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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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zrs vorerst einsehen, ehe sie etwas von den nöthigen Arzeneyenunter sich erwägen durften. Beyde waren überzeugt, daß ohnedie Auffindung dieser Ursache ein sicherer Weg zu der Auffindungder Arzeneyen unmöglich sey.

Den ganzen Körper des Admiralen fanden sie, außer demSitze des Schmerzens und der Auffindung einer unergründli-chen Veränderung in der Lage der Theile seiner Brust, gesund.Von diesem Schmerz sagte der Kranke: er sey ungemein hef-tig, schneidend, reißend, über alle Begriffe groß, beständig,und er lasse in dem allerkleinsten Zeitpunct kaum jemals vonseiner äußersten Wuth im geringsten nach. Den Sitz dessel-ben bestimmte er auf das genaueste da, wo der Ausgang derSpeisröhre sich mit dem obersten Theile des Magens verbindet.Nachher schrie er, er empfinde auf das erbärmlichste, daß sichder Schmerz von dieser inwendigen Stelle der Brust mit dergleichen Heftigkeit rückwärts ausdehne, und daselbst, so wiein seinem ersten Ursprung, wüthe. Endlich ward vor demTode des Admirals seine Brust in ihrem ganzen inwendigenUmfang mit gleicher Stärke gemartert. Durch den ganzenLauf der Krankheit versicherte er auch beständig, dieses quä-lende Feuer nehme auf keine Art mehr überhand, als durchdas Ausstößen der Winde, und zwar dergestalt, daß dieseWinde aus dem Magen nicht aufwärts stiegen, sondern, gleich-sam erstickt, alles um sich her zerfleischten. Nicht minder ent-zündete sich dieser Schmerz, so oft der Admiral sich rückwärtszu biegen oder aufrecht zu halten versuchte. Mehr konnten,mit der ängstlichsten Sorge, beyde Aerzte nicht entdecken.

Hier heißt nun Boerhave alle Meister der Kunst stille stehen.Hier begehrt er, daß sie bey sich selbst den Ursprung, denFortgang, die Erscheinungen und die Zeichen dieser Krank-heit erwägen. Hier möchte er von ihnen wissen, was denn end-lich in dieser Brust die Ursache dieser außerordentlichen Wir-kungen sey? Er selbst betrachtete auf das sorgfältigste, unduntersuchte mit der möglichsten Anstrengung des Geistes alles,was sich seiner Aufmerksamkeit darbot; er bestrebte sich nacheinen« unbeweglichen und sichern Grund, auf welchen sein