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den Griechen und Arabern anders gethan, waS haben sie ihremFleiße für ein Ziel gesetzt, als eben der Natur zu folgen, aber so zufolgen, daß sie dieselbe im Nothfall durch die Kunst biegen und re-gieren können? Sollen darum ihre Arbeiten uns nicht zu gutkommen? Sollen wir in ihrer Erfahrung, in ihren Beobach-tungen und Verordnungen keine Hülfe wider unsere Schmer-zen finden, da eS doch die Pflicht eines gewissenhaften Arztesist, allein auf das zu sehen, was die Natur will? Fürwahrdiejenigen, welche so denken und sich auf ihren vermeintenScharfsinn so ungegründet verlassen, können weder das WortNatur begreifen, noch was sie angezeigt, verstehen; noch dieHülfe, die sie von Nöthen hat, noch die Art, wie man ihrhelfen soll. Darum verachte, o Mead, diese kleinfügigenSchwätzer, und gehe auf dem Wege fort, den du mit so vie-lem Ruhme längst betreten. Schäme dich nicht, so großdein Geist ist, allenthalben die Hülfsmittel zu deiner Wissen-schaft gesammelt zu haben. Fahre fort, den reichen Vorrathdeiner Bücher zu durchschauen, und, IM du gewohnt bist,sehr Vieles zu der alltäglichen Ausübung dcr Arzeneykunst ausdenselben zu nehmen. Fahre fort, durch Anderer Arbeiten ver-mittelst deines durchdringenden Scharfsinns nicht weniger alsdurch deine zu gewinnen "
Alles, was hiermit die Praktiker von den Nachtheilen derKenntniß erzählen, die man unter dem Clima seiner Univer-sität erwirbt, sagt mehr nichts, als daß diese armseligen Köpfevon den Aerzten und der Arzeneykunst die handwerkmäßigstenBegriffe haben. WaS sie nach diesen elenden Begriffen vonden Nachtheilen der Gelehrsamkeit sagen, beweist mehr nichts,als die traurige Nothwendigkeit, die jeden Praktiker zwingt,ein Vorurtheil zu behaupten, das seine Blöße bedeckt, undsich einzubilden, er folge der Natur, indem er seinem Vorur-theile folgt.
Die Gelehrsamkeit wird also verachtet, weil Alles, wasarm am Geiste ist, sie verachtet, und weil jeder am Geistearme Arzt sich selbst scharfsichtiger glaubt, als alle Aerzte allerZeiten und aller Völker.