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schichte der Krankheiten die Rede, insofern sie au- ihrenErscheinungen fließt.
Die Kenntniß der Erscheinungen oder die historische Kennt-niß der Krankheiten unterscheidet sich von der Kenntniß ihrerUrsachen oder ihrer philosophischen Kenntniß. Die historischeKenntniß der Krankheiten ist der Natur vorzüglich gemäß,weil sie aus demjenigen fließt, was die Augen sehen; da hin-gegen bey der Untersuchung der Ursachen, der Verstand nichtimmer durch die Augen sieht. Weil sich nun das Gewissemit dem Ungewissen nicht vermengen läßt, so muß man auchmit der Geschichte der Erscheinungen die Betrachtung derUrsachen nicht vermengen, und darum bleiben von der Ge-schichte der Erscheinungen in den Krankheiten die Ursache»weg. Man hat erkannt, daß der große Ruhm des Hippo-krateS hauptsächlich eine Wirkung des Fleißes sey, mit demer die kleinsten Umstände in den Krankheiten beobachtet, undder Genauigkeit, mit welcher er alles aufgezeichnet, was denKrankheiten vorhergegangen, mit was für Zufällen sie beglei-tet, und was in denselben nützlich oder schädlich gewesen.Durch diesen Fleiß und durch diese Genauigkeit hat unsHippokrates mit demjenigen bekannt gemacht, was man unterder Geschichte der Krankheit versteht. Anstatt den Ursachender Begebenheiten nachzuforschen, begnügte er sich die Bege-benheiten zu erzählen, wie er sie in der Natur auf einanderfolgen sah. Er gab sich alle ersinnliche Mühe diese Bege-benheiten so zu bestimmen, daß man aus denselben die Krank-heiten wohl unterscheiden, und in ähnlichen Fällen auf ihrenAusgang schließen lerne.
Es ist nicht zu läugnen, daß die Untersuchung der Ur-sachen höchst wichtig ist, und daß man den Sitz der Krank-heiten zu kennen sich allerdings bestreben muß.' Aber daSwird geläugnet, daß man aus den Ursachen und dem Sitzeder Krankheiten die allgemeinen Zeichen und Merkmale dersel-ben nehmen könne. Was fällt uns, sagt Herr von Sauvages,bey der Ausübung der Arzeneykunst, nach welcher alle unsereBestrebungen gerichtet sind, zuerst in die Augen? DaS ver-