über hundert und vierzig Schläge; wenigstens kann man nichtweiter zählen.
Aus der Beobachtung dieser Zahlen läßt sich nun sehr leichtder Grad eines Fiebers bestimmen. In einem gesunden Men-schen muß der Puls überhaupt langsam, und zudem nicht schwachseyn; in allen Menschen schlägt er des Morgens langsamerals des Abends. Wenn also der Puls, ohne eine vorüberge-hende Ursache, sich sehr weit von dem gewohnten Maße ent-fernt , so haben wir ein Fieber. Wenn die Anzahl der Pulsesich in diesem Fieber alle Tage vermehrt, so wird das Fiebernach Maßgabe der übrigen Umstände gefährlich, weil die An-zahl der Pulse in der Stunde des Todes in hitzigen Fiebernallemal am höchsten ist. Ist die Anzahl der Pulse des Morgensschon sehr viel größer als in dem gesunden Zustande, so folgtein schlimmer Abend. Nimmt die Anzahl der Pulse des Abendswirklich ab, da sie natürlicher Weise hätte steigen sollen, sonimmt die Krankheit ab.
In langsamen Krankheiten, die nicht mit Fiebern begleitetsind, ist die Anzahl der Pulse in einer gegebenen Zeit oft ge-ringer, als in der Gesundheit. Dieses Zeichen ist bey derUntersuchung einer Krankheit zuweilen von so großer Wichtig-keit, daß ich wünsche, man hätte auch diese Verminderung desPulses vermittelst der Secundenuhren so wohl berechnet, alsihre Vermehrungen. Man weiß, wie oft die Mutterkrankheitdas äußerliche Wesen von andern Krankheiten annimmt; die ^gar große Langsamkeit des Pulses ist in vielen Fällen das ein-zige Zeichen eines sehr schmerzhaften Mutterzufalls, den manleicht für eine Entzündung nehmen könnte, weil sich die hef-tigsten Entzündungen nicht immer durch Fieber äußern, undsie ist ein weit besseres Zeichen, als der helle und blasse Harn.In dergleichen Krankheiten ist die Besserung vorhanden, wennder Puls geschwinder und voller wird.
Der Grad der Stärke der Pulse wird ebenfalls nach denAbweichungen von dem gesunden Zustande berechnet, er magnun in gesunden Tagen, wie ich oft gesehen, bey schwachenPersonen sehr schwach, und kaum fühlbar seyn, oder bey star-