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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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muß gefunden seyn, am richtigsten das Vorhergegangene andas Gegenwärtige, und dieses an das Künftige knüpft, undgleich schnell ijnd richtig denkt. Nach der genauen Beobach-tung der Erscheinungen und Zeichen einer Krankheit sucht erdurch die Vergleichung aller Umstände die Ursachen, diesevergleicht er von neuem mit den Begebenheiten; wenndiesen die gefundenen Ursachen entsprechen, so sucht er die Me-thode und die Mittel; sind die Mittel dem Kranken gegeben,so beobachtet er den Fortgang der Krankheit, beurtheilt den-selben nach seiner Scharfsicht, und gestaltet sich allmählig hier-aus seine Maximen.

Die Jnduction ist also die königliche Straße, auf welcherein scharfsinniger Geist in das Innerste der Natur dringt; sieführt viel gewisser als die Analogie; viel weiter als die Sinne;am richtigsten von dem Bekannten zum Unbekannten; sie dehntsich über die Arzeneykunst aus, und wird nur von dem Ge-nie betreten.

Drittes Capitel.

Bon der Erforschung der Ursachen.

Äus dem Buche von dem Beobachtungsgeiste weiß man, wiesich der Arzt deutliche Begriffe von den Wirkungen macht.Das Genie vollendet, was der Beobachtungsgeist angefangen.Es erforscht die Ursachen durch die Wirkungen.

Die Ursache läßt sich in der Wirkung, die Ordnung inder Verwickelung nicht finden, wenn man nicht mit dem äußer-sten Scharfsinn in jeden Umstand Hineintritt, und bis in ihrInnerstes jede Erscheinung verfolgt. Wer einmal den Grundeiner Krankheit erreicht hat, sieht jeden Umstand nach diesemGrunde sich biegen, jede Erscheinung an eine andere Erschei-nung sich schmiegen, und die ganze Krankheit die Wirkungder wohl bestimmten Ursache seyn; diese Entdeckungen machtdas Genie allein, weil es den Zusammenhang der Ursache mitZimmerwannS Erfahrungen. 17