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Jnduction etwas, das dir Beobachtung unmittelbar nicht
lehrt.
Man bedient sich also der Induktion, wenn man weitersehen will, als die Sinne führen, wenn man aus den Theilenein Ganzes, allgemeine Wahrheiten aus vielen besondern zie-hen , unter einen allgemeinen Ausdruck fassen, und ihrer Mengeungeachtet in der Kürze aussprechen will. In den meistenWissenschaften sind die Beobachtungen einzelner Dinge dieseTheile; die aus denselben gezogenen, zu neuen Untersuchungen,und endlich zu Grundsätzen leitenden Schlüsse, das Ganze.Je größer und richtiger die Enumeration der Theile ist, auswelchen man schließt, desto fester und unbeweglicher bleibt je-der Schluß.
Von dem Bekannten zu dem Unbekannten ist darum dieInduktion der Weg, weil durch dieselbe wirklich etwas Neuesgeschlossen wird, das die Beobachtung unmittelbar nicht lehrt.Durch sie erhebt man sich von Beobachtungen und Experimen-ten zu lichtvollen Sätzen, von diesen zu neuen Experimentenund höhern Wahrheiten, von dem Besondern zum Allgemei-nen wieder zu dem Besondern, und endlich zum Allgemein-sten. Sie verbindet die praktische Untersuchung der Naturmit der Spekulation, die Erfahrung mit der Vernunft. Jemehr wir richtige und vollständige Beobachtungen gemacht,je mehr wir mit einem scharfen und alle Begriffe nach ihrerwahren Abhängigkeit ordnenden Verstände von der Natur be-glückt, diese Beobachtungen in ihren wahren Zusammenhangbringen, und aus ihren Reihen das Unbeständige, Ungewisseund Zweifelhafte verbannen, desto richtiger und vollständigerwird die Induktion. Durch sie wird alles erfunden , was durchden menschlichen Verstand herausgebracht werden kann, undalles erwiesen, von dessen Gewißheit man andere überführenwill.
Ein Arzt hat öaS wahre Genie seiner Kunst, wenn er beyder Beobachtung nicht immer verweilt, nicht schließt, ehe erbeobachtet hat, zu seinen Schlüssen die nächsten Wege nimmt,allen Umschweifen feind, nicht lange sucht, was geschwind