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Sagt man dem Pöbel von einem Arzte, er sey gelehrt, so mußihm entweder kein Kranker sterben, oder der Pöbel sagt, ersey ein Idiot. ^
Man schließt durch den Ausgang auf die Ursachen, wennman diesen Arzt über die Sterne erheben, und jenen in denStaub treten will. Nichts ist unter den Menschen gemeiner,deren Köpfe zu hart sind, die wahren Ursachen des Glücksoder Unglücks der Aerzte zu erforschen, und zu eng, diese Ur-sachen zu fassen. Verbindet sich mit der Dummheit in gleichemGrade die Bosheit, so wird man allemal jeden Arzt erheben,wenn er dumm ist, und jeden Arzt zur Schande, das ist, zudem Urtheil anderer von seinen Unvollkommenheitcn verdam-men, wenn er Verstand hat. Die Mehrheit der Stimmen isthierin entscheidend. Man weiß, daß die Eigenliebe der Men-schen uns liebt oder haßt, uns ehrt oder verachtet, unsernWerth entscheidet und uns beurtheilt. Nun gewinnt man dieEigenliebe der Menschen, wenn man ihnen ähnlich ist; manbeleidigt sie, wenn man nicht ist wie sie. Wenn also die grö-ßere Anzahl der Leute dumm, unwissend und niederträchtigist, so wird auch die größere Anzahl dieser Leute den Arztnicht lieben können, der nicht dumm, nicht unwissend, undnicht niederträchtig ist; darum wird er durch die Mehrheitder Stimmen verworfen.
Will man einen schlechten Arzt erheben, so nennt manWirkungen, welche die Natur zum Besten der Kranken ver-richtet, Heldenthaten und Wundercuren dieses Windbeutels.Harvey sagt, ein vollkommener Schlagfluß sey entweder derTod selbst, oder er sey tödtlich und unheilbar; ein unvollkom-mener Schlagfluß sey mehrentheils tödtlich, und doch zuwei-len heilbar, obschon er immer mit einer Lähme ende, wobey manentweder kränklich bleibe, oder übrigens vollkommen gesund scheineund plötzlich sterbe. Der vortreffliche Stahl sagt, er habe noch nichtdas Glück gehabt, einen wahren Schlagfluß oder einen wahrenhalben Schlagfluß auf einer Seite, oder eine wahre halbe Lähme zuheilen ; allein er habe eine Menge solcher Kranken gesehen, die vonAsterärzten in diese Umstände gelogen, für Schlagflüssige von