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Umbra
Ulm
8n Deutschland ist besonders im badenschen SchwarzwaldeWanduhrenfabrikation seit dem Ende des 17. Jahrh,heimisch, durch die Versuche des Schreiners Lenz und des^»fachen Landmannes Kreuz zuerst hier bekannt geworden.Seitdem dehnte sie sich immer aus, und es werden verschie-dene Kunstwerke gebaut: Schlaguhren, Spieluhren mitSöckchen und Pfeifen, sogenannte astronomische Uhren,^ukukuhren rc. Das Räderwerk bestand früher aus Holz,^ jetzt aber meist aus Metall gearbeitet. Die schwarzwälderiihrenhändler verbreiteten sich beinahe über die ganze Erde,^dd führen ihrer Heimath Verdienst zu. — In Sachsen ist^>e Wanduhrenfabrikation zu Carlsfeld im Obererzgebirgeiw Jahr 1829 eingeführt, und wird durch eine Actiengesell-lchaft betrieben.
Man unterscheidet im Handel gewöhnlich feine und or-dinäre Uhren.
Ulm, Hauptstadt des gleichnam. Oberamts in Wür-iemberg, im Donaukreise, am Einfluß der Jller und Blauin die Donau, unter 48" 23^ n. Br. 7" 3N ö. L., mit 14,000Einw., Hauptzollamt, einem landwirthschaftliche» Verein,Leinen-, Wollenzeug-, Leder-, Karten-, Tabak-, Papier-,Buntpapier-, Tabakbüchsen-, Zucker-, Messing- und Blech-haaren-, und Bleidrahtfabriken, Kupfer- und Eisenhäm-wer, Gerbereien, Seidenfärbereien, Nudeln- und Graupen-mühlen; bekannt sind ferner die ulmer Pfeisenköpfe, ulmerFeuerschwamm (Zundel); auch der Handel mit Landes-produkten verdient noch Beachtung, so wie Schiffbau undSchifffahrt auf der Donau, welche unterhalb der Stadt fürFahrzeuge von 500 Ctr. Last schiffbar wird.
Das Wechselwesen wie in Stuttgart.
Ultramarin , franz. lllou ä'outremer; englisch Ultra-marine; ital. Oltramarino, ist ein sehr feines, kornblumen-blaues Pulver, dessen Farbe sich weder an der Luft noch imFeuer verändert, und welches eine der köstlichsten blauenFarben abgiebt. Ehe man die weit wohlfeilere Smaltekannte, war das Ultramarin noch gesuchter als jetzt. Manbereitet dasselbe aus dem, auf Gängen im ältern Gebirge,in Sibirien, am Baikalsee, in der kleinen Bucharei und inEhina, vorkommenden Lasursteine, bapis laruli, welchernus 33,8 Kieselerde, 34,8 Thonerde, 23,2 Natron, 3,1Schwefel und 3,1 kohlensaurem Kalk besteht. Man erhitztdiesen bis zum Rothglühen, löscht ihn dann i» Wasser ab,pulvert hierauf auf's feinste und unterwirft ihn einemSchlemmprozeß, worauf das zarteste und feurigste Pigmentiuerst und dann die lichteren Nüancen erhalten werden. Zudem Ende bereitet man eine Harzmasse (cimom), mit wel-ker man das zarte Pulver zusammenknetet; dieses harzigeGemisch wird dann unter kaltem Wasser geknetet, wodurchdie feinsten Farbtheile sich dem Wasser beimengen. GutesUltramarin muß schön dunkelblau, nicht sandig und nichtgemischt sein; mit Oel angerieben, darf es sich in einem glü-henden Tiegel oder auf einem glühenden Eisenbleche nichtentfärben, auch muß es sich in starken Säuren ohne Auf-brausen auflösen. Die bei'm Schlemmen zuletzt zurückblei-benden Theile werden unter dem Namen Ultramarinasche,Oonäre ä'outi'eiiiei-, verkauft und sind nur halb so theuer,^egen des hohen Preises kommen sehr häufig Verfälschun-gen vor. Beigemengten Indiz entdeckt man dadurch, daß
