115
dings zu den wesentlichen Zufällen gehören, die aber dennochso hastend sind, daß sie länger als die Krankheit währen. Siewerden daher nicht sowohl für Zufälle als für zweyte Krank-heiten gehalten; wie die Lähme nach einem Schlagflusse, dieLähme nach der Colik von Poitou, die Lähme nach einer Glie-dersucht, die Engbrüstigkeit nach einer Entzündung der Lunge.
Ueberdem kommen noch andere Erscheinungen in den Krank-heiten vor, die den Namen von nachentstehenden Zufällen tra-gen, obschon sie von den vorigen nicht verschieden, und mitdenselben keineswegs zu vermengen sind. Unter diesen verstehtman die Bewegungen, die sich der Krankheit zuweilen so langewidersetzen, als die angebornen Kräfte des Körpers unter derKrankheit nicht erliegen. Außerordentliche Gelüste oder Ekel,krampfhafte Bewegungen, Convulsionen, Unordnungen in demGeblütsumlaufe, Fieber, Ausbrüche an der Haut, Geschwüre,Blutflüsse, Durchfälle, Schweiße und viele andere Zufälle, diezwar die Krankheiten begleiten, oder zu denselben stoßen, aberdem ungeachtet nicht sogleich als unNiikkelbar aus der Krank-heit oder ihren Ursachen gerade Herfließende Wirkungen müssenbetrachtet, und unter die eigentlichen Zufälle gezählt werden.Man hält sie vielmehr für eigentliche Wirkungen des Streiteszwischen der Krankheit und der Natur. Oft erfolgt aus den-selben die Wiederherstellung des Kranken. Zuweilen wird dieUnterdrückung der Krankheit ganz ohne allen Nachtheil desKranken bewirkt. Oft erliegt die Natur unter dem Streite,und entweder entsteht daher eine andere Krankheit, oder der Tod.
Endlich gibt es noch eine andere Gattung von Zufällen,die von den nachentstehenden unterschieden werden, obschon siemit denselben zusammenhangen. Sie fließen aus zufälligenUrsachen. Dem ungeachtet sind sie aller Aufmerksamkeit wür-dig, weil sie die Krankheit schärfen, verschlimmern, tödtlichmachen, mit einer neuen Krankheit vermehren, in eine andereGattung verwandeln, die gutartigen Bewegungen der Naturverwirren, die Wirkungen der Arzeneyen hindern, und über-haupt dem Arzte im Wege stehen können. Doch sind sie auchzuweilen zuträglich, und werden die eigentlichen Quellen der