Ungarn
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lösung wird durchgeseiht und die farbigen Theile durch Säu-ren niedergeschlagen. Zuweilen wird auch ein braunerBolusals Umbra verkauft. Die Preise der verschiedenenUmbra-Sorten sind sehr verschieden, so kostet z. B. beiSattler in Schweinfurt die ordinäre helle Umbra 3, fein ge-waschen in Kugeln 3, in Kugeln dunkel 9, holländische 12,sicilianische 17, desgl. gebrannte 24 Fl.
Ungarn, ist ein zum Kaiserthum Oesterreich gehöri-ges Königreich, mit selbstständigcr Verfassung und Verwal-tung, in die Kreise jenseit und diesseit der Donau, jenseit unddiesseit der Theiß, und diese wieder in Comitate oder Gcspann-schaften getheilt. Die Naturbeschaffenheit des Landes istsehr verschieden, theils gebirgig, theils Niederland, theilsauch Sumpf. Die hauptsächlichsten Erzeugnisse Ungarnssind außer denen einer sehr beträchtlichen Pferde-, Rindvieh-,Schaf- und Schweinezucht die des Landbaues, nämlichWeizen, Hafer, Roggen, Mais, Hirse, Gerste, Tabak, Wein,Krapp, Flachs, Hanf, Saflor, Süßholz, ferner dasHolz der Laubwälder, die außerdem zur Schweinemast be-nutzt werden und auch Knappern zur Ausfuhr gewähren.Ansehnlich ist auch der Mineralreichthum des Landes, z. B.an Gold (jährlich an 1800 Mark), goldhaltiges Silber (imhonther Comitat; jährlich bis 100,000 Mark), viel Kupfer(bis 30,000 Ctr. jährlich), Blei (jährlich bis 30,000 Ctr.),Eisen (jährlich gegen 250,000 Etr.), Zink, Arsenik, Spieß-glanz,vKobalt, Braunstein, Porzellanerde, Steinkohlen,schöne Opale, Chalcedone, Salz, Alaun, Salpeter, Soda,Glaubersalz rc., und groß ist die Zahl der vorzüglichstenMineralquelle». Die gewerbliche Industrie leistet noch nicht,was sie bei dem Reichthum des Landes an Rohstoffen ver-möchte; sie liefert aber viel Leinwand, ordinäres Tuch,viel Seife, Leder, Eisen, Kupfer, Kupferwaaren, Fayence,Zucker, Tabak, Glas und Papier. Bemerkenswerthe Ver-kehrswege sind die Flüsse Theiß und Donau, nebst demFranzen-Kanal, der die Donau mit der Theiß verbindet,und die ungarische Central-Eisenbahn zur Verbindung vonWien mit Preßburg und Pesth rc. Die Haupthandelsplätzesind Pesth, Debreczin, Preßburg, Oedenburg,Komorn,Neutra, Raabrc. ZuUngarn gehört auch dassogenannte Litorale (vergl. diesen Artikel und Kroatien) oderdas kroatisch-ungarische Küstenland, das wegen seiner HäfenFiume, Buccari, Portoro, Zengg wichtig ist, deren Verkehrinsbesondere landwärts mit Carlstadt nicht unbedeutend ist,besonders in Holz, Brettern, Faßdauben, Holzkohlen, Oel-saamen, Tabak, Hadern, Fellen, Oel, Weizen, Mais, Hafer,Knoppern rc. Auch ist die Schifffahrt ansehnlich, obschonnicht mit Trieft zu vergleichen.
Die Rhederei des ungarischen Küstenlandes betrugam Ende des Verwaltungsjahres 1846:
1845: lange Fahrt 88 Schiffe — 23,394 Tonnen, großeKüstenfahrt 72 Schiffe — 3,833 Tonnen, kleine Küstenfahrt269 Schiffe -- 569>/2 Tonnen; 1846: lange Fahrt 1(1 Sch.— 3,072 Tonnen, große Küstenfahrt 10 Schiffe — 1,032Tonnen, kleine Küstenfahrt 6 Schiffe — 107 Tonnen.
