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medicinisch töne. Denn diesen lappischen Wörterkram nennenDummköpfe Gelehrsamkeit.
Die Praktiker wollen nicht nur nichts lesen, sondern sieglauben von jedem Arzte, er wisse nichts, wenn er viel liest.Man wird sich hierüber nicht verwundern, wenn ich gezeigthabe was die eigentliche Ursache dieses pöbelhaften Wahnes ist.Die Abkömmlinge der alten empirischen Secte glaubten schon,eS gebe nach der Verschiedenheit der Climate verschiedene Arte»der Arzeneykunst; in Rom werde «ine andere Art von Arzeney-kunst erfordert, eine andere in Egypten, eine andere inGallien. Unsere Praktiker bilden sich ein, die Arzeneykunstmuffe alle halbe Stunden abändern, und folglich taugen alleTücher nichts, die in dem Bezirke dieser halben Stunde nichtgeschrieben sind.
Man sieht leicht, daß dieser praktische Wahnwitz alle Ge-lehrsamkeit, alle Kenntniß von Beobachtungen und Erfahrun-gen Anderer verbannt, und jeden Praktiker, so dumm er auchseyn mag, an seinem Orte zum Schöpfer einer eigenen Arzeney-kunst macht. Darum bezeugen unsere Praktiker jedem Arzteaus die entschiedenste Weise ihre Verachtung, der aus seinemCli'ma in ihres herübecspringt. Darum behaupten sie, mansey zur Ausübung der Arzeneykunst in der Schweiz unfähig,wenn man die AnfangSgründe der Arzeneykunst in der Schweiznicht gelegt hat. Darum wollten mir sehr viele Leute ihreGesundheit nach meiner Aurückkunft in mein Vaterland nichtanvertrauen, weil sie aus meiner englischen Perrücke schloffen,ich möchte ihnen englische Mittel geben.
Es ist leicht zu erachten, wie nützlich das aus diesemWahnwitz fließende Vorurtheil für den Praktiker sey, wenn sie einenneu angekommenen jungen oder alten Arzt verächtlich machenwollen. In dieser Absicht sagte LentiliuS, man sehe, daß dieAerzte mehrentheils, wenn sie anfangen Kranke zu besuchen,geradezu den Methoden folgen, die sie von ihren Universitäts-lehrern eiugesogen, ungeachtet diese Lehrer hundert und mehrStunden von dem Physikate ihrer Lehrjünger entfernt, die Ar-zeneykunst ausüben. Es ist nicht möglich auszudrücken, setzt