Wechsler
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Weimar
Wechsler, s. Bankier.
Wedro , der russische Eimer, ein Flüssigkeits-maaß.
Weihrauch, lateinisch 6umm! oder richtiger 6umm!-Ilesina OUbanum; französisch klncons, Olibon; englisch Incens,rravleiaconse; italienisch Inconso, ist ei» seit den ältestenZeiten bekanntes und als Räuchermittcl, besonders in denTempeln, gebrauchtes Gummiharz, welches aus mehrerenzur Gattung des Wachholderstrauchs gehörigen, in Arabienund Aethiopien einheimischen Gewächsen, namentlich ausluniperus püünicea, Izcia und iliurikora, ausschwitzt. Derostindische Weihrauch, Oübanum inckcum, stammt voneinem ansehnlichen Baum, lloswellia serraw. Man kanndie im Handel vorkommenden Arten des Weihrauchs auffolgende Art eintheilen: I. Arabischer, levantischer,mokkaer oder afrikanischer Weihrauch, OUIwnumorabicum, von den zuerst genannten Pflanzen herrührend,wird aus Arabien und der östlichen Küste Afrika's überSuez, Marseille und Venedig bezogen. Er kommt zu unsin sogenannten Skaffe oder Skafasse und Ballen von8 bis 120» Pfund. In früherer Zeit wurde er nach seinerForm und Farbe in Männlein- und Weib lein«Weihrauch unterschieden; die kleinen, erbsengroßen, aus-gesuchten Körner wurden Weihrauchmanna genannt.Jetzt hat man im Handel: o) auserlesenen Weihrauchoder Weihrauch in Körnern, Olibonum oloctum; Olibanumin granis. Die ausgesuchten rundlichen, länglich tropfen-förmigen, unregelmäßigen, höchstens nußgroßen Stücken;sie sind mit einem feinen weißen Pulver bestäubt, undurch-sichtig, haben eine blaßgelbliche, selten gelbröthliche Farbe,riechen angezündet angenehm gewürzhaft; der Geschmack istscharf bitterlich. Bei'm Kauen erweicht der Weihrauch undmacht den Speichel milchig. Sein spezifisches Gewicht ist— 1,22. Das Pulver ist fast weiß. Mit Wasser giebt derWeihrauch eine milchige Flüssigkeit. I» Weingeist ist erzum Theil auflöslich. — I>) Ordinärer Weihrauch,Weihrauch in Sorten, Olikanum in oorlis. Stücke vonsehr verschiedener Größe, die ziemlich unrein, öfters zusam-mengebacken und mit Rinden und Baststücken vermischtsind. — II. Indischer oder ostindischer Weihrauch,vübonuln inä'wum. Gelbe, halbdurchsichtige, runde, tropfen-förmige Kugeln. Die größer» haben oft eine gelbröthlicheFarbe. Man findet wenig Unrcinigkeiten unter dieserSorte. Bei'm Verbrennen hinterläßt er eine schwarzeAsche. Man erhält ihn in großen Kisten. — Ver-fälscht soll der Weihrauch oft mit Fichtenharzwerden.
