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Folglich scheint cS, baß die von Boerhave so sehr anbefohlenegrößere Oeffnung Schuld sey, daß sich das Blut mit seinendichtesten Theilen, das ist, mit der lederartigen Haut, zeigt.
Herr Werlhof ließ einem Kranken in einem entsetzlichen Sei-tenstich des rechten Theils der Brust eine Ader an dem linkenArme öffnen. Das Blut war gesund, die Wunde schloß sich,nachdem etwa drey Unzen herausgelaufen waren. Man machteeine Oeffnung an dem rechten Arme, und ließ noch acht Un-zen heraus, die im höchsten Grade inslammakorisch waren.Vermuthlich ist in dem zweyten Falle bloß die Oeffnung grös-ser als in dem ersten gewesen, weil mehrentheils die allzukleineWunde Schuld ist, daß das Blut nicht läuft.
Es gibt aber noch wichtigere Schwierigkeiten. Vermittelsteiner großen Menge in der Absicht angestellter Experimente,die lederartige Haut des Bluts in allen ihren Beziehungen zukennen, hat Herr von Haen eine große Unbeständigkeit inden Regeln gefunden, die man bis jetzt auf die Erfahrungzu gründen vermeint. Ich bin von diesen Schwierigkeiten umso viel mehr überzeugt, weil die Natur mir die meisten selbstgemacht hat. Vielleicht sind sie nur Ausnahmen allzu bestimm-ter Regeln; vielleicht ist es nicht zu viel gewagt, wenn mandie bis jetzt angenommene Lehre von der lederartigen Haut solange annimmt, als die übrigen Zeichen zusammen stimmen.Ick habe selbst, außer den vielen hier nicht angeführten Krank-heiten, auch in gesunden Tagen Leute mit einem i'nflammato-rischen Blute gesehen. Diese Leute nährten freylich eine nichtunmerkliche Neigung zu Krankheiten, wie ich aus den übrigenUmständen hatte schließen können; aber sobald man kein Fie-ber, keinen harten Puls, keinen Localschmerz sieht, sobaldschließt man auf keine Entzündung. Folglich lehren uns allediese Schwierigkeiten am meisten die Nothwendigkeit, auchvon dieser Seite alle Zeichen zu verbinden.
Die Bewegungen der Kranken, ihre Lage im Bette unddie Verschiedenheit der Folgen dieser Lage, gehören ebenfallsunter die besondern Zeichen der Krankheiten. Die Bewegungender Hand gegen die Stirn, ein vielfältiges Suchen in der