, Ta-xier rc. DieHauptstadtVilla-Hermosa-de-Tabasco,auch Villa-de-San-Juan-Bautista genannt, mit7000 Einw., liegt links am Tabasco, 24 Leguas oberhalbdessen Mündung, der hier aber breit ist und einen gutenHafen bildet.
Tabris, s. Tauris.
Tael, Lail, Tale, Tehl, ist ein Gewicht undeine Rechnungsmünze in China, im niederländischenContor zu Decima (in Japan) und in mehreren LändernOstindiens.
Taganrog , Stadt in der russischen StatthalterschaftJekaterinoslaw, am asowschen Meer, mit 30,000 Einw.,meist Griechen, hat einen Freihafen und wichtigen Kriegs-hafen, Entrepot, Zollamt und über 200 Magazine dabei fürWaaren; bedeutende Schiffswerften, Quarantäne, Leder-,Seife-, Lichter-, Tau- u. a. Fabrikation und ansehnlicheFischerei nebst Versendung der Fische. Taganrog ist derHaupthandelsplatz am asow'schen Meer. Auf der Wolga,dem Don und Donez werden der Stadt die russischen Pro-dukte (Getreide, Talg rc.) zugeführt, für welche sie derHauptniederlagsplatz ist. Der Hafen der Stadt ist nichtder beste, denn es fehlt ihm an der gehörigen Tiefe und dirSchiffe müssen 40 Werst entfernt ankern. Kertsch ist derVorhafen. Taganrog ist der den Städten Charkow, Mos-kau und Nischni-Rowgorod zunächst gelegene Hafen. GegenEnde Juni langen Käufer aus dem Innern des Reiches hieran und kaufen aus den Magazinen des Entrepot Waaren-Ausfuhrartikel sind Ankertaue, Stricke, Eisen, das von hietvor den übrigen Handelsplätzen des schwarzen Meeres aM ^meisten verladen wird, Ochsen- und Pferdehäute, Juchten,Wachs, Fische, Kaviar, Getreide, Leinsamen, Talg, Bu^ter; Einfuhrartikel Oel, trockene Früchte aus Smyrna unddem Archipel, Oliven, Wein, Porter, rohe Seide, Kaste,Rohzucker. Der Transport in die innern Guvernementsgeschieht auf Karavanen, die aus mit Pferden oder Ochsenbespannten Wagen bestehen.