Weimar, Sachsen - Weimar-Eise nach, einGroßherzogthum in Deutschland, das aus den beiden Für-stenthümern Weimar und Eisenach und einigen zerstreut lie-genden Enclaven besteht. Das Fürstenthum Weimarumfaßt 48'/^ Q.M. mit (1843:) 171,200 Einw., und liegtzwischen Sachsen-Altenburg, dem Königreich Sachsen, Rcuß,dem meiningischen Fürstenthum Saalfeld, Schwarzburg-Rudolstadt, Preußen (Rgbz. Erfurt und Mcrseburg). DasFürstenthum Eisenach umfaßt 20^/z QM. mit (1843:)80,684 Einw., liegt zwischen dem Thüringer-Wald und demRhöngebirge, Preußen (Prov. Sachsen), Sachsen-Gotha,Meiningen, Baiern, Kurhessen, und ist sehr gebirgig. Die
Produkte des Großhcrzogthums sind außer den Erzeugnissendes Ackerbaus und der Viehzucht: Eisen, guter Braunstein(bei Ilmenau), Braunkohlen, Steinkohlen, Mühlsteine (beiHelmershausen), Holz nebst Theer und Kienrus, Salz,Medizinalkräuter, ferner Fabrikate in Wolle, BaumwolleGarn, Wollstrümpfefin Apolda), Schleier- und Beuteltuch,Porzellan (zu Blankcnhai» und Blankenburg), Pfeifenköpfe(zu Ruhla), Farben (zu Eisenach), Leder rc. — Die Haupt-stadt des Großhcrzogthums ist Weimar, an der Jlm, unter80° 8 !)/ n. Br. 8 ° 89' ö. L., mit 12,000 Einw. Die Indu-strie derselben ist sehr unbedeutend; hervorzuheben ist dasgeographische Institut (Landesindustrie-Comptoir) mitBuchhandlung, Buch- und Kupferdruckerei rc., ferner einebedeutende Schriftgießerei (Besitzer F. A. Brockhaus inLeipzig), eine Fabrik von Spritzenschläuchen ohne Naht,eine Gewehrfabrik rc.
Münzen und Nechnnng.
Bis zum Anschluß an die Münz-Convention von 1838rechnete man im Großherzogthum nach Thalern zu 24Groschen ü 12 Pfennige. Der Zahl werth war bei allenLandeskassen der Conventions-20-Guldenfuß, dieköln. Mark fein Silber zu 13>/> Thlr. (Werth eines solchenThalers in preußisch Curant: 1 Thlr. 1 Sgr. 6 Pf.); imGeschäftsverkehr aber und im gemeinen Lebenwurde der Conventions-Speciesthaler zu 1 Thlr. 10 Gr.,das Kopfstück oder Conventions-20-Kreuzerstück zu 8 ?/zGr. gerechnet, so daß in dieser eigentlichen hiesigenRechnungs-Währung 14-/g Thlr. eine köln. Mark fein Sil-ber betrugen, und der Werth eines solchen Thalers 2g Sgr.7°/, Pf- preuß. Cur., oder 22 Gr. 7 Pf. Convent.-Münzewar. — Zwei andere Rechnungsmünzen, die bisweilen nochvorkommen, waren der Gulden zu 16 Gr. oder -/z Thlr.(1 Thlr. — 1'/- Fl.), und der meißnische Gülden zu21 Gr. oder V» Thlr. (1 Thlr. -- 1-/7 M.G.).
Jetzt ist im Großherzogthum der 14-Thalerfuß, mit derTheilung des Thalers in 30 Silbergroschen ä 12 Pfennige,wie in Preußen, nach der Münz-Convention von 1838 an-genommen.
In den beiden Aemtern Alstedt und Oldisleben istschon früher (in jenem seit 1833, in diesem seit 1837) daspreußische Curant als gesetzlicher Zahlwertheingeführt. In den an Kurhessen und Baiern grenzendenAemtern Geisa, Dermbach, Ostheim undKalten-nordheim bestand der TI'/^-Guldenfuß.
Wirklich gcprägteMünzen waren bis 1838:
In Silber: Conventions-Speciesthaler zu1>/z Thlr. im 20-Guldenfuß oder 1 °/, 2 -Thalerhiesig. — Gulden oder halbe Spcciesthaler. —4- und 2-Groschen-Stücke Conventionsmünze.—Jetzt (seit 1841) 1-Thalerstücke nach dem 14-Thalcrfuß, mit der Randschrift: „Gott undRecht."
Scheidemünze aus Billon: Groschen oder
Thaler, und Sechser oder '/^-Thaler, zu 6 Pfen.oder '/z Groschen. — Jetzt Silbergroschen.
In Kupfer: Stücke zu 4,3 und 2 Pfennigen, zu 1>/-Pfennigen (sogenannte Dreiheller) und zu 1Pfennig.
G 0 l d m ü n z e n sind nicht ausgeprägt,