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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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163
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Krankheiten erkennen und verhüten könnte. Denn diese einmalvorhandenen Gewächse, sagt Boerhave, können durch keine Kunstaufgelöst, untergebracht und vertrieben werden; es sey denn,daß ihre Lage einer geschickten Hand erlaube, sie herauszuschnei-den. Boerhave gesteht, er kenne noch keine bisher erfundeneKunst, durch welche man eine Fettigkeit, die sich einmal zuentwickeln lind eine widernatürliche fette Geschwulst zu gestal-ten anfängt, so zu bezwingen vermöge, daß sie nicht durchihren täglichen Anwachs bis inS Unendliche sich vergrößere.Denn da die in den äußern Theilen unter der Haut entstan-denen, der Hand, der Betastung, und den stärksten chirurgi-schen Mitteln offen liegenden Speckgeschwulsten in ihrem Wachs-thum nicht können gehindert werden; wie sollte dieses bey in-wendigen möglich seyn? Fürwahr, so oft ich, sagt Loerhave,den ganzen Haufen der Prahler dergleichen Dinge von sich rüh-men höre, so oft möchte ich, daß sie scirrhose Geschwülsten,verschlossene und offene Krebse, Honiggeschwulsten, Breyge-schwulsten und Speckgeschwulsten, auch nur in auswendigenTheilen durch sichere Mittel heilten, und Beyspiele ihrer wir-samen Kunst gäben; denn weise Aerzte bekennen aufrichtig,daß dieß alles über ihre Kunst sey, und bedauern es mitSchmerzen.

Indeß ist das beschriebene Uebel des Markgrafen von SaintAuban entstanden, nachdem ihn Boerhave von dem Goldader-flusse befreyt hatte. Nichts ist kleinen Geistern angenehmer,als die Gelegenheit, großen Geistern einen Fehler vorzuwerfen;darum werden auch alle kleinen diese Blätter lesenden Geisterdem Boerhave vorwerfen, die Krankheit des Herrn von SaintAuban sey nach der Heilung des Goldaderflusses entstanden,folglich sey die Heilung des Goldaderfluffes die Ursache derKrankheit gewesen. Boerhave hat diese ungeschickten Riebterabgefertigt, indem er gezeigt, daß aus der Verhüttung oderHeilung des Goldaderflusses nicht Speckgeschwulsten entstehen;daß er diesen Goldaderfluß nicht durch Brennen, Schneiden,Zusammenziehen, Aetzen oder Binden geheilt habe, sonderndurch sanfte, erweichende, reinigende Arzeneyen; nnd daß nicht