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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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167
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ken auch stark. In Ansehung des Grades der Stärke ist derPuls entweder voll, oder stark, oder hart, oder weich, oderschwach.

Ich vereinige mit dem vollen Pulse den großen Puls,weil man beyde bey den gesundesten Menschen wahrnimmt.Ein gesunder und zugleich starker Mann hat überhaupt einenvollen aber langsamen Puls, der ein Beweis der Menge desBlutes, der Stärke des Herzens, und der Abwesenheit einesfremden Reizes ist. Ein voller und geschwinder Puls ist schondaS Merkmal einer beträchtlichen Veränderung in dem Körper.Diese Veränderung ist noch größer, wenn die Schlagadernoch etwas mehr aufgehoben wird, und folglich der Pulsstark ist. In anhaltenden, und mit keiner Entzündung beglei-teten Fiebern, und auch in Wechselfiebern, ist der Puls starkund geschwind. Ein solcher Puls schien dem Boerhave voneiner guten Bedeutung, wenn er in allen Theilen des Körpersgleich stark blieb. Nur fand er diese Hoffnung in Schlagflüs-sen betrüglich, weil sie oft verborgene Verstopfungen in denEingeweiden zum Grunde haben.

Der Puls ist hart, wenn er gleich einem harten Körper anden Finger schlägt. Die Beobachtung hat gelehrt, daß in die-sem Falle das Blut dicht und entzündet, und die Bewegungdes Herzens wegen dem größer» Widerstand stärker sey. Bis-weilen ist der Puls bey alten Leuten hart, weil ihre Pulsadernhärter und auch bisweilen beinigt sind; darum sind sie abernicht krank, und sie werden es erst, wenn der Puls zugleichgeschwind ist. Die Härte des Pulses, mit der Geschwindig-keit und einem Localschmerz, ist das Merkmal einer Entzün-dung. In hitzigen Fiebern, die mit einer Entzündung beglei-tet sind, ist die anhaltende Härte des Pulses nicht nur eineAnzeige der fortwährenden Entzündung, sondern auch der fort-währenden Kräfte, und folglich ein Beweis, daß man nochmehr Blut wegnehmen könne.

Der Puls ist weich, wenn die Schlagader zwar voll ist,und das Geblüt aber so wenig angetrieben wird, daß dieSchlagader sich nur sehr wenig auszudehnen vermag. In den