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Zweiter Band. H - Z.
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Terpentinöl

— 667 — Tessin

Terpentinöl, franz. lluile äs Isredentine, n. üek»re; engl. Oll ok lurpentino; ital. ^cgua üo ras», erhältMan, indem man die verschiedenen Arten des Terpentins> (s. d. vorigen Art.) mit Wasser destillirt. Man nimmt dazu

irdene Töpfe mit gläsernen Helmen, oder auch kupferneBlasen, die unten mit einer Oeffnung versehen sind, durchwelche man nach vollendeter Destillation den Rückstand (Co-lophonium) abfließen läßt. Anstatt des Terpentins destil-lirt man auch häufig das frisch gesammelte Fichten- oderTannenharz, und erhält dadurch ein dem Tannen-Oel nahekommendes Oel. Der Terpentin liefert ohngefähr >/« bis l/4seines Gewichts Oel.

Im Handel kommen mehrere Sorten Terpentinöl vor,die man nach ihrem Baterlande unterscheidet. Am geschätz-testen ist das franz. von Bordeaux und Bayonne, wenigergut ist das thüringische und holländische. Das Terpentinölist mehr oder weniger wasserhcll, wird durch Luft und Lichtgelblich und dickflüssig, hat einen stark durchdringenden, ingrößern Mengen selbst betäubenden, unangenehmen Geruchund erhitzenden, terpentinartigcn, aber nicht scharfen Ge-schmack. Im Wasser löst es sich sehr wenig auf, in absolutemAlkohol in jedem Verhältniß, in Weingeist von 0,84° aber»ur ig'/z Proc. Behandelt man Terpentinöl mit >/s star-kem Weingeist, so scheidet sich geringes Oel am Boden ab,welches, wenn man diese Behandlung mehrmals wiederholt,säst geruchlos wird, aber bald den durchdringenden Geruchwieder annimmt. — Gebrauch: theils im rohen, theilsim gereinigten Zustande als Auflösungsmittel für Harze, zuLerpentinsirnissen, gemischten fetten Harzsirnissen, zumDeckgrund für Kupferstecher, zum Verdünnen von Firnißbei der Oelmalerei, zum Auftragen der Farben bei der Eins-und Porzellanmalerei, zum Auflösen von Caoutchouc, zumFlecken ausmachen) als Heilmittel, in der Feuerwerkerei rc.Zuweilen ist das Terpentinöl mit Wasser verfälscht, dannist es aber trübe, und letzteres setzt sich mit der Zeit zuBoden. Die Versendung geschieht in Fässern von 3 bis 600und mehr Pfd.

s. B 0 lus.

Tertiawechscl, s. Duplicateu. Wechsel.

irest», Klafter, ein Längenmaaß in Turin.

Teschen, ist ein Kreis im österreichischen Schlesien,von 42 Q.M., mit etwa 200,000 Einw., die sich durch Vieh-zucht, Leinwand- und Tuchweberei, Bergbau auf Eisen undKohlen nähren; stößt im N. an das preußische Schlesien,O. an Galizien, S. an Ungarn und W. an Mähren. Diegleichnamige Hauptstadt liegt an der Olse, hat 4S00 Einw.,treibt Tuch-, Kasimir- und Leinwandweberei, Handel mitWolle, Leder rc.

Tessin, liclno, ist der südlichste Kanton derSchweiz, und wird davon durch die Kette der rhätischenAlpen in dem Kanton Wallis, Uri, Bünden geschieden, Uriund gegen S. liegend Italien zugewendet. Der Kantongehört zu den gebirgigsten, und hat nur enge Thäler, aus-genommen die Ebenen: die Magadiner-Fläche, Agno undScairolo. Hauptprodukte sind verschiedene Arten von Ka-stanien, Feigen, Mandeln, Oliven, Lorbeer, Cppressen,Maulbeerbäume, Rubin, Rauchtopas, Hyacinthen, Grana-

ten , Krystalle, schwarzer Turmalin rc. Die Hauptstadt istLugano (s. diesen Arst).

Münzen und Rechnung.

Man rechnet im K. Tessin nach läre zu 20 Soläi L 12venori, jedoch in verschiedener Währung; nämlich:

1) Die gewöhnliche und auch bei den öffentlichen Kas-se» gebräuchliche ist die ehemalige mailänder der Lorrem-läre, oder in läre correnti skusive <Ii Mono, das französischeFünf-Franc-Stück zu 6^/,, den brabanter oder Kroncnthalerzu 72/, Lire correnti gerechnet. Eine solche I.lra ist werth8 Sgr. 11'/g Pf. preuß., 20 Kr. 2-/^ Pf. im 24'/2-Gulden-fuß, — 842/z flontosimi auslr.., — SI^/27 schweizerRappen.

2) Die sogenannte tessiner Kanton-Währung, oderwie sie gewöhnlich genannt wird: Valuta osntvnalo licinese,nach der 6 I.ire — 8 Iäre correnti skusivo ül öl. sind. Indieser werden besonders die Kapitalien geliehen.

Zur Werthbestimmung der im K. umlaufenden fremdenMünzen besteht ein besonderer Tarif.

Die Münzen des Kantons sind bis jetzt die vor meh-rern Jahren geprägten ganzen und halbenNeuthaler,oder Vier-, Zwei- und Ein-Schweizer-Franc-Stücke mitdem Kanton-Wappen; jedoch giebt es nur wenig davon.Scheidemünze sind Drei-Soldi-Stücke, — 10 französischenCentimes. Unter diesen Umständen braucht man zu Zah-lungen fremde und Gold - und Silbermünzen. — Bon denganzen Neuthalern oder Vier-Schweizer-Franc-Stückenvom Jahr 1813 gehen nach Probe 7,81274 Stück auf dieköln. Brutto-Mark, zu 14 Loth 8>/2 Grän sein, und 8s>/ggStück derselben auf die köln. Mark fein Silber.

Maaße und Cemichle.

Längeninaast Der Fuß (Ilrorelto) hat 12 UnzenfOncc) ä 12 Punkte (I'nnti) und ist — 221,648 pariser Li-nien, — IVo neue schweizer Fuß. — Der Irabucco hat 3Fuß, -- 2>/s Meter.

Die Elle (llroccio) ist verschieden, und zwar ent-hält

in Lugano u. Mendrys:die größere oder derLrocclo lungo, zuLeinwand-, Wollen-

u.Baumwollwaaren 294,6 paris. Linien oder 0,6646 Meter,die kleinere oder dervroccio piccolo zu

Seidenwaaren . . 228,1 - - - 0,8146 «

in Locarno:

die größere Elle . 266 - - - 0,60003 -

die kleinere Elle zu

Seidenwaaren > . 212,7 - - - 0,4793 -

Gesetzlich enthält die tessiner Elle 277,06 pariser Linienoder 1,0417 neue schweizer Ellen.

/elvinaaß ist die llertica (Ruthe) zu 360 Quadrat-Vrobuccln oder 9000 Quadrat-Fuß, — 5/g neuen schweizerIuchart.

Das Eetreidemaaß ist der Stoss oder Stars, von verschie-dener Größe, nämlich:

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