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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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das viele Seufzen sehen, und auf die unausbleibende Niederge-schlagenheit des GeisteS; und besonders darauf, daß der Athemleicht wird, wenn dieser Austand nur für einen Augenblicknachlaßt, welches bey einer fortwährenden Entzündung nichtgeschehen würde. Ich habe auch bey dieser Schwierigkeit desAthems die Glieder erstarren, entschlafen, und allemal ängst-liche Gedanken derselben vorhergehen sehen. Ein leichter Athemist immer gut.

Der Athem ist ungleich, wenn er bald nach dieser, baldnach einer andern Ordnung fortgeht. Diese Ungleichheit ver-räth immer etwas Böses, weil sie auf einmal verschiedene Gat-tungen von Hindernissen anzeigt. Ein gleicher Athem, wenner schon schlimm ist, zeigt wenigstens ein einziges Hindernißan. Man sieht leicht, daß die Abänderungen des Athems un-ter die wichtigsten Zeichen gehören, sobald sie andauern, undfolglich den Charakter der Ungleichheit nicht mehr habenkönnen. Sie sind sehr gut, oder sehr schlimm, nachdem sie ineine gute oder schlimme Gattung übergehen.

Der Athem ist groß und geschwind, wenn alles in demKörper in großer Bewegung ist, ohne daß darum ein Hinder-niß vorhanden sey. Ein solcher Athem ist darum in hitzigenKrankheiten oft sehr gut, und Boerhave hält ihn für die An-zeige einer guten Neigung zum Abfall, weil er die Hebungder Hindernisse und die noch wirkenden Kräfte anzeigt. DerAthem ist groß und langsam in Verwirrungen.

Der Athem ist klein und geschwind, wenn die Beschwerden beydem Athemholen so groß sind, daß man gezwungen wird, denAthem so viel als möglich zurückzuhalten, und folglich auf ein-mal nur wenig Luft einathmet. In dem Seitenstich ist derAthem klein und geschwind, weil man aus Furcht vor Schmer-zen sehr wenig Luft schöpft, aber eben darum gezwungen ist,geschwinder zu athmen; er verkündigt also die Heftigkeit dieserKrankheit. Der Athem ist klein und langsam in Entkräftungen.W Der Athem ist sehr geschwind und groß, wenn die Lungennur auf einer Seite entzündet sind, so daß der Kranke fä-hig ist, auf einmal noch viele Luft zu schöpfen. Der Athem