SOS
genommen, in vier und zwanzig Stunden noch fimf Pfunddurch die Nase verlieren, und durch diesen Blutverlust gesundwerden gesehen. Seit der Zeit hatte ich immer Gelegenheitdie gleichen Wahrnehmungen in vielerley Umständen wieder-i holt zu machen.
, Durch die Mutter ist ein Blutverlust in den angeführtenUmständen als Zufall oder Abfall bisweilen gut, aber nichtimmer; es sey denn, daß das Blut sehr häufig abgehe. Manwürde eine Frau der größten Gefahr aussetzen, wenn man ineiner hitzigen Krankheit alle Mittel liegen ließe, sobald sichj ihre Reinigung nur mäßig zeigte. Glückliche Abfälle, ver-
! mittelst eines Blutverlustes durch die Lungen habe ich niemals
gesehen, und sie scheinen mir mehr symptomatisch als kritisch.Das Blutspeyen und den blutigen Harn hielt Sydenham inden Pocken für tödtliche Zeichen; den blutigen Harn in hitzi-gen Fiebern überhaupt betrachtete Boerhave als ein Zeichen> des Todes. Ein blutiger Harn ohne Sand ist zuweilen eine
l Anzeige der Hämorrhoiden der Blase, wenn dieses Blut nicht
aus den Nieren kommt; ein blutiger Harn mit Sand ist ein^ Zeichen des Blasensteins. In der Ruhr ist daS mit dem Ab-gänge vermischte Blut, ein Beweggrund, daß man mit allenKräften der Entzündung sich widersetze; daS helle, unvermischteBlut droht in dieser Krankheit den Tod. In Schlagflüffensind Tlutverlüste durch die Nase, und besonders durch den Stuhl,vortrefflich. In bösartigen Fiebern sind fast alle Blutverlüstevon sehr schlimmer Bedeutung, weil sie ein Beweis von dergänzlichen Auflösung des Blutes sind. Am Ende des gelbenin Amerika so sehr wüthenden sogenannten Fiebers von Siam,ist das Blut so sehr »dünnt und aufgelöst, daß es oft nichtnur durch die Nase und den Mund, sondern durch die Augenund alle Schweißlö'cher des Körpers rinnt. Man sieht leicht,wie sehr das Blut in diesen Fällen auch durch seine Naturvon schlimmer Bedeutung ist.
Vermittelst der Aderöffnung haben wir die meiste Gelegen-heit durch die Natur des Blutes auf die Krankheit, ihre Ab-änderungen und ihren AuSgang zu schließen. Wir öffnen zu-