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Wechselcopicrbuch
Wechselduplicate
gleich in die Augen fallen. Unter dieselben kommt alsdannbei der Begebung das Giro. War das Original schon einoder mehrere Male indossirt, so versteht es sich, daß die In-dossamente mit abgeschrieben werden, und unter dieselbensetzt man dann obige Worte: „Copic bis hierher" rc.
Sendet man den Originalwechsel einem Corresponden-ten ein, um ihn acceptiren zu lassen und zur Dispositionder indossirten Copie zu halten, so führt man in dieser letz-ter» und zwar am untern oder obern Rande, die Adressejenes Geschäftsfreundes (den Aufenthaltsort des Original-wechsels) an, z. B. mit den Worten „Das Original zurAnnahme (Acceptation) bei Herrn!». d>'." Ist aber derursprüngliche Wechsel schon acceptirt und man versendet ihnzur Verfügung der Copie, so bemerkt man auf diese: „Dasacceptirte (angenommene) Original bei Herrn K. bi."; aufeigene Wechsel, die gar nicht acceptirt werden, setzt man beider Versendung blos: „Das Original bei Herrn di. kl."
Erhält man einen Secunda-Wechsel und hat Ursache,die Prima aus den Händen des in der Secunda bezeichnetenInhabers zu ziehen, so sendet man diese letztere an einenGeschäftsfreund am Wohnort jenes Inhabers und giebt ihmförmliche Vollmacht, die Prima sich ausliefern zu lassen,beide Exemplare aber zur Verfügung der Copie aufzubewah-ren. Die zum Umlauf bestimmte Copie muß aber nun überden Aufenthaltsort der Prima und Secunda Aufschluß gebenund man sagt daher auf derselben z. B. „(die Original-)Prima und Secunda bei Herrn kl. kl."
Sobald ein Original gegen die Copie ausgeliefertwird, bemerkt der bisherige Inhaber des erster» (der Aus-lieferer) auf die Abschrift: „Das (acceptirte) Original aus-geliefert an Herrn dl. öl."
Wcchselcopierbuch, s. den Art. Buch halten.
Wechselcrcdit ist gleichbedeutend mit Blanco-Credit, offener Credit; s. den Art. Blanc.
Wechselkurs, s. Curs.
Wcchscl-Curtage, s. den Art. Mäkler, Mäk-lerlohn.
Wechscldncaten , vucaäo äo llamblo, eine spanischesogenannte alte Wechselmünze.
Wechselduplicate, franz. vupNcota äe ckanxc;engl. vuplicatcs ok» bül. Die Ausstellung von Duplikatender Wechsel wird durch die Nothwendigkeit ihrer Versen-dung hervorgerufen, indem man damit die Vermeidungmöglicher Nachtheile beabsichtigt; und zwar ist der dabei ob-waltende Zweck ein zweifacher, indem das Duplikat entwe-der 1) dazu dient, im möglichen Fall des Verlustes des erstenWechsels, diesen letztern zu ersetzen und die sonst durch dasVerlorengehen erwachsende Hemmung zu verhindern, —oder 2) die Eigenthumsübcrtragung oder weitere Begebungdes Wechsels erleichtern soll, welche bei einem nur einmalausgestellten so lange unterbrochen sein würde, als derWechsel zum Behuf der Acceptation und der dazu erforder-lichen Einsendung zur Präsentation entfernt ist; weshalbman das eine ursprüngliche Exemplar zu letzterm Zweck ge-braucht und das Duplicat zur Begebung benutzt. Um jedenmöglichen Mißbrauch der Duplikate zu verhindern, werdendieselben ganz gleichlautend ausgefertigt und nur durch die
Worte Prima (Erster), Secunda (Zweiter), Tertia(Dritter), Quarta (Vierter) unterschieden, welche ihrenZusammenhang andeuten und wobei durch den Gebrauch desEinen Exemplars der eines andern zu demselben Zweck aus-geschlossen wird, so daß eine doppelte Einforderung derWechselsumme auf Duplikate erfolglos ist, sobald der Zahlerdas bezahlte Exemplar noch besitzt. Gewöhnlich pflegt man,um doppelter Zahlung vorzubeugen, auf der Secunda bei-zufügen : „Prima nicht" oder „Prima unbezahlt", auf derTertia: „Prima und Secunda nicht" rc., und so beginntein Secunda-Wechsel z. B.
„Vierzehn Tage nach heute zahlen Sie gegen diesenSecunda-Wechsel (Prima nicht)" rc.
Französisch:
»ä, guatorre jours äo äste pnxcr par cette Seconäo äecbsnge (la kremiere no I'eUiM)" etc.
Englisch:
„kourteen äaz's aller dato please io pa^, lins seconävk exclianxc (liest nol panl)" elc.
In England pflegen viele Handelshäuser sogar aufdem Prima-Wechsel zu bemerken: „Wenn die Secunda(und Tertia) es noch nicht ist" (seconä — anä llnrä —not paiä). Alle diese Beisätze sind jedoch unwesentlich unidaher überflüssig.
Außerdem ist es kaufmännischer Brauch, auf den Randdes Wechsels zu linker Hand, entweder unten oder oben,noch besonders das Wort Prima oder Erster, Secundaoder A w e i t e r, T e r t i a oder D r i t t e r zu setzen, wie manauch auf diese Weise die Sola-Wechsel durch Sola bezeich-net. Vgl. d. Art. Wechsel.
Tertia-Wechsel kommen nur selten vor und zwardann, wenn bereits eine Secunda existirt, aber entwederdiese oder die Prima später verloren gegangen ist, oder wen»der Wechsel auf einen sehr entfernten (überseeischen) Platzlautet. — Quarta-Wechsel kommen in der Regel gaknicht vor und sind nur als seltene Möglichkeiten mit z»erwähnen.
Jedes der Duplikate hat gleiche Kraft und es ist ganzeinerlei, welches von ihnen zum Indossament, zum Mcept, zur Zahlung, oder zur Aufbewahrung gebraucht wird;nur durch diese völlige Gleichstellung ist die Ausfertigungvon Duplikaten ohne Nachtheil. Aber aus eben dieser Ur-sache muß der Bezogene sich mit der Acceptation vorsehen unddiese nur auf Ein Exemplar leisten, du jedes acceptirtExemplar den Acceptanten zur Zahlung verbindet.
Wie aus dem im Eingänge dieses Artikels Gesagte"hervorgeht, können Duplikate entweder von» Aussteller dl§Wechsels freiwillig gegeben werden, oder einer der We^selnehmer, welcher ein zweites ober drittes Exemplar fü*nöthig findet, kann ein Duplikat verlangen. Im letz*tern Fall hat der Nehmer sich immer an seinen Vorman"zu halten, welcher verbunden ist, auf gleichem Wege ih^das Duplicat zu verschaffen, oder wenn dieser der Trassatselbst ist, es ihm auszustellen; die durch die Forderung eint"Duplikats entstehenden Unkosten hat stets derjenige zu tra^gen, der desselben benöthigt ist. Weiter oben ist ebenfallsschon erwähnt worden, daß man bei der Einsendung