bei'm Erhitzen derselbe in purpurrothen Dämpfen sich ver-flüchtigt. Bei einer Versetzung mit Berg blau wird dieFarbe bei'm Erhitzen grünlich und zuletzt schwarz. Ber-linerblau entdeckt man dadurch, daß die Farbe bei'm Er-hitzen dunkler und durch Kochen mit Kaliauflösung braunwird. Die Farbe des reinen Ultramarins wird zwar durchSäuren zerstört, doch färben sich dieselben dabei nicht undgeben auch, wenn man sie hernach mit Kali sättigt, keinenfarbigen Riederschlag. Ist das Ultramarin mit Smalteoder Kobaltblau versetzt, so bleibt deren schöne Farbeauch nach der Behandlung mit Säuren. Das Ultramarindient nur zu den feinsten Malerfarben, muß aber vordemGebrauch so sein gerieben werden, daß es nicht mehr zwi-schen den Zähnen knirscht. Das beste Ultramarin wird inItalien präparirt und die Unze des besten mit etwa2S LHlrn.verkauft, doch hat man auch weit geringere und billigereSorten. — In neuerer Zeit hat man auch künstlichesUltramarin bereitet und Gmelin giebt dazu folgende Vor-schrift: man nimmt Kiesel-, und Thonerdehydrat, Aetzna-tronlauge und Schwefel, dampft diese ab, setzt kohlensauresNatron und Schwefel hinzu und schmelzt die trockne Massein einem Tiegel, wobei aber, wenn die Farbe gehörig blauwerden soll, der Sauerstoff der Luft nothwendig Zutritt ha-ben muß. Die Färbung rührt jedenfalls vom Schwefel her.In Paris wird solch künstliches Ultramarin von Guimetfabrizirt, aber ebenfalls nur zu sehr hohen Preisen ver-kauft.
Ambra, Umber, Umbraun, Kölnischbraun,kölnische Erde, französ. Ombre, lorro ü'Omdro; englischUmber; ital. lerra ä'ombra o ä'umbria. Unter diesem Na-men kommen zwei ganz verschiedene braune Erdfarben imHandel vor. Die eigentliche (türkische oder cypri-sche) Umbra ist eine ArtBrauneisenocher, ein erdiger, brau-ner Thoneisenstein, von verschiedenen Nüancen der braunenFarbe. Diese Sorte findet sich in derben Massen von flach-muschligem, feinerdigem, mattem Bruch; ist sehr weich undihr spezif. Gewicht 2,2; an der Zunge hängt sie stark an undsaugt begierig Wasser ein. Ihre Bestandtheile sind 48 TheileEisenoxyd, 20 Manganoxyd (Braunstein), 13 Kieselerde, 3Thonerde und 14 Wasser. Wenn man sie glüht (brennt),so wirb sie braunroth, weicher und milder. Diese SorteUmbra findet sich in Lagern mit braunem Jaspis auf derInsel Cypern und zu la Rochetta in Ligurien. — Diekölnische Umbra ist eine sehr feinerdige, zerreiblicheBraunkohle, die in mächtigen Lagern in den Braunkohlen-gruben zwischen Bonn und Brühl vorkommt. Man findetsie auch im Großherzogthum Posen bei Unruhstadt. Siehat ebenfalls eine dunkelbraune Farbe und unterscheidet sichvon der vorigen leicht dadurch, daß sie auf glühenden Kohlenden eigenthümlichen bituminösen Braunkohlengeruch ent-wickelt. Die kölnische Umbra wird, nachdem sie ausgegra-ben ist, mit Wasser zu einem Teige geknetet und dieser dannin viereckige oder rundliche Formen gepreßt. Man trocknetdie Stücke und bringt sie dann in den Handel. Die Umbradient als Farbe zum Malen und Anstreichen, zum Färbendes Leders und der Handschuhe, auch unter Schnupftabak.Man kann auch künstliche Umbra darstellen und zwar amleichtesten, indem man Braunkohle mit ätzender Lauge kocht,bis sich alle brennbaren Theile aufgelöst haben. Die Auf-