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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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scheidet, ehe man auS denselben auf die Krankheit schließt.Man merkt vorerst auf die in dem Körper vorgegangene Ver-änderung, insofern sie von selbst in die Sinne fallt, und ohnesich um ihre Ursache zu bekümmern. Diejenigen sehen schonauf die Ursache, welche durch Aufall jede Wirkung der Krank-heit verstehen. Aber nicht jeder Aufall ist eine Wirkung derKrankheit, sondern überhaupt jede einzelne von dem gesundenZustand verschiedene und in die Sinne fallende Veränderung indem Körper.

Man unterscheidet die Zufalle überhaupt in wesentliche undaußerwesentliche. Die wesentlichen sind diejenigen, welche denmeisten Antheil an einer Krankheit haben, unmittelbar auSderselben fließen, und also in einer unzertrennlichen Verbin-dung mit derselben sind; wie das Fieber, der Husten, derSchmerz und die Beschwerden im Athemholen mit dem Seiten-stich. Außerwesentlich sind diejenigen Zufälle, welche in einerKrankheit zugegen oder nicht zugegen seyn können, ohne daßdarum die Art und Gattung der Krankheit verschieden sey,wie das Brechen, der Schweiß, der Durchfall im Seitenstich.

Die wesentlichen Zufälle werden von Boerhave und Gau-bius in Zufälle der Krankheit, Zufälle der Ursache, und Zu-fälle des Zufalls eingetheilt. Man nennt Zufälle der Krank-heit jede fühlbare Wirkung, die unmittelbar aus der gegen-wärtigen Krankheit fließt; diese sind von allen Zufällen diewichtigsten, weil sie die Gegenwart der Krankheit und ihreNatur an den Tag geben; doch sind sie von der Krankheitselbst und ihrer nächsten Ursache verschieden. Hieher gehörtnochmals in dem Seitenstich das Fieber, der Husten, derSchmerz und die Beschwerden im Athemholen , weil diese aller-dings von der Entzündung oder der nächsten Ursache des Sei-tenstichs verschieden sind. Ich übergehe die Abtheilungen inZufälle der Ursachen, und Zufälle des Zufalls, weil sie hiehernicht gehören, und überhaupt für die hier gesuchte Einfachheitzu spitzfindig sind.

Zuweilen bemerkt man in den Krankheiten noch andere fühl-bare Wirkungen, die, nach ihrem Ursprung betrachtet, aller-