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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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chiger Saft schwitzte hier und da aus diesem Körper hervor,wenn man ihn zerschnitt. Uebrigenö machte er einen einzelnenfesten Körper aus, in welchem man kein Gesäß außer denje-nigen sah, mit welchen er verwachsen war. Man entdeckteauch keine Haut, die auswendig das Ganze umgebende aus-genommen, in dem Inwendigen dieser Masse; auch keine Höh-len oder Zellen. Zwischen den Fingern zerrieben, zerfloß dieseMasse wie ein fettes Oel; folglich war sie, nach Boerhave'»Schlüsse, eine eigentliche wahre Speckgcschwulst.

Nichts war indeß wunderbarer anzusehen, als die von dernatürlichen Ordnung abgehende Lage aller Theile der Brust.Denn da eine Masse von fast sieben Pfunden die von allenSeiten in Knochen eingeschlossene Brust erfüllte, so fand sichauch das Zwerchfell niederwärts in die Höhle des Bauches ge-drückt; daher denn die gleich anfangs von Boerhave als etwasbesonders bemerkte Spannung des Bauches gekommen war.Der mit dem Zwerchfell verwickelte Herzbeutel war ihm ge-solget, mit dem Herze tief herabgedrückt, und weit von seinernatürlichen Lage entfernt gefunden. Auch die Blutgefässe,die aus dem Herzbeutel ausgehen, waren gleichmäßig in dieTiefe gestreckt. WaS den Lungen widerfahren, ist schon gesagt.

Hier sieht man ein neues Beyspiel des menschlichen Elende«.Ein unschuldiger, sanfter, fetter Saft hat bloß durch seineMenge an einem Orte, der das Zusammendrücken nicht ver-trägt, so wunderbare Krankheiten und endlich den Tod gewirkt.Man lernt also, daß, so oft ganz unregelmäßige Zufälle in ei-nem Kranken erscheinen, so oft müsse man auch an eine un-gewohnte verborgene Ursache denken, die sich vielleicht aus derGeschichte der Zergliederungen wird entdecken, oder wenigstensdaher wahrscheinlicher Weise erklären lassen.

Es wäre zu wünschen, setzt Boerhave hinzu, daß das Ge-nie eines geübten Arztes ein solches Uebel gleich anfangs undin seinem ersten Ursprünge erkennen könnte. Es wäre zuwünschen, daß er dannzumal die weitere Verbreitung diese«einmal vorhandenen überfließenden Fettes zu hindern vermöchte.Dannzumal wäre zu hoffen, daß man die daher rührenden