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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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und ihren Ausgang schließt. Meines ErachtenS war es na-türlicher, hier von der Symptomatologie, oder der Lehre vonden Erscheinungen, nur das Allgemeinste zu sagen, und dieErscheinungen, oder das Besondere in der Aitiologie, oder derLehre von den Ursachen, anzubringen. Die Erscheinungen mach-ten hier außer ihrem Zusammenhange ein bloßes Gerippe aus;dort werden sie zu einem lebenden Körper.

Nunmehr schreite ich zu der Zeichenlehre fort. Man nenntZeichen einer Krankheit jede Erscheinung in der Krankheit, dieuns entweder von ihrem gegenwärtigen und vergangenen Zu-stande, oder von ihren Abänderungen und ihrem AuSgangeunterrichtet; ein Zeichen ist überhaupt das Bekannte, welchesuns zu der Kenntniß des Unbekannten führt. Die Zeichen derKrankheiten gehören noch immer in die Classe der Erscheinun-gen, weil sie aus demjenigen genommen werden, was die Sinnefühlen; sie liegen aber auch oft in ihren Ursachen, und dann-zumal kennt man die Krankheit nicht, bis man ihre Ursachekennt. Jedes Zeichen der Krankheit ist eine Wirkung derKrankheit, aber nicht jede Wirkung der Krankheit führt unsauf die Ursache der Krankheit. Weil aber der Geist zu denUrsachen durch die Wirkungen sich erhebt, so kann man auchzu der Kenntniß der inwendigen Beschaffenheit nicht anders,als durch die äußerlichen Zeichen gelangen.

Boerhave sagt: nichts sey in der Arzenehkunst nöthigerals die Zeichen, und es wäre besser, von der Arzeneykunst garnichts zu wissen, als von den Zeichen nichts zu wissen; darumsolle sich auch der Arzt vorzüglich um diese Wissenschaft be-werben, und derselben sich ganz ergeben. Er setzt an einemandern Orte hinzu: kein Theil der Arzeneykunst habe vor die-sem einigen Vorzug, er sey weitaus unter allen der nothwen-digste und der erste; der nothwendigste, weil wir bey dem er-sten Besuche des Kranken um die Zeichen des Zustands derKrankheit unö erkundigen, und ob die Krankheit stärker sey,als der Kranke; der erste: weil die ersten Aerzte, mit keinerKrankheit noch bekannt, z. E. einen Schmerz in der Seitemit einem schweren Athem, geschwindem Pulse und großem