Münzen und llechnung.
I» Ungarn wird, wie in ganz Oesterreich, nach Gul-den (ügz-fonnt, kloniecrliz-illotz) im Conventions-20-Gul-denfuß gerechnet; aber auch nach ungarischen Gulden,
Ungam
der in 10 Szostak, 20 Garas (Kaisergroschen), 40 Polturaks(Pulgrotz), 100 Penes (nieder-ungarische Groschen) oder120 ober-ungarische Groschen getheilt wird. 20 Convent.-Gulden sind — 24 ungar. Gulden, und 1 ungar. Gulden-^30 Kreuzern. — 1 Conventions- oder Speciesthalcr ist ^22/7 ungar. Gulden. — Im Innern des Landes sind necbbei dem Viehhandel gebräuchlich derVonas-Gulden^3 Marjas, — 31 Kreuzer. Bei dem Leinwandhandcl >»Zips wird der Ort, — V-, Bauerngulden, ---- 12 Kreuzer»gebraucht. Der Bauerngulden hat 33 Polturaken oder16>/z Groschen. — Gebräuchlich sind ferner noch die söge-nannte gerichtliche Gvldmark — 72 Gulden, dieschwere Silbcrmark —4Gulden, die leichte Silber-mark — 1 Gulden.
Wirkliche, für Ungarn geprägte Münzen sind:
InG 0 ld: die kremnitzer Ducaten.
In Silber: Ganze, halbe und Viertel-Speciesthaler,ganze und halbe Kopfstücke zu 20 und 10 Kr. mitungarischem Bilde und Schrift.
Im Curs richtet man sich nach Wien; aber Ungar»hat sein eigenes Wechselrecht. Danach ist der Uso 14 Tagenach Sicht. t> Visla (nach Sicht) gestellte Wechsel u. solche,deren Berfallzeit nicht von der Präsentation an gerechnet wird,bedürfen keiner Vorweisung zum Accept; nur letztere kannman beliebig präsentiren und bei Verweigerung der AnnahmeProtest erheben. Bei diesen Wechseln beginnt die Verfall-zeit mit dem ersten Tage zunächst nach dem Acceptations-tage; bei den nach Dato laufende» Wechseln mit dem erste»Tage nach dem Datum der Ausstellung. Die Hälfte desMonats ist der 13te. — Für Christen ist der Zahltag, wen»derselbe auf einen Sonn- oder Feiertag trifft, der nächstft^gende Werktag, für Juden aber der nächstvorhergehendeWerktag.
Maaße und Eennchle.
Nach dem Reichsgesetz von 1807 sollte das preßbur-ger Maaß in ganz Ungarn das einzige Richtmaaß fein?indessen ist das wiener Längen- und Flächenmaaßdas gebräuchlichere und wird von Tag zu Tag allgemeiner.Das Gewichtist das wiener.
LimMmaaß. Der Fuß von 12 Zoll ist der wiener.Der Zoll wird gewöhnlich in 8 Achtel, bei'm Rekruten-Maaßaber in 4 Striche getheilt. — Die Klafter (lat. OrM»)hat 6 Fuß. — Die Elle (Röf, Becsi Röf, Nagy Röf!lat. lsinu) ist die wiener. Außerdem braucht man bei'MLei» wandhandel die kleine Elle, — '/z wiener Elle»,— 0,62337 Meter, — 276,338 pariser Linien. 10 solchekleine Ellen sind — 8 wiener Ellen. — In Ober-Ungar»und in der Gegend jenseit der Drau heißt dieses MaaßArsin, und ist^ wiener Ellen. — Der für grobesTuch gebräuchliche Stab hält 8 Fuß, und ist — 2 , 028 ^wiener Ellen, -- 1,88033 Meter, --- 700,63 paristkLinien.
Als Pferdemaaß ist die Faust (Marok) --- ^
Zoll.
Die Postmeile ist die österreichische (wiener).Die ungarische Meile ist viel größer, aber verschiede»und unbestimmt. Aus dem flachen Lande ist sie oft eine